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Mainova IRONMAN European Championship: Patrick Lange (l.) und Jan Frodeno werden auch bei der Ironman-EM in Frankfurt zu erbitterten Kontrahenten
Mainova IRONMAN European Championship: Patrick Lange (l.) und Jan Frodeno werden auch bei der Ironman-EM in Frankfurt zu erbitterten Kontrahenten © Getty Images
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München - In Frankfurt steigt am Sonntag die Ironman-EM. Faris Al-Sultan erwartet einen harten Kampf zwischen den Favoriten Jan Frodeno, Patrick Lange und Sebastian Kienle.

Temperaturen von knapp 40 Grad, ein Dreikampf um die Ironman-Krone und Partystimmung am Mainufer: Ein Hauch von Hawaii weht am Sonntag durch Frankfurt, wenn sich die Superstars der Szene ihre ultimative EM-Schlacht liefern.

Frodeno gegen Lange gegen Kienle - mehr geht nicht!

"Es ist egal, wie viele Siege man eingefahren hat. Der nächste Sieg ist immer der schönste. Daran will ich unbedingt arbeiten", sagte Vorjahressieger und Ex-Weltmeister Jan Frodeno: "Ich bin noch hungrig."

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Al-Sultan: "Da ist Feuer drin"

Dem 37-Jährigen wird sich beim Streben nach der Titelverteidigung die Creme de la Creme in den Weg stellen: Der aktuelle Weltmeister und gebürtige Nordhesse Patrick Lange sowie der ehemalige WM-Champion und Frankfurt-Experte Sebastian Kienle.

Zum ersten Mal überhaupt nimmt das Trio bei der EM gemeinsam die schier endlose Tortur in Angriff, die um 6.30 Uhr mit 3,84 km Schwimmen im Langener Waldsee beginnt, über 180 km auf dem Rad fortgesetzt und nach 42,195 km Laufen entlang des Mains auf dem vollgepackten Römerberg beendet wird.

Eine Prognose? Unmöglich - weil die drei turmhohen Favoriten unter den Startern aus 81 Nationen alle unterschiedliche Stärken besitzen. Aber eines ist sicher, sagt Langes Trainer Faris Al-Sultan im Gespräch mit SPORT1: "Da ist Feuer drin. Wenn kein Feuer oder keine Leidenschaft mehr drin ist, wie sollen diese Leute dann diese abartigen Leistungen bringen? Wie soll man an die absolute Leistungsgrenze kommen, wenn man nicht schwerstmotiviert ist?"

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Lange will in Heimat gewinnen

Frodeno ist zweifellos der beste Schwimmer, Kienle der beste Radfahrer und Lange der beste Läufer. Anders als Frodeno, der in der Bankenmetropole bisher zweimal (2018, 2015) triumphiert hat und den Streckenrekord hält, sowie dem dreimaligen Sieger Kienle (2017, 2016, 2014), ist Lange bei seinem Heimspiel noch kein Erfolg gelungen.

Woran es bislang scheiterte? "Es war einfach immer irgendetwas. Letztes Jahr hat er es mit der Ernährung ein wenig verhauen und man darf nicht vergessen, dass er damals gegen Jan Frodeno verloren hat. Der ist ja nicht der schlechteste aller Triathleten", erklärt Al-Sultan bei SPORT1.

Dieses Jahr sehe es eigentlich ganz gut aus, so der 41-Jährige, der 2011 selbst die EM in Frankfurt gewann. "Das Training war solide, aber auch immer mit Problemchen. Aber es gibt keinen Top-Triathleten, der eine ganze Saison über völlig problemfrei durchziehen kann. Wenn man sich am Limit bewegt, ist immer irgendetwas." 

Ironman - European Championship 2009
Ironman - European Championship 2009 © Getty Images

Für Lange hat das Rennen einen enorm hohen Stellenwert. "Ich will unbedingt in der Heimat gewinnen. Das treibt mich unfassbar an - und es geht um die deutsche Ehre", sagte der 32-Jährige, der im Vorjahr seinen Hawaii-Titel mit einem Streckenrekord verteidigt und als erster Mensch die Acht-Stunden-Marke geknackt hatte.

Lange: "Gesunde Konkurrenz treibt uns an"

Auf das Rennen am 12. Oktober in Kailua-Kona haben alle ihren Fokus gerichtet - in Frankfurt wollen die Rivalen schon einmal die Form der Gegner testen. "Wir sind keine verfeindeten Kontrahenten, die dem Gegner Holzklötze in den Weger werfen", äußerte Lange: "Aber wir haben eine gesunde Konkurrenz, die uns antreibt."

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Interessant wird dabei sein, in welcher Verfassung Kienle antritt. Der 34-Jährige war bei der WM vorzeitig wegen einer Achillessehnen-Verletzung ausgestiegen. "Am Anfang des Jahres hätte ich auch noch gesagt: 'Der ist reif für die Rente, der sitzt bald neben mir im Schaukelstuhl'", verrät Al-Sultan. Kienle habe sich dann aber wieder gut gefangen, seine Achillessehnen-Probleme überwunden und "gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist."

Hohe Temperaturen in Frankfurt

Auf bis zu 38 Grad soll das Quecksilber am Renntag klettern. Direkt am Main, wo die Athleten immer wieder durch ein enges Spalier rennen müssen, dürften es noch ein paar Grad wärmer sein. Das Wetter kann verheerende Folgen haben. 2015 war ein Brite bei ganz ähnlichen Temperaturen den Folgen der extremen Anstrengungen erlegen.

Doch für Frodeno, Lange und Kienle ist die Hitze kein Problem - da ist sich Al-Sultan sicher: "Sie haben alle auf Hawaii bewiesen, dass sie mit der Hitze umgehen können und sie sind alle fit. Es gibt da keinen, der bei Hitze irgendwelche Schwächen hätte."

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