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Mario Götzes Wechsel zu PSV Eindhoven offenbart seinen Realitätssinn. Unter dem Coach Roger Schmidt wird er die Zuneigung erfahren, die ihm in Dortmund verwehrt blieb.

Man kann Mario Götze zu seinem Entschluss nur gratulieren. Der Wechsel zur PSV Eindhoven verrät ein Höchstmaß an Einsicht, dass das Warten auf einen noch größeren Klub des internationalen Fußballs nicht sinnvoll gewesen wäre. Zum absoluten Top-Niveau reicht's bei ihm nicht mehr.

Seine beste Zeit ist einfach vorbei. Mit 28 Jahren darf der Weltmeister von 2014 froh darüber sein, zumindest im Dunstkreis der europäischen Elite einen bestens aufgestellten Arbeitgeber gefunden zu haben. Die Champions League wird er nicht gewinnen. Aber darum kann es ihm nicht gehen.

PSV Eindhoven wird von Roger Schmidt trainiert, einem deutschen Trainer, der hierzulande etwas in Vergessenheit geraten ist und deshalb unterschätzt wird. Was er zu leisten imstande ist, hat er bei seinem China-Abenteuer gezeigt - er formte aus dem Nichts eine Spitzenmannschaft in Peking.

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Götzes Wahl offenbart Realitätssinn

Gleiches hat Roger Schmidt in Eindhoven vor. Der Traditionsklub stand zuletzt im Schatten von Ajax Amsterdam, was einerseits die Rivalität zur Hauptstadt erhöht, andererseits die Erwartungshaltung fördert. Schmidt wird genau wissen, was ihm die Spitzenpersonalie Götze bringen muss.

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Mario Götze ist sein Königstransfer, und so wird er seinen Star behandeln. Es ist ja kein Geheimnis, dass der einstige Publikumsliebling unter dem Liebesentzug bei Borussia Dortmund gelitten hat; bei Lucien Favre bekam er selten eine echte Chance, um das alte Level spielerisch zu erreichen.

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Wenn Götze also tatsächlich Ambitionen auf die Rückkehr in den großen Fußball hegt, ist er bei PSV Eindhoven an der richtigen Adresse. Die Wahl offenbart, siehe oben, einen ausgeprägten Realitätssinn. In London, Paris oder Mailand hätte ihm die Ersatzbank gedroht. Bei PSV ist er gesetzt.

Es ist für keinen Weltstar eine Schande, in der Karriere einen Zwischenstopp einzulegen, womöglich das Karriere-Ende einzuleiten. Das haben schon Karl-Heinz Rummenigge in Genf oder Lothar Matthäus in New York so gemacht. Man muss nur den richtigen Zeitpunkt finden. Das hat Mario Götze offenbar.

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