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München - Hat Dennis Schröder mit den Los Angeles Lakers Erfolg, würde er der deutschen Nationalmannschaft beim Kampf um Olympia fehlen.

Der Wechsel von Dennis Schröder zu den Los Angeles Lakers wird von vielen Seiten gefeiert.

Der deutsche Nationalspieler erhielt nach seiner wohl besten Saison bei den Oklahoma City Thunder, die im zweiten Platz bei der Wahl zum besten sechsten Mann mündete, den verdienten Lohn: Titelchance statt Playoff-Kampf!

Denn an der Seite von LeBron James steigern sich Schröders Chancen auf die erste Meisterschaft erheblich, der Titelverteidiger wird aller Voraussicht nach erneut als Favorit in die Saison gehen.

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Doch Schröders Trade hat auch Verlierer – und zwar den deutschen Basketball. Genauer gesagt: die deutsche Nationalmannschaft.

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Olympia-Turnier überschneidet sich mit Finals

Denn diese möchte sich noch für die Olympischen Spiele, die auf den Sommer 2021 verschoben wurden, qualifizieren.

Vom 22. Juni bis 4. Juli 2021 sollen die Qualifikationsturniere für das olympische Basketballturnier stattfinden, in denen vier Teams an vier Standorten noch Tickets für Tokio ergattern wollen.

Darunter auch das DBB-Team, das allerdings laut FIBA erst am 29. Juni das erste Gruppenspiel hat.

Gleichzeitig sind die NBA-Playoffs aufgrund der erst im Dezember startenden Saison für Ende Mai angesetzt. Während die erste Runde Anfang Juni beendet sein soll, ist der Beginn der Conference Finals erst für den 22. Juni geplant.

Dilemma: Schröders Erfolg schadet Deutschland

Die NBA-Finals wiederum sollen zwischen dem 8. Juli und dem 22. Juli stattfinden.

Heißt: Hat Schröder mit den Lakers den erwarteten Erfolg – das Conference Final ist für das Starensemble allemal drin –, muss Henrik Rödl beim DBB-Team ohne den Anführer auskommen.

Und: Selbst eine mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen selbst, die am 23. Juli beginnen sollen, könnte für Schröder eng werden.

"Zum jetzigen Zeitpunkt hat die NBA entschieden, dass sie keine Pause macht für die Olympia-Qualifikation", sagte Rödl dem SID zuletzt: "Das wäre dann eine schwierige Situation für uns, ohne ihn da antreten zu müssen." Für ihn sei diesbezüglich aber "das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ich warte erstmal ab."

Schröder müsste damit auch seinen größeren Traum (vorerst) aufgeben.

"Es gibt keine größere Trophäe oder größeres Turnier als Olympia. Da würde ich mich schon für Olympia entscheiden", antwortete der Point Guard zuletzt im MagentaSport-Podcast "Abteilung Basketball" auf die Frage, welchen der beiden Titel (NBA-Meisterschaft oder Olympiasieg) er lieber gewinnen würde.

Fehlen auch Theis und Kleber?

Und auch Daniel Theis (Boston Celtics) und Maxi Kleber (Dallas Mavericks) können mit ihren Teams durchaus in den Playoffs für Furore sorgen.

Immerhin: Da Kleber und Schröder mit ihren Teams beide im Westen spielen, kann nur einer von beiden die Endspielserie erreichen.

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Ein tiefer Playoff-Ritt von Isaac Bonga und Moritz Wagner bei den Washington Wizards wäre dagegen eine große Überraschung.

Deutschland entgeht Hammer-Gruppe

Deutschland entging bei der Auslosung für das Qualifikationsturnier den Hammer-Gegnern wie Serbien oder Litauen. Das DBB-Team trifft in der Gruppe in Split zunächst auf Russland und Mexiko und würde sich anschließend mit Tunesien, Kroatien oder Brasilien um den Finalplatz streiten. Nur der Sieger des Turniers qualifiziert sich für Olympia.

Noch ist alles theoretische Zukunftsmusik, doch Fans und Verantwortlichen der deutschen Basketball-Nationalmannschaft könnten im Sommer 2021 in einer Zwickmühle stecken.

Denn wer will einem Spieler schon das Playoff-Aus wünschen?

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