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München - Dallas trennt sich von seinem Fan-Liebling J.J. Barea, obwohl er erst mit einem neuen Vertrag ausgestattet wurde. Dahinter steckt eine große Geste der Mavs.

Jetzt ist auch der letzte Meisterheld aus dem legendärsten Team der Dallas Mavericks weg.

Der NBA-Champion von 2011 entlässt Fan-Liebling J.J. Barea. Das bestätigten Quellen bei ESPN.

Dabei hatten die Mavs den 36-Jährigen erst vergangenen Monat mit einem neuen Einjahresvertrag über 2,6 Millionen Dollar ausgestattet. Der Plan war aber wohl schon damals, Barea vor Saisonstart wieder zu entlassen, da die Franchise sonst 16 garantierte Verträge und damit einen zu viel gehabt hätte.

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Dallas-Eigentümer Mark Cuban wollte Barea, neben Dirk Nowitzki einer der Schlüsselspieler des Meisterschaftsteams von 2011, für seine Leistungen und die Treue der vergangenen Jahre belohnen. Elf seiner 14 Spielzeiten in der NBA absolvierte der Puerto Ricaner bei den Mavericks.

Barea sei nach wie vor entschlossen, in dieser Saison in der NBA zu spielen, bevor er sich als Spieler zurückziehe und eine Karriere als Trainer anstrebe, heißt es.

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Mavs mit Barea und Nowitzki Meister

Als NBA-Champion an der Seite der deutschen Legende Dirk Nowitzki hat sich Barea in der Geschichte der Mavs einen besonderen Platz erspielt.

Der Point Guard kam in der vergangenen Saison nach einem Achillessehnenriss im Januar 2019 nur auf 29 Einsätze. Dennoch zeigte er mit durchschnittlich 7,7 Punkten und 3,9 Assists ordentliche Leistungen.

Vor allem seine Rolle als Führungspersönlichkeit und Mentor von Luka Doncic sowie anderen jungen Spielern war für die Mavericks von Bedeutung.

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Barea belegt mit 637 gespielten Partien den fünften Platz in der Franchise-Geschichte der Mavericks - nur Nowitzki und ein Trio aus den 1980er-Jahren (Brad Davis, Derek Harper und Rolando Blackman) haben mehr Spiele für die Mavs auf dem Konto.

Cuban deutete bereits des Öfteren an, dass er sich vorstellen könne, dass Barea auch nach dem Ende seiner Spielerkarriere eine Rolle bei den Mavericks einnehmen werde.

Barea trumpft in Finals gegen Heat und LeBron auf

So oder so wird der kleine Spielmacher bei den Mavericks-Fans aber so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

Barea misst nur auf Zehnspitzen stehend die offiziell notierten 1,83 Meter, aber mit seiner wuseligen und unberechenbaren Art wurde er zur Sensation der Playoffs 2011. Erst vor dem vierten Duell mit den Miami Heat um LeBron James rückte er in die Starting Five - ein Schachzug von Coach Rick Carlisle, der sich auszahlen sollte.

Denn: In Spiel fünf avancierte Barea zum Matchwinner und legte 17 Punkte sowie fünf Assists auf. "Er war unser kleiner Krieg-", schwärmte Kollege Tyson Chandler, bevor er sich selbst unterbrach. "Er war die ganze Saison über unser großer Krieger. Er war unsere Zündkerze", erklärte der frühere Mavs-Profi.

Und auch im entscheidenden sechsten Spiel zählte Barea zu den Erfolgsgaranten: Er erzielte 15 Punkte, die meisten immer dann, wenn das Momentum zugunsten Miamis zu kippen drohte.

Barea schwärmt von Nowitzki

Auch Jahre später erinnerte sich der Veteran gerne an den größten Erfolg in der Franchise-Geschichte der Mavericks zurück. "2011 war einfach etwas Besonderes und es wird für immer ein Teil unseres Lebens bleiben. Ich freue mich schon, wenn wir uns in zehn oder 20 Jahren wiedersehen und in Erinnerungen schwelgen werden", sagte Barea bei Spox.

Auch die Besonderheit der Zusammenarbeit mit Nowitzki betonte er: "Es macht einfach Spaß mit ihm und es ist eine Ehre, mit ihm zu spielen. Er ist immer lustig und versucht, seinen Mitspielern zu helfen."

Im Gespräch mit SPORT1 ging er sogar noch weiter: "An ihm ist alles toll. Die Art und Weise, wie er jeden um sich herum besser macht. Die Art und Weise, wie er arbeitet, wie er sich um sich selbst kümmert", schwärmte Barea.

Nowitzki sei nicht nur ein Teamkollege gewesen, erklärte die Mavericks-Legende: "Wir sind Freunde. Er ist ein absolut toller Mensch, ein toller Teamkollege und ein toller Freund."

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Barea verlässt Mavericks

Nach insgesamt elf Spielzeiten bei den Mavs (von 2011 bis 2014 spielte er für die Timberwolves) kommt Bareas Abschied aber wohl zur rechten Zeit.

In den Playoffs zuletzt gegen die Los Angeles Clippers kam der Point Guard lediglich in einem Spiel für fünf Minuten zum Einsatz und gab bei El Nuevo Día zu, dass es für ihn "frustrierend" gewesen sei.

"Ich will noch immer Basketball spielen und ich glaube, dass ich das noch immer machen kann", sagte er.

Wohin es ihn verschlagen würde, wusste Barea nicht. Er machte aber deutlich: "Wenn ich spielen möchte, dann muss ich einen anderen Weg einschlagen."

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