KICKOFF: Das GFL-Football-Magazin, Folge 10
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München - Andrew Elffers und Marco Ehrenfried sprechen im SPORT1-Interview über den am Samstag stattfindenden German Bowl, den Traum von der NFL und Zukunftspläne.

Am Samstag kommt es in Berlin zum German Bowl um die Deutsche Meisterschaft im Football (German Bowl: Schwäbisch Hall - Frankfurt Sa. ab 17.55 Uhr LIVE im Free-TV auf SPORT1).

Dabei trifft Titelverteidiger Schwäbisch Hall Unicorns auf Samsung Frankfurt Universe. Während die Unicorns bereits zum siebten Mal im Finale stehen, davon zuletzt fünfmal in Serie, betreten die Hessen absolutes Neuland.

Vor dem großen Showdown im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark hat sich SPORT1 mit den beiden Quarterbacks Andrew Elffers (Frankfurt) und Marco Ehrenfried (Schwäbisch Hall) unterhalten. Während Elffers an einem US-College Stamm-Quarterback war, avancierte Ehrenfried zu einem der besten deutschen Spielmacher. Beide sprechen über das anstehende Finale, die Qualität der GFL und den Unterschied zur NFL.

SPORT1: Herr Elffers, kannten Sie die GFL vor ihrem Wechsel zu Frankfurt Universe?

Andrew Elffers: Ich hatte davon gehört. Zunächst hatte ich die Möglichkeiten in der NFL ausgelotet. Es gab Gespräche mit den New England Patriots, den Green Bay Packers, den New York Jets und den Atlanta Falcons. Ich kannte aber bereits einige Spieler, die schon in Deutschland gespielt haben. Chad Jeffries, der Quarterback, mit dem ich im College gespielt habe, war letzte Saison bei den Marburg Mercanieres. Nachdem ich gehört habe, dass er eine tolle Zeit in Deutschland, in der GFL hatte, trat ich mit Teams in Kontakt. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Mein Dank gilt Brian Caler (Head Coach), Thomas Kösling (Defensive Coordinator) und Michael Schwarzer (Geschäftsführer). Es war einfach eine tolle Zeit, ich habe viele tolle Spieler kennengelernt und ich bewundere diesen Klub.

SPORT1: Gleich in ihrem ersten Jahr in Deutschland haben Sie den German Bowl erreicht. Sind Sie zufrieden mit ihrer bisherigen Saison mit Frankfurt?

Elffers: Ja. Ich finde, unsere harte Arbeit zahlt sich aus. Jetzt können wir das Ganze mit dem Gewinn des German Bowl krönen.

SPORT1: Herr Ehrenfried, im vergangenen Jahr feierten 2000 Fans in Schwäbisch Hall die Meisterschaft der Unicorns. Können Sie Hoffnung machen, dass Sie auch in diesem Jahr feiern können?

Marco Ehrenfried: Ja, natürlich. Wir sind überzeugt, dass wir die Meisterschaft wiederholen werden. Wir haben uns gut vorbereitet und sind auch selbstbewusst genug zu sagen, dass wir der Favorit sind. Wir haben schon viel Erfahrung in diesen Spielen. Wir konnten Frankfurt bislang immer schlagen, auch wenn's mal nicht so gut lief.

SPORT1: Erfahrung, die Frankfurt fehlt. Was wird der Schlüssel sein, dass die Universe dennoch eine Chance haben?

Elffers: Der Schlüssel wird sein, unser Spiel als Einheit zu bestreiten. Ich finde, man macht die besten Spiele wenn man zusammenhält, sich aufmuntert und füreinander spielt. Und wer der Favorit im Finale ist, wird sich im Spiel entscheiden.

Vergleich mit Manning und Brady

SPORT1: Das klingt nach einer kleinen Kampfansage. Herr Ehrenfried, wo sehen Sie die Stärken der Frankfurter?

Ehrenfried: Frankfurt kommt zunächst mal über eine sehr gute Defense, so wie wir auch. Die Defense kann jede Offense bei ganz wenig Punkten halten. Deswegen sind es meistens auch sehr enge Spiele gegen die Frankfurter. Da entscheiden Kleinigkeiten oder Nuancen in den Special Teams. Es gilt, die kleinen Lücken zu finden und dann zu nutzen.

SPORT1: Und ihre eigenen Stärken. Wie würden Sie ihr Quarterback-Spiel beschreiben?

Ehrenfried: Ich bin ein klassischer Pocket Passer - wie Peyton Manning oder Tom Brady. Ich kann die Verteidigung des Gegners ganz gut lesen und damit Lücken für unsere Offense erkennen.

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SPORT1: Beides Spieler, die die NFL über Jahre hinweg geprägt haben. Ist es nicht der Traum eines jeden Football-Spielers eines Tages dort auf dem Feld zu stehen?

Elffers: Ja. Meine Frau und ich genießen es aber auch, dass ich die Chance habe, im Ausland zu spielen. Es gibt so viel von anderen Ländern und Kulturen zu lernen. Wir werden sehen, wohin es uns verschlägt.

Ehrenfried: Ich hatte mir mal überlegt, ans College zu gehen, und habe da auch was versucht. Ich wurde aber relativ schnell ernüchtert, weil ich gemerkt habe, dass die auf der Position des Quarterbacks keinen Bedarf haben. Der Amerika-Traum war damit relativ schnell beendet.

Größter Unterschied zwischen GFL und NFL

SPORT1: Wo sehen Sie den größten Unterschied zwischen GFL und NFL?

Elffers: Der größte Unterschied besteht in der Anzahl an Trainingseinheiten pro Woche. In den USA wird von Montag bis Freitag trainiert. Hier habe ich zwei komplette Trainings und eine Lauf- und Tempoeinheit. Mit der Anzahl an Einheiten ist es nicht möglich, besonders viel an den Fähigkeiten zu arbeiten und eher an der Teamchemie zu basteln. Dennoch gibt es auch hier unglaubliche Athleten, die den Sport gut kennen.

Ehrenfried: Vor allem in der Athletik. Die sind Vollprofis und trainieren jeden Tag, haben die besten Voraussetzungen und eine Rundum-Versorgung. Von der Athletik, der Schnelligkeit und der Kraft sind sie allen Sportlern in der GFL überlegen. Hier machen die meisten noch einen Job nebenbei und haben gar nicht die Zeit, so akribisch zu arbeiten.

SPORT1: Wie geht es für Sie beide nach dem Finale weiter?

Elffers: Momentan bin ich noch nicht sicher. Ich bin gespannt, welche Möglichkeiten sich ergeben werden.

Ehrenfried: Ich bin noch in der ersten Phase meines Lehramt-Referendariats. Es stehen noch keine Lehrproben oder ähnliches an. Wenn dann mal die harte Zeit kommt, muss man natürlich auch ein wenig kürzer treten mit dem Football. Aber solange es mir Spaß macht, spricht nicht nichts dagegen, auch mit dem Football weiterzumachen.

SPORT1: Was erwarten Sie von Der LIVE-Übertragung auf SPORT1?

Ehrenfried: Es würde mich freuen, wenn so viele Menschen wie möglich zuschauen. Gerade diejenigen, die sonst nur die NFL schauen. Sie sollen sagen: 'Hey, es gibt ja auch in Deutschland Football. Das sieht jetzt nicht so aus, als ob 20 Leute auf einem Kuhfeld herumlaufen. Da steckt ja auch was dahinter, vielleicht gehe ich dann auch mal ins Stadion'. Das wäre schon super, wenn einfach mehr Fans kommen.

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