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Nach der unterbrochenen Saison 2020 wird auch die neue Spielzeit stark von Corona beeinflusst. SPORT1 erklärt, wie die NBA mit Saisonstart, Draft und Trades plant.

Auch die neue NBA-Saison wird in Zeiten von Corona eine Herausfoderung.

Erst wenige Wochen ist es her, dass LeBron James seine Los Angeles Lakers zum ersten Titel seit zehn Jahren führte, da steht die nächste Spielzeit schon wieder in den Startlöchern. Die Liga und die Spielergewerkschaft NBPA haben sich auf den 22. Dezember als Saisonauftakt geeinigt.

Damit liegen zwischen dem Ende der vergangenen Saison und der neuen Spielzeit lediglich 71 Tage - noch nie zuvor war die Offseason in einer der großen amerikanischen Sportligen (NBA, MLB, NHL, NFL) so kurz.

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Die kürzeste Offseason der NBA zählte bisher 127 Tage.

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Die kurze Pause sorgt schon jetzt für Diskussionen. Superstar James tat seine Meinung bereits per Instagram kund. Mehr als ein Facepalm-Emoji war ihm diese Mitteilung nicht wert.

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Angesichts der Tatsache, dass die Klubs im europäischen Fußball ebenfalls wegen der fehlenden Regenerationszeiten klagen, ist die Reaktion durchaus zu verstehen. Schon vor der Saison jagt bald ein Termin den nächsten.

SPORT1 skizziert den Fahrplan zum NBA-Titel 2021.

Wie läuft die Offseason ab?

Die wichtigsten Termine für die Kaderplaner sind der Draft, die Trade-Phase und die Free Agency. Während diese in normalen Zeiten etwas entzerrt sind, könnte auf die Verantwortlichen diesmal eine sehr stressige Zeit zukommen.

Coronabedingt sprach die NBA am 6. Februar ein Trade-Verbot aus, das erst kurz vor dem Draft aufgehoben werden soll. Laut ESPN haben sich die Liga und Spielergewerkschaft dafür auf den 18. November geeinigt. Danach geht es dann aber Schlag auf Schlag: Bereits zwei Tage später am 20. November soll die Free Agency beginnen.

Aber nicht nur für die Teams wird es extrem - auch für die Spieler, die auf neue Verträge hoffen, drängt die Zeit. Durch die kurze Saisonvorbereitung wird es noch hektischer und schwieriger für Stars, sich mit neuen Teamkollegen einzuspielen, bis es ernst wird.

Welche Hygienemaßnahmen ergreift die NBA?

Im Finalturnier der vergangenen Saison hatte die Liga auf die Bubble-Lösung gesetzt. Für die neue Saison ist das nicht mehr möglich, da eine derartige Isolation mit allen Teams nicht umzusetzen ist.

Dem versucht die NBA mit täglichen Tests aller Beteiligten zu begegnen und greift auf Erfahrungswerte aus anderen Sportarten zurück. Vor allem der Fußball in Europa - und hier speziell das Hygienekonzept der Bundesliga - gilt als Vorbild.

Neben den täglichen Tests sollen sich Spieler, Staff und Funktionäre privat so weit wie möglich einschränken, um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren. Die Krux an diesem Vorgehen ist jedoch die Selbstdisziplin aller Beteiligten. Im Gegensatz zur Bubble, wo die Akteure unter ständiger Kontrolle waren, steht nun das Vertrauen darauf im Vordergrund, dass sich alle verantwortungsbewusst verhalten.

Die NBA-Bubble in Orlando war strikt von der Außenwelt abgegrenzt
Die NBA-Bubble in Orlando war strikt von der Außenwelt abgegrenzt © Imago

Wie brüchig das Konzept sein kann, zeigte wiederum der europäischen Fußball, zuletzt die Verwerfungen um Lazio Rom und Ciro Immobile. Daher sollen Starspieler wie Chris Paul oder Russell Westbrook bereits gefordert haben, ein genaues Corona-Protokoll sehen zu wollen, ehe sie in der neuen Saison auflaufen.

Werden Fans in den Hallen sein?

Zu Beginn werden die Franchises ohne Fans auskommen müssen, weil die meisten Staaten in geschlossenen Räumen lediglich Veranstaltungen mit einigen Hundert Zuschauern erlauben.

Allerdings hat NBA-Commissioner Adam Silver die Hoffnung geäußert, dass sich dies im Laufe der Saison ändern könnte.

Allerdings gibt es von Seiten der Liga noch keinerlei Aussagen zu Anzahl verkaufter Tickets und wie Hygiene- und Distanzmaßnahmen eingehalten werden sollen.

Wie läuft die Saison genau ab?

Die Trainingscamps starten am 1. Dezember, die Auftaktspiele sind für den 22. Dezember terminiert. Die Regular Season soll 72 Spiele pro Team umfassen und bis zum 16. Mai beendet werden. Die Finalserie ist nach dem bisherigen Zeitplan bis spätestens zum 22. Juli beendet.

Als Vorbereitung auf die Saison plant die Liga drei bis vier Vorbereitungsspiele pro Team.

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ESPN berichtete zuletzt, dass die NBA über Spielserien wie in der MLB nachdenkt. Der Vorteil wäre, Reisetätigkeiten einzelner Teams somit stark zu reduzieren und Kontakte der Teams untereinander besser zu kontrollieren.

Die einfachste Umsetzung dieser Planung wäre eine strikte Trennung der Eastern und Western Conference. Jedes Team könnte achtmal gegen die vier Gegner der eigenen Division antreten und viermal gegen die zehn anderen Teams der Conference.

Damit könnte die Reisetätigkeit um 25 Prozent eingeschränkt und Überlandflüge weitestgehend vermieden werden.

Was wird aus dem Play-In-Tournament?

Bereits 2018 hatte Silver die Idee eines Qualifikationsturniers für die Playoffs eingebracht. Dabei sollten die Plätze sieben, acht, neun und zehn in jeder Conference um zwei Tickets spielen. Dieses Konzept sollte in der kommenden Saison starten.

Wegen Corona hatte die NBA diese Form des Play-in-Tournaments bereits in der vergangenen Saison in einer Light-Version durchgeführt. Genaue Pläne dazu gibt es noch nicht.

Gibt es ein All-Star-Wochenende?

Ein All-Star-Wochenende in gewohnter Manier wird während der Pandemie nicht möglich sein. Allerdings will die Liga das Spektakel nicht komplett ausfallen lassen und hofft, wenigstens das Spiel selbst und den Slam-Dunk-Wettbewerb ausführen zu können. Sogar das Rising-Star-Game steht aktuell noch auf dem Programm.

Beim Slam Dunk Contest 2020 triumphierte Derrick Jones Jr. von den Miami Heat
Beim Slam Dunk Contest 2020 triumphierte Derrick Jones Jr. von den Miami Heat © Imago

Wie The Athletic berichtete, sieht die Liga für Anfang März eine sechstägige All-Star-Pause vor. Allerdings gibt es auch Stimmen, die lieber eine Auszeit hätten, um sich vom strapaziösen Ligaspielplan zu erholen - ähnlich der Winterpause im Fußball.

Welche Auswirkungen hat Corona auf den Salary Cap?

Laut ESPN bleibt die Gehaltsobergrenze von 109 Millionen Dollar bestehen. Auch die Luxussteuergrenze bleibt gleich mit 132 Millionen Dollar.

Damit wird verhindert, dass die meisten Teams in die Luxussteuer gedrängt werden. Leidtragende wären dann die Free Agents der aktuellen Offseason gewesen, weil die Besitzer bei teuren Neuverpflichtungen den Geldbeutel nicht so weit hätten aufmachen können.

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Was wird aus Toronto?

Die Toronto Raptors sind das einzige Team, das nicht in den USA beheimatet ist. Damit müssten die Kanadier regelmäßige Grenztransfers einplanen. Weil jedoch unklar ist, wie sich die Freizügigkeit zwischen den USA und Kanada während Corona weiter entwickelt, liegt darin ein Risiko für den Spielplan.

Spannende Frage also: Kann der NBA-Champion von 2019 schlimmstenfalls deshalb gar nicht teilnehmen am Spielbetrieb in den Staaten? So weit dürfte es kaum kommen.

Die Raptors ziehen Berichten zufolge bereits einen Umzug in Betracht, um das Kanada-Problem zu lösen.

Die Toronto Blue Jays aus der MLB sind deshalb vorübergehend nach Buffalo umgezogen. Auch die Raptors wären in der knapp 160 Kilometer entfernten Stadt willkommen. Alternativ wurden auch schon New Jersey, Tampa Bay, Nashville oder Louisville als mögliche Spielorte genannt.

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