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NCAA Women's Final Four - Semifinals Satou Sabally gilt als großes Talent und mischt den College Basketball ordentlich auf
NCAA Women's Final Four - Semifinals Satou Sabally gilt als großes Talent und mischt den College Basketball ordentlich auf © Getty Images
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München - Satou Sabally von den Oregon Ducks zählt zu den absoluten Toptalenten im Basketball. Ihr Ziel ist die Profiliga WNBA. Bei den European Games spielt sie für den DBB.

In Deutschland läuft sie noch unter dem Radar, aber in den USA gehört Satou Sabally schon zu den größten Namen des College Basketballs.

"Ich denke, wir sehen den Aufstieg eines großen Stars. In jedem Spiel macht sie irgendwas anderes. Für mich ist sie eine dieser "Wow"-Spielerinnen, weil sie einfach in jedem Moment ein Spektakel bieten kann", sagte Kelly Graves, Trainer bei den Oregon Ducks, über die gebürtige Berlinerin.

Auch dem deutschen Publikum sollte sie in den nächsten Tagen endgültig ein Begriff werden. Denn für das deutsche Nationalteam tritt sie bei den European Games (European Games, 21. bis 30. Juni LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream) an - im attraktiven 3-gegen-3-Format.

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Zwar hat Sabally dort vergleichsweise wenig Erfahrung, doch wir "vertrauen auf unser individuelles Können", sagte Disziplinchef Matthias Weber, der mit Sonja Greinacher (Arka Gdynia/Polen), Svenja Brunckhorst (TSV 1880 Wasserburg) und Ama Degbeon (AZS UMCS Lublin/Polen) auf weitere Nationalspielerinnen setzt.

Individuelles Können hat Sabally zur Genüge. Bei March Madness, dem Finalturnier der besten Collegeteams um die nationale Meisterschaft, war sie zuletzt eine der Hauptattraktionen. Egal, ob unter dem Korb oder im Spielaufbau, ihre Vielseitigkeit verzückte die Menge. Auch Graves kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: "Sie bringt uns hunderte neue Zuschauer, weil es einfach so schön ist, ihr zuzuschauen."

Dramatisches Aus im Halbfinale

Umso dramatischer war es, dass Sabally ausgerechnet im Halbfinale des Final Four früh mit Foul-Problemen auf die Bank musste. Lediglich 22 Minuten verbrachte sie gegen Baylor auf dem Parkett und konnte so die 67:72-Niederlage nicht abwenden.

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Davor hatte sie nur in neun Saisonspielen vier Fouls begangen. "Ich wusste vorher, es kommt auf jeden Spielzug an. Am wichtigsten ist es, keine dummen Fouls zu begehen. Keine Ahnung, ich hätte für mein Team da sein müssen. Das wird mir eine Weile nachhängen und lange schmerzen", beschrieb sie ihre Gefühlswelt nach dem Aus, aus dem sie ihre Lehren ziehen wird.

Sabally hebt Team auf anderes Level

Doch Sabally hatte großen Anteil daran, dass die Ducks überhaupt so weit kamen. Mit ihrem 21 bzw. 19 Punkten hatte sie maßgeblichen Anteil an den Siegen gegen Portland State und Indiana. Zudem war ihre Karrierebestleistung von 16 Rebounds gegen Indiana beeindruckend.

"Wenn Satou so spielt, werden wir eine andere Mannschaft. Wir erleben gerade, wie sie vor unseren Augen zu einer der besten Spielerinnen des Landes heranreift", lobte Graves nach dem Halbfinaleinzug.

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Schwerer Start in den USA

Doch nach einem kometenhaften Aufstieg sah es nicht immer aus. Bereits mit 15 Jahren war sie Stammspielerin bei TuS Lichterfeld in der zweiten Liga und prägte auch nach ihrem Wechsel zu den USC Eisvögeln die Bundesliga. Prospect Nation stufte sie direkt als größtes internationales Talent ein.

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Aber in den USA hatte sie dann Startprobleme. In ihrem ersten Spiel unterliefen ihr in den ersten fünf Minuten gleich drei Schrittfehler. Von den gegnerischen Fans wurde sie deswegen ausgebuht und verhöhnt. "Das hat sich nicht schön angefühlt. In solchen Situationen habe ich anfangs schon an mir gezweifelt", gesteht sie ihre Startschwierigkeiten ein.

Gegnerische Fans respektieren sie

Doch die sind mittlerweile Geschichte. Mit ihren Leistungen hat sie sich längst auch den Respekt der gegnerischen Fans erarbeitet. Dazu hat sie mit ihrer Schwester nun auch einen Teil ihrer Familie in den USA. Oregon hat Nyara Sabally ebenfalls ein Sport-Stipendium gegeben. "Ich hätte das alles nicht geschafft, wenn sie nicht dagewesen wäre. Sie war eine große Unterstützung", sagt Sabally.

Wenn es so weitergeht, verzaubert sie bald auch die WNBA - oder zumindest eine der europäischen Topligen. Zunächst einmal will Sabally bei den European Games für Furore sorgen. Am 21. Juni geht es gegen Rumänien los. "Alle Mädels sind bis in die Haarspitzen motiviert und wissen um ihre Stärken", ist sich Weber sicher.

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