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Dwight Howard wehrt sich gegen schwere Vorwürfe
Dwight Howard wehrt sich gegen schwere Vorwürfe © Getty Images
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München - NBA-Star Dwight Howard ist sportlich abgestürzt und stand im Zentrum schwerer Vorwürfe. Nun flüchtet der Center der Memphis Grizzlies nach vorn.

Elfeinhalb Jahre ist es inzwischen her, dass Dwight Howard zum Superman der NBA avancierte.

Beim NBA-All-Star-Game 2008 flog der damals 22-Jährige förmlich zum Sieg beim Dunk-Contest. In Superman-Kostüm sprang er kurz hinter der Freiwurflinie ab, fing den Ball in der Luft und versenkte ihn mit einem krachenden Dunking im Korb.

Seine Monster-Einlage in der New Orleans Arena war dabei auch so etwas wie sein endgültiger Durchbruch in der NBA. Zwar überzeugte er bereits im Jahr zuvor, als er seine Orlando Magic erstmals seit vier Jahren wieder in die Playoffs führte und für das All-Star-Game nominiert wurde, doch erst sein Superman-Sprung machte ihn zum Superstar.

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All das ist inzwischen lange her, der mittlerweile 33-Jährige weiß auf dem Parkett nur noch selten so zu überzeugen wie zu seiner Glanzzeit und auch außerhalb des Spielfelds sorgt er immer wieder - wenn auch oftmals unfreiwillig - für Schlagzeilen.

Dwight Howard weist schwere Vorwürfe zurück

Erst in dieser Woche erregte er in den USA mit einem zweiteiligen TV-Interview in der US-Sendung "Fair Game" auf Fox Sports 1 Aufsehen, indem er sich gegen Gerüchte und Anschuldigungen über sein Leben außerhalb des Courts zur Wehr setzte.

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Der Center der Memphis Grizzlies dementierte im Gespräch mit Moderatorin Kristin Leahy zum wiederholten Mal Gerüchte über seine Sexualität, die in der Öffentlichkeit lanciert worden waren. Erst Ende letzten Jahres behauptete Masin Elije, eine transsexuelle Autorin, eine romantische Beziehung mit Howard geführt zu haben. Was an sich Privatsache wäre - allerdings beschuldigte sie Howard auch, sie "sexuell belästigt, bedroht und manipuliert" zu haben.

Zudem soll sie der NBA-Star dazu aufgefordert haben, eine Geheimhaltungserklärung zu unterzeichnen, um so die angebliche Affäre nicht öffentlich werden zu lassen. Um ihren Anschuldigungen Glaubwürdigkeit zu verleihen, veröffentlichte sie auf ihrem Twitter-Account einige Nachrichten, die sie mit Howard ausgetauscht hatte. 

"Ich sah puren Hass" 

Howard allerdings behauptet weiterhin, Elije nicht einmal zu kennen. "Warum erfindet eine Person, die ich nie getroffen habe, mit der ich nie Kontakt hatte, diese ganze Geschichte über mich?", hielt er in dem Interview fest.

"Ich bin nicht schwul", sagte er und ergänzte: "Viele Menschen sind es, und sie müssen sich verstecken. Und es gibt Menschen, die mentale Probleme haben und sie müssen sich verstecken, sie müssen jeden Tag eine Maske aufsetzen. Ich möchte keine Maske tragen."

Howard erklärte, schwer unter dem Wirbel gelitten zu haben: "Ich hatte zuerst den Wunsch, dass ich nie mehr mein Haus verlassen wollte. Ich sah all den Hass, den puren Hass, von Menschen, die ich nie getroffen habe. Überall, wo ich hingekommen bin." Mittlerweile allerdings fühle er sich "befreit", nach eigener Darstellung hat er inzwischen gelernt, mit der öffentlichen Kritik an seiner Person umzugehen. 

Howard war schon in der Vergangenheit oft in den Boulevard-Schlagzeilen, unter anderem auch wegen eines bitteren Rosenkriegs mit der früheren Magic-Tänzerin Royce Reed, der Mutter von Howards Sohn Braylon.

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Odyssee nach Zeit bei Orlando Magic

Auf dem Basketball-Court hat Howard in den vergangenen Jahren eine deutliche Abwärts-Entwicklung hinter sich.

Nach acht Jahren bei den Orlando Magic wechselte er 2012 zu den Los Angeles Lakers und Kobe Bryant. Es war der Anfang einer inzwischen siebenjährigen Odyssee, während der er das Trikot von fünf unterschiedlichen Teams trug.

Über die Lakers ging es nach nur einem Jahr weiter zu den Houston Rockets, wo er immerhin drei Jahre blieb. Anschließend versuchte Howard sein Glück bei den Atlanta Hawks, den Charlotte Hornets und den Washington Wizards. In der neuen Saison steht er bei den Memphis Grizzlies unter Vertrag - es ist Team sechs seit 2012.

Kritik von Bryant nach Abgang bei Lakers 

Aus seiner Zeit bei den Lakers ist dem achtmaligen Allstar vor allem eine Situation in Erinnerung geblieben. Nachdem er nach dem frühen Playoff-Aus gegen die San Antonio Spurs seinerzeit zu den Rockets getradet wurde, verpasste ihm Superstar Bryant noch einen Seitenhieb.

Dwight Howard (r.) und Kobe Bryant spielten gemeinsam bei den Los Angeles Lakers
Dwight Howard (r.) und Kobe Bryant spielten gemeinsam bei den Los Angeles Lakers © Getty Images

Damals hatte ihn Kobe als "weich" bezeichnet, wofür ihn Howard nach eigener Aussage "gehasst" habe. Rückblickend betrachtet hat er die Anmerkung aber wohl falsch verstanden.

"Ich glaube, er hat eher über meine Mentalität gesprochen. Nicht meine Figur, wie ich auf dem Platz bin." Daher sei er Bryant inzwischen sogar dankbar. "Jeder erreicht zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Reifegrade. Ich denke, zu dieser Zeit war ich auf der Ebene, auf der ich war, unwissend."

Bei Kristin Leahy schickte er daher einen Dank in Richtung seines Ex-Mitspielers. "Danke, dass du gesagt hast, ich bin weich. Ich wusste nicht, was du meinst. Bis jetzt", sagte er.

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Howard blickt auf ungewisse NBA-Zukunft

Vielleicht hilft ihm genau diese Erkenntnis, bei den Grizzlies an die Leistungen vergangener Tage anknüpfen zu können, nachdem er zuletzt bei den Wizards seine schwächsten Zahlen seit dem Karrierebeginn in Orlando im Jahr 2004 auflegte.

Allerdings scheint er auch in Memphis keine Zukunft zu haben. Nach Berichten von ESPN und The Athletic will die Franchise Howard schnellstmöglich wieder los werden. Die nachlassenden Leistungen und der viele Trubel um seine Person haben dem einstigen Superstar schwer zugesetzt.

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