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München - Die Zukunft von Philippe Coutinho ist völlig offen. Ein Verbleib beim FC Bayern ist unwahrscheinlich, doch nicht ausgeschlossen. Eine Rückkehr nach Barcelona wohl schon

Der drittteuerste Fußballer aller Zeiten steht am Scheideweg.

Es ist noch gar nicht so lange her, da legte der FC Barcelona 145 Millionen Euro für Philippe Coutinho auf den Tisch. Im Januar 2018 eisten die Katalanen den Brasilianer von Jürgen Klopps FC Liverpool los.

Vielleicht denkt Coutinho das eine oder andere Mal sehnsüchtig an die Zeit bei den Reds zurück. Vielleicht bereut er im Nachhinein sogar, den aktuellen Champions-League-Sieger verlassen zu haben. Denn mit dem Wechsel des brasilianischen Edeltechnikers nach Spanien geriet die Karriere mächtig ins Stocken.

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In Barcelona konnte Coutinho nicht überzeugen, weshalb er 2019 zum FC Bayern München ausgeliehen wurde – mit einer satten Kaufoption von 120 Millionen Euro im Gepäck. Doch diese ist verfallen.

"Die Kaufoption ist abgelaufen, und wir haben sie nicht gezogen", verriet Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit dem Spiegel. Heißt im Klartext: Coutinho muss nach aktuellem Stand der Dinge nach Barcelona zurück. Doch bleibt er dort? SPORT1 beleuchtet Coutinhos Optionen.

Martínez im Tausch für Coutinho

Barca-Trainer Quique Setién äußerte sich vor einiger Zeit zwar lobend über den Kreativspieler, doch ein Verbleib Coutinhos beim spanischen Meister ist trotz Vertrages bis 2023 äußerst unwahrscheinlich. Der teuerste Transfer der Vereinshistorie ist für Barcas Pläne schlichtweg zu teuer. Denn trotz der aktuellen Coronakrise planen die Katalanen den Großangriff auf dem Transfermarkt.

Neben Neymar und Miralem Pjanic (mit dem sich die Katalanen laut SPORT1-Informationen schon einig sind) ist vor allem Lautaro Martínez im Visier der Spanier. Der 22 Jahre alte Argentinier soll im Sturm die Nachfolge des alternden Luis Suarez antreten.

Das Problem: Inter Mailand will sein Sturmjuwel nicht verkaufen. "Lautaro Martínez steht nicht zum Verkauf. Barcelona hat uns kontaktiert, wir haben gute Beziehungen untereinander. Aber wir haben ihnen gesagt, dass wir nicht verkaufen werden", erklärte Inter-Sportdirektor Piero Ausilio bei Sky Italia. Er ergänzte: "Wenn sie ihn wollen, muss Barça die volle Ausstiegsklausel bezahlen."

111 Millionen Euro ist diese schwer, Inter will das Geld zudem offenbar am Stück haben. Eine Summe, die für Barcelona nicht zu stemmen ist. Vielmehr hoffen die Katalanen, den Preis drücken zu können, wenn im Gegenzug Spieler als Tauschmasse in die italienische Modemetropole wechseln.

Rückkehr in die Premier League?

Spieler wie Ivan Rakitic, Junior Firpo oder Arturo Vidal wurden zuletzt als Tauschobjekte gehandelt. Die Gazzetta dello Sport bringt nun Coutinho ins Spiel. Dem Bericht zufolge überlegt Barcelona, den Brasilianer als Tauschobjekt für den Argentinier anzubieten.

Ein Wechsel zu Inter wäre für Coutinho eine Reise in die Vergangenheit. Die Nerazzurri holten den Mittelfeldspieler im jungen Alter nach Europa, bevor er sich 2013 den Reds anschloss.

Das würde auch für eine Rückkehr in die Premier League gelten, mit der der Brasilianer Berichten zufolge liebäugeln soll. Dem FC Chelsea wurde schon vor einigen Wochen Interesse nachgesagt. Die Mundo Deportivo bringt zudem Newcastle United ins Spiel.

Die Magpies stehen vor einer Übernahme durch den berüchtigten saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Rafael Benitez soll vor einer Rückkehr zu Newcastle stehen, auch Mauricio Pochettino wird als Trainerkandidat gehandelt. Sie könnten Coutinho von einem Wechsel überzeugen. Auch der FC Arsenal mit Mikel Arteta gelte demnach als Kandidat.

Bayern-Zukunft nicht völlig ausgeschlossen

Oder bleibt er am Ende doch beim FC Bayern? Völlig ausgeschlossen erscheint ein Verbleib an der Säbener Straße nicht, das hat auch Rummenigge angedeutet. "Jetzt müssen wir erst einmal intern die Kaderplanung abschließen und sehen, ob er weiter eine Rolle bei uns spielen soll oder nicht."

Heißt im Klartext: Ein Verbleib Coutinhos hängt von den Personalien Leroy Sané und Kai Havertz ab. Nach SPORT1-Informationen ist es möglich, dass Bayern und Barca einen Kaufdeal mit niedrigerer Ablöse aushandeln. Eine weitere Leihe ist nach SPORT1-Informationen ausgeschlossen. Coutinho darf nur bleiben, wenn er fest verpflichtet wird.

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Erst vor kurzem hatte sich Coutinhos Berater bei SPORT1 zu der möglichen Zukunft seines aktuell verletzten Schützlings geäußert. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, erklärte Kia Joorabchian "Das Wichtigste für ihn ist jetzt, sich auf eine schnelle Genesung zu konzentrieren, um seinem Team so schnell wie möglich wieder auf dem Platz helfen zu können. Danach werden wir sehen, wie sich die Dinge entwickeln."

Coutinhos Zukunft hängt von allerhand Faktoren ab. Ein wesentlicher ist das Geld. Wohin es den Brasilianer verschlagen wird, ist unsicher. Sicher ist nur eins: Für die Katalanen wird der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte im Falle eines Wechsels ein Verlustgeschäft.     

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