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München - Die Dallas Mavericks gewinnen das erste Spiel der Nach-Nowitzki-Ära. Der überragende Luka Doncic lässt sich nicht provozieren und besteht seine Reifeprüfung.

Bradley Beal versuchte alles, um Luka Doncic den Spaß zu nehmen. Der Superstar der Washington Wizards nahm das Duell der Shooting Guards persönlich.

Er ging physisch mit dem Slowenen um, schlug ihm den Ball aus der Hand, als eine Aktion bereits abgepfiffen war, versuchte, ihn zu provozieren.

Zwar hielt Beal den neuen Hoffnungsträger der Dallas Mavericks im Schlussviertel bei nur zwei Punkten und hängte ihm ein technisches Foul an.

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Beals Provokationen verpuffen

Doch der frustrierte Beal flog in der gleichen Aktion selbst mit zwei Ts vom Feld - und Doncic dominierte die erste Mavs-Partie ohne Dirk Nowitzki im Kader seit dem 17. April 1998, der nur noch als Logo auf dem Court präsent ist, ansonsten mit insgesamt 34 Punkten und neun Rebounds nach Belieben. 

"Er hat uns in den Hintern getreten", sagte Beal, der sich einige Scharmützel mit Doncic geliefert hatte, nach dem 108:100-Sieg der Mavs.

Von Abneigung war aber nichts zu spüren, im Gegenteil.

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Noch auf dem Feld tauschten die Anführer Nettigkeiten aus, auch anschließend war der Respekt zu spüren. "Das war großartig. Darum geht es im Basketball", sagte Doncic: "Auf dem Feld hast du keine Freunde."

Beal sagte: "Wir haben nicht gekämpft. Es war nur Basketball, ich habe versucht, ihn zu frustrieren."

Doncic schreibt Geschichte

Energische Drives, Stepback-Jumper, tiefe Dreier - Doncic zeigte sein komplettes Arsenal. Nachdem er im dritten Viertel einen akrobatischen Layup verwandelt hatte, klatschte er auf dem Weg zurück in die Defense mit den Fans am Spielfeldrand ab.

Und als Kristaps Porzingis mit einem Alley Oop endgültig für die Entscheidung sorgte, schrie Doncic seine Freude heraus.

Noch nie hat ein Spieler unter 21 in einem Saisoneröffnungsspiel so viele Zähler markiert. Am Ende durfte sich der 20-Jährige über MVP-Rufe der Fans freuen.

Doncic an physische Spielweise gewohnt 

Für Doncic war es eine Reifeprüfung, ein nächster Schritt auf dem Weg zum Superstar. In der Preseason hatte er bei kleineren Provokationen etwas überreagiert, im Duell mit Beal behielt er weitestgehend einen kühlen Kopf.

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"Er ist sehr reif für sein Alter", meinte der Wizards-Star und ergänzte schmunzelnd: "Er ist Profi, seitdem er 10 ist."

Doncic, der vor seiner NBA-Karriere vier Jahre bei Real Madrid auf höchstem Level spielte und dort mit 18 Jahren EuroLeague-Champion und -MVP war, ist es gewohnt, von älteren, erfahrenen Spielern hart angegangen zu werden.

Nowitzkis Erbe will Ära prägen

Der Rookie of the Year ist mühelos in die Rolle als neuer Franchise Player der Mavericks reingewachsen, nachdem er bereits in der Vorsaison das Zepter übernommen hatte. Druck scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Schließlich war er 2017 mit Slowenien bereits Europameister.

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Dass er mit Porzingis (23 Punkte) einen legitimen Co-Star an seiner Seite hat, vereinfacht die Sache. Das Duo will und wird Dallas viel Freude bereiten.

"Dirk war 21 Jahre hier. Ich möchte hier bleiben und in Dirks Fußstapfen treten", hatte Doncic vor Saisonstart erklärt.

Den ersten Abdruck hat er bereits hinterlassen. Die Nach-Nowitzki-Ära ist erfolgreich eingeläutet.

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