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München - Am 13. Dezember 1983 liefern sich die Denver Nuggets und die Detroit Pistons das punktereichste Spiel der NBA-Geschichte. Der Rekord bleibt nicht die einzige Bestmarke.

Am 13. Dezember 1983 fand eines der geschichtsträchtigsten NBA-Spiele aller Zeiten statt.

An jenem Dienstag fanden sich gerade einmal 9600 Fans in der über 17.000 Zuschauer fassenden McNichols Sports Arena ein. Diese sollten ihr Kommen zu keiner Sekunde bereuen.

Die Denver Nuggets und die Detroits Pistons lieferten sich nämlich ein Basketballspiel der speziellen Art, ein bis dahin noch nie da gewesenes Offensiv- und Punktespektakel. Dieses endete erst nach der dritten Verlängerung mit dem Ergebnis 186:184 für die Pistons. Es war und ist bis heute das punktereichste NBA-Spiel. 

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Nuggets-Coach Moe verzichtet auf Spielzüge

"Jeder Spieler war in seinem Fluss. Es schien, als könnte niemand einen Wurf verpassen", erinnerte sich einer der Protagonisten des Spiels, der damalige Nugget Alex English. 

Die Voraussetzungen für ein Spiel mit vielen Punkten war durchaus gegeben. Unter Head Coach Doug Moe gehörten die Nuggets mit der Philosophie der "Motion Offense" zu den erfolgreichsten Teams der 80er Jahre. Spielzüge wurden quasi keine gespielt, Moes taktische Vorgabe war bestimmt von hohem Angriffs-Basketball, schnellen Pässen und vielen Cuts zum Korb. Sein Team sollte immer schneller auf den Korb werfen, als sich die gegnerische Defense überhaupt formiert hatte.  

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"Es war Basketball in seiner reinsten Form: Frei fließend, mit keinem Druck auf die Spieler", beschrieb English die Spielweise der Nuggets. 

Und auch die Pistons waren in ihrer ersten Saison unter dem späteren Meistertrainer Chuck Daly noch weit entfernt von ihrem späteren Image der "Bad Boys", die vor allem in der Defensive hart spielten. 

Nuggets und Pistons spielen sich in Rausch

"Als du damals in Denver gespielt hast, wusstest du, dass dich ein Scoring-Spiel erwartet. Wir wussten, dass wir auf eine bestimmte Weise mit ihnen mitspielen müssen", sagte Kelly Tripucka, von 1981 bis 1986 bei den Pistons unter Vertrag. 

Und genau das machten die Pistons auch. So entwickelte sich ein Spiel mit dem erwartet hohen Tempo, Wurf um Wurf landete im Korb - die beiden Teams spielten sich in einen Rausch. 

Am Ende des ersten Viertels führte Detroit 38:34, zur Halbzeit stand es 74:74. Nach drei Vierteln lagen die Nuggets mit 113:108 in Front. Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit deutete noch wenig auf eine Verlängerung hin. Bei drei Punkten Rückstand stand Pistons-Center Bill Laimbeer an der Freiwurflinie. Den ersten traf er, sein zweiter Wurf ging an den Ring, wurde dann aber vom damals 22-jährigen Isiah Thomas per Tip-In zum Ausgleich verwertet - Verlängerung. 

In dieser lagen die Pistons zurück, ehe Thomas während eines 7:2-Laufs mit dem einzig getroffenen Dreier der Partie für die Pistons sein Team in die zweite Verlängerung brachte. Zur Erklärung: In der NBA wurde die Dreipunktelinie erst im Oktober 1979 eingeführt. 1983 war das Spiel kaum von Dreipunktewürfen geprägt, ganz anders als zur heutigen Zeit. 

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Zu erschöpft zum Jubeln

Der zweiten Zusatzschicht drückte Tripucka seinen Stempel auf. Alle zwölf Punkte der Pistons gingen auf sein Konto. Für eine Entscheidung reichten sie aber auch nicht aus, es ging in die dritte Verlängerung. 

In dieser versenkte Richard Anderson den ersten Dreier des Spiels für die Nuggets - über das Brett und in der Schlusssekunde. Zum großen Unglück für die Nuggets nur zum 184:186. Über drei Stunden und elf Minuten nach dem ersten Jump Ball war das Spiel beendet. 

Für große Jubelarien waren die Pistons wohl zu erschöpft. Sekunden nach Ende des Spiels war das komplette Team bereits in der Umkleidekabine verschwunden. 

Vier Spieler mit mehr als 40 Punkten

"Die Jungs der Nuggets haben mir leid getan. Es war ein großartiges Spiel. Und nachdem wir in der Umkleidekabine realisiert hatten, dass wir gewonnen haben, fühlte sich eine Dusche nie besser an", sagte Tripucka. 

Der Rekord des punktereichsten Spiels war nicht der einzige Bestwert, der an diesem Abend erzielt wurde. 

So trafen beide Teams zusammen 142 Feldwürfe und verteilten 93 Assists. Zudem erzielten mit Thomas (Pistons/47), John Long (Pistons/41), KiKi Vandeweghe (Nuggets/51) und English (Nuggets/47) vier Spieler über 40 Punkte. 

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