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Bruce Arians ist seit 2013 Trainer der Arizona Cardinals in der NFL
Bruce Arians ist seit 2013 Trainer der Arizona Cardinals in der NFL © Getty Images
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München - Bruce Arians, Trainer des NFL-Teams Arizona Cardinals, kritisiert in der Sicherheitsdebatte im Football die Spielermütter - und handelt sich Gegenwind ein.

Bruce Arians, Trainer der Arizona Cardinals, ärgert sich über Mütter, die ihre Kinder nicht Football spielen lassen - und hat sich damit eine Menge Kritik eingehandelt.

"Das ist unser Sport. Er wird angegriffen. Wir müssen das direkt an der Basis stoppen", sagte Arians vor einer Runde von Highschool-Trainern: "Es ist das verf***t nochmal beste Spiel, das je erfunden wurde und wir müssen sicherstellen, dass die Mütter diese Botschaft erhalten, weil sie jetzt Angst vor dem Spiel haben. Es sind nicht die Väter, es sind die Mütter."

Bereits einige Wochen vorher hatte Arians Eltern, die ihre Kinder wegen gesundheitlicher Bedenken nicht Football spielen ließen, als "Dummköpfe" bezeichnet.

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Viele reagieren erbost auf Arians Rede

In den sozialen Medien prasselte dafür eine Menge Kritik auf Arians ein: Sexismus, Ignoranz, mindestens eine schiefe Sicht auf die Sicherheits-Debatte um seinen Sport - als wäre dessen größtes Problem nicht die gesundheitlichen Risiken, die mit ihm verbunden sind, sondern Mütter, die sich ihre Gedanken dazu machen.

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Arians sah sich deshalb veranlasst, seine Ansicht genauer zu erklären. "Mütter sind diejenigen, die diese Entscheidungen in einer Familie treffen. Wir müssen sicherstellen, dass sie verstehen, dass wir alles tun, um das Spiel so sicher wie möglich zu machen. Sie sind diejenigen, die wir beeinflussen müssen", schrieb Arians auf Twitter.

Der 63-Jährige stellte zudem klar, dass auch er es wichtig finde, dass man das Spiel so sicher wie möglich mache und Kopfverletzungen so gut es geht vermieden werden müssten.

Hollywoodfilm rüttelt NFL auf

Pikanterweise hat nur kurze Zeit später eine neue Studie in den USA bei zurückgetretenen NFL-Spielern eine überdurchschnittlich hohe Quote an Hirnverletzungen nachgewiesen. Rund 43 Prozent der ehemaligen Akteure wiesen entsprechende Erkrankungen als Spätfolge von Schlägen und Kopfstößen auf.

Der Hollywoodfilm "Concussion" hatte zuvor bereits Anfang des Jahres für eine neuerliche Sicherheitsdebatte im Football gesorgt. In dem Film mit Superstar Will Smith geht es um den realen Fall Mike Webster (Pittsburgh Steelers), bei dessen Obduktion der Arzt Bennet Omalu die sogenannte chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE) erstmals diagnostizierte.

Dieses Leiden entsteht durch schwere Hirntraumata, oftmals durch die Kollisionen auf dem Feld verursacht. Neben Webster wurde CTE inzwischen bei etwa 100 verstorbenen Spielern wie Junior Seau oder Chris Henry nachgewiesen.

Viele Eltern halten es deshalb nicht mehr für eine gute Idee, ihre Kinder Football spielen zu lassen.

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