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München - Dirk Nowitzki und Dwyane Wade treffen zum letzten Mal aufeinander. Damit endet eine besondere Rivalität, die auch von unschönen Tönen geprägt war.

Im Juni 2006 entriss Dwyane Wade Dirk Nowitzki und den Dallas Mavericks die sicher geglaubte Meister-Trophäe.

Fünf Jahre später revanchierte sich Nowitzki im Final-Duell mit dem Superteam aus Miami und erfüllte sich seinen Traum.

In der Nacht auf Freitag, am 28. März 2019, endete eine der wenigen echten Rivalitäten, die der deutsche - eigentlich allseits beliebte - Star in seiner Karriere hatte. Nowitzki hat zwar über seine Zukunft noch nicht endgültig entschieden, Wade aber hängt seine Sneaker nach dieser Saison an den Nagel.

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Das bessere Ende hatte übrigens Wade für sich. Während Nowitzki in der Schlussphase einen von Wade verteidigten Dreier vergab, entschied dieser mit einem Steal und einem Korbleger die Partie zu Gunsten der um die Playoffs kämpfenden Heat. Im 35. Duell der beiden war es der 18. Sieg für Wade. Bei Playoff-Siegen, Finalserien und Finals-MVPs steht es unentschieden.

Nowitzki und Mavs mit "epischem Kollaps"

Den Anfang nahm die Rivalität vor fast 13 Jahren. Im NBA-Finale 2006 schien Dirk Nowitzki mit 28 auf dem vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens. Mit den Mavs hatte er eine hervorragende Saison hinter sich, die im Final-Einzug mündete.

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Dort warteten die Miami Heat um Dwyane Wade und Shaquille O'Neal. Dallas gewann die ersten zwei Partien und lag in Spiel drei mit zwölf Punkten in Front.

Was folgte, war ein "epischer Kollaps" (O-Ton Nowitzki) - und die Sternstunde des damals 24 Jahre alten Dwyane Wade.

Wade und Schiedsrichter entnerven Dallas

Miami drehte die dritte Partie, auch, weil Nowitzki von der Freiwurflinie patzte, und gewann das Finale am Ende mit 4:2.

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Wade legte im Schnitt 34,7 Punkte auf und erhielt in sechs Partien 97 Freiwürfe. Allein in Spiel fünf ging er 25 Mal an die Linie und damit genauso oft wie das gesamte Mavs-Team.

Ein Fakt, der bis heute nicht nur bei Mark Cuban für Kopfschütteln sorgt.

Wade kritisiert Nowitzki

"Ich glaube nicht, dass jemand bezweifeln wird, dass man es (die Meisterschaft, Anm. d. Red.) uns genommen hat", sagte der Mavs-Owner bei Bleacher Report noch 2019: "Mit anderen Schiedsrichtern wäre es anderes ausgegangen"

Wade wiederum sah die Verantwortung bei Nowitzki. Dieser sei "nicht der Leader gewesen, der er in den entscheidenden Momenten hätte sein müssen", sagte Wade Monate später.

Das Verhältnis zwischen beiden wurde frostig, wie Nowitzki in mehreren US-Medien betonte. Das wurde 2011 nicht zwingend besser.

Wade verspottet Nowitzki

Überraschend spielte sich Dallas, angeführt von Nowitzki, ins NBA-Finale vor. Dort wartete das neu gebildete Superteam aus Florida mit Wade, LeBron James und Chris Bosh.

Doch die Texaner boten dem Favoriten die Stirn. In Spiel vier führte ein fiebriger Nowitzki sein Team zum 2:2-Ausgleich in der Serie.

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Vor der fünften Partie nahmen Wade und James Nowitzkis Krankheit zum Anlass, sich über ihn lustig zu machen, indem sie seinen Husten imitierten. "Das war ein bisschen kindisch", sagte Nowitzki damals.

Nowitzki revanchiert sich an Wade

Der deutsche Superstar gab die bessere Antwort auf dem Feld und erfüllte sich seinen Meistertraum – ausgerechnet gegen Wade und Miami.

"Man entwickelt einen gewissen Hass auf den Gegner, gegen den du spielst", zitierte die Dallas News Nowitzki am Donnerstag: "Aber ich denke, das hat sich vor langer Zeit gelegt. Der Respekt überwiegt alles."

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Das wurde auch in der aktuellen Saison deutlich.

Verhältnis verbessert

Beide wurden als besondere Ehre als zusätzliche Spieler für das All-Star Game nominiert. Im vorletzten Duell zwischen Miami und Dallas tauschten beide ihre Trikots.

"Das war ein schöner Moment", meinte Nowitzki: "Bei allem, was wir durchgemacht haben, wie unser Verhältnis war. Es gab Höhen und Tiefen."

Zwar verweist Nowitzki, angesprochen auf seine größten Rivalen, eher auf legendäre Duelle mit den San Antonio Spurs und den Phoenix Suns in den Playoffs der Western Conference.

Doch Wade war sein Gegenüber, wenn auch nicht Gegenspieler, im bittersten als auch im besten Moment der Karriere.

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