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München - NBA-Legende Kobe Bryant ist bei einem Helikopter-Absturz ums Leben gekommen. Acht weitere Menschen sterben - darunter auch Bryants 13-jährige Tochter Gianna.

Ein Helikopter-Absturz hat eine der größten Legenden in der Geschichte der NBA mitten aus dem Leben gerissen.

Der erst 41-jährige Kobe Bryant und seine 13-jährige Tochter Gianna gehören nach offiziellen Angaben zu den Opfern eines Unfalls ohne Überlebende im kalifornischen Ort Calabasas nahe Los Angeles. Die Polizei geht davon aus, dass insgesamt neun Personen an Bord der Unglücksmaschine waren. Bryant war mit seiner Tochter auf dem Weg zu einem Jugend-Basketballspiel, bei dem auch seine Tochter spielen sollte.

Unter dem Opfern war auch John Altobelli, Trainer der Baseball-Mannschaft des Orange Coast Colleges. Das gab die Schule bekannt. Laut CNN sollen bei dem Absturz auch dessen Frau und eine seiner beiden Töchter ums Leben gekommen sein. Die Identifikation durch die Behörden steht noch aus. 

Die sofort verständigten Rettungskräfte konnten nichts mehr ausrichten, der Hubschrauber war unmittelbar nach dem Absturz in Flammen aufgegangen. Bryant hinterlässt seine Ehefrau Vanessa und drei weitere Kinder. Der Helikopter auf dem Weg zur Mamba Sports Academy in Newbury Park, ungefähr 137 Kilometer entfernt vom Abflugort in Santa Ana.

Rettungskräfte an der Unfallstelle nahe der kalifornischen Stadt Calabasas
Rettungskräfte an der Unfallstelle nahe der kalifornischen Stadt Calabasas © Getty Images

War Nebel die Absturzursache?

Der fatale Unfall könnte in Zusammenhang mit dichtem Nebel stehen, der während des Absturzes in der Region herrschte, berichtete TMZ. Ein generelles Flugverbot habe allerdings nicht bestanden. 

Wie unter anderem die Daily Mail berichtet, soll die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 über dem Zoo von Los Angeles erstmals in Schwierigkeiten geraten und wenig später in Calabasas zu Boden gegangen sein. Eine offizielle Unfallursache liegt allerdings noch nicht vor, die zuständige Luftfahrtbehörde ermittelt. 

Das zuständige Polizei-Department wiederum bestätigte, dass ihre Hubschrauber-Staffel zur gleichen Zeit wegen des schlechten Wetters nicht abheben durfte: "Die Wetter-Situation war unterhalb unserer Minimum-Standards für das Fliegen", zitiert die Los Angeles Times Polizeisprecher Josh Rubenstein.

Das Portal Page Six will erfahren haben, dass der Tower des Flughafens in Burbank die Piloten noch fünf Minuten vor dem Crash kontaktierte. Kurz darauf brach das Gespräch komplett ab, ohne Notruf seitens der Piloten. Den Flugaufzeichnungen zufolge war der Hubschrauber um 9:06 Uhr kalifornischer Zeit am John Wayne Airport abgehoben.

Wie ein angeblicher Audio-Mitschnitt beweisen soll, habe man den Piloten mitgeteilt, dass man zu niedrig für eine Radar-Unterstützung fliegen würde. Weitere Augenzeugen vom Unfallort berichteten unterdessen, dass der Helikopter keine hör- oder sichtbaren Beschädigungen gehabt hätte, bevor er zerschellte.

Bryant eine Legende bei den Los Angeles Lakers

Der fünfmalige NBA-Champion und 18-malige All-Star Bryant lief bis 2016 in seiner 20 Jahre langen NBA-Karriere ausschließlich für die Los Angeles Lakers auf und hält dort unter anderem die Franchise-Rekorde für absolvierte Spiele, meiste Punkte, erfolgreiche Dreier und Steals. Seine beiden ehemaligen Trikotnummern 8 und 24 werden nicht mehr vergeben.

Erst am Samstag hatte der aktuelle Lakers-Star LeBron James bei der 91:108-Niederlage in Philadelphia seinen Vorgänger von Platz drei der ewigen NBA-Scorerliste verdrängt - und schon zuvor in den höchsten Tönen von Bryant geschwärmt.

"Er ist ein weiterer derjenigen, zu denen ich aufgeschaut habe, als ich in der Grundschule und High School war", sagte James: "Er hat mir geholfen, bevor er überhaupt von mir wusste, nur durch das, was er in der Lage war, zu erreichen."

Im Gegenzug huldigte Bryant in seinem letzten Tweet überhaupt James für das Erreichte. "Großen Respekt, mein Bruder", schrieb Bryant.

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NBA-Welt trauert um Kobe Bryant

Nachdem am Sonntagmittag US-amerikanischer Zeit erste Meldungen von Bryants Tod durchgesickert waren, kam es zu einer riesigen Welle der Anteilnahme.

"Das sind schreckliche Nachrichten", twitterte US-Präsident Donald Trump, sein Vorgänger Barack Obama schrieb auch im Namen seiner Frau Michelle: "Kobe war eine Legende auf dem Platz und gerade erst am Beginn von etwas, was ein bedeutungsvoller zweiter Akt werden sollte. Auch Gianna zu verlieren, ist für uns als Eltern noch herzzerreißender."

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"Worte können den Schmerz, den ich fühle, nicht beschreiben", teilte NBA-Legende Michael Jordan in einem Statement mit: "Ich habe Kobe geliebt - er war wie ein kleiner Bruder für mich."

Auch Bryants langjähriger Teamkollege und Freund Shaquille O'Neal trauerte: "Es gibt keine Worte, um die Schmerzen auszudrücken, die ich durch den Verlust meiner Nichte Gigi und meines Bruders fühle. Ich liebe euch und werde euch vermissen."

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Vor Beginn des NBA-Spiels zwischen den Denver Nuggets und den Houston Rockets gab es eine Schweigeminute, sowohl Spieler als auch TV-Reporter waren sichtlich den Tränen nahe. Wenig später ließen die San Antonio Spurs und die Toronto Raptors zu Beginn ihres Duells in ihrem ersten Angriff zu Ehren von Bryant jeweils die 24-Sekunden-Uhr ablaufen.

Vor dem Staples Center in Los Angeles, der Heimspielstätte der Lakers, sammelten sich am Sonntagnachmittag spontan zahlreiche Fans, legten Blumen nieder und trauerten gemeinsam um ihr Vorbild.

In Los Angeles versammelten sich zahlreiche Lakers-Fans und trauerten um Kobe Bryant
In Los Angeles versammelten sich zahlreiche Lakers-Fans und trauerten um Kobe Bryant © Imago

Die Spielervereinigung NBPA veröffentlichte ein Statement, in dem es unter anderem hieß: "Worte können nicht ausdrücken, welchen Einfluss er auf unsere Spieler, die NBA und den Basketball-Sport hatte. Dies ist ein monumentaler Verlust für die gesamte Basketball-Community und unsere Herzen sind schlichtweg gebrochen."

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