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Adrian Peterson spielt in Zukunft für die Washington Redskins © Getty Images
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Washington und München - Die Zeit des Wartens ist vorbei. Der einstige Megastar Adrian Peterson hat ein neues Team. Kann er bei den Redskins mit einem alten Kumpel die Zeit zurückdrehen?

Seit März steht der einstige MVP Adrian Peterson auf der Free-Agent-Liste, nun hat er endlich ein neues Team gefunden.

In Zukunft spielt der Running Back für die Washington Redskins, das gab das Team bei Twitter bekannt. 

Bereits zuvor wurde von Gesprächen zwischen beiden Parteien berichtet. Die Skins sind nach den Verletzungen von Rookie Derrius Guice, Samaje Perine und Byron Marshall auf der Running-Back-Position relativ dünn besetzt. Gleichzeitig ist es auch die letzte Chance für einen der NFL-Superstars des letzten Jahrzehnts, noch einmal ins Rampenlicht zu stürmen.

Peterson: Glänzende Karriere mit Schattenseiten

Für Peterson ist es die vierte Franchise seiner Karriere. 2007 wurde er in der ersten Runde von den Vikings gedraftet. Neun Jahre spielte der 33-Jährige für Minnesota. Nach der Saison 2012, in der ihm als erst siebter Spieler der Geschichte mehr als 2000 Yards gelangen, wurde er zum MVP und zum Offensive Player of the Year gewählt.

Den ersten großen Knick in seiner so erfolgreichen Karriere erlebte der zukünftige Hall-of-Famer 2014. Damals wurde der Superstar wegen Körperverletzung eines Kindes angeklagt, weil er seinen vierjährigen Sohn mit einem Ast geschlagen hatte. Peterson bekannte sich schuldig und entging so einer Haftstrafe. Durch die folgende Sperre absolvierte er in der Saison 2014 nur ein einziges Spiel.

Der inzwischen 33-Jährige hat ingesamt sechs Kinder, 2013 war sein zweijähriger Sohn wegen eines mutmaßlichen Angriffs des neuen Freundes der Mutter verstorben. Peterson hatte erst wenige Wochen zuvor von dem Sohn erfahren und ihn nie kennengelernt. Diesen Schicksalsschlag verarbeitete Peterson nach eigener Aussage nur wegen seines Glaubens.

Absturz nach schwerer Knieverletzung

Zwar legte er 2015 mit fast 1500 Yards und elf Touchdowns noch einmal eine herausragende Saison hin, aber schon im zweiten Spiel der folgenden Saison zog er sich einen Meniskusriss zu. Seitdem war der Rekordhalter für Laufyards in einem Spiel (296) nie mehr der selbe.

Die Vikings entließen ihren einstigen Megastar, doch auch in New Orleans und Arizona wurde Peterson nicht glücklich. Die alte Explosivität war verschunden. Im Schnitt kam er nicht mehr über 3,5 Yards pro Lauf - seine Karrierewert liegt bei fast 5 Yards pro Lauf.

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Letzte Chance mit den Redskins

Nun also startet der siebenmalige Pro Bowler in der Hauptstadt einen neuen - wahrscheinlich letzten - Anlauf.  Um wieder mehr Tiefe in den Kader zu bringen, war die Verpflichtung eines weiteren Spielers für die Redskins unerlässlich. 

"Ich bin begeistert und so aufgeregt, diese Gelegenheit zu bekommen", schwärmte Peterson über sein neues Team. "Es war eine lange Offseason, aber ich habe meinen Körper fit gehalten und bin bereit für diese Gelegenheit. Als ich das Angebot bekommen habe, war ich sehr aufgeregt", so der Running Back.

Bei den Redskins trifft er auf einen alten Weggefährten: Offensive Tackle Trent Williams - der wohl beste Left Tackle der NFL - spielte mit Peterson einst am College in Oklahoma. Die beiden Freunde trainieren in der Offseason auch jedes Jahr gemeinsam in Houston.

Cornerback Quinton Dunbar (l.) begrüßte Peterson in der Kabine © instagram.com/chosen1_47

Situation in Washington könnte passen

Mit dem neuen Quarterback Alex Smith und einer verbesserten Defense galt Washington eigentlich als Geheimtipp auf die Playoffs, ehe ihr neuer Jungstar Guice sich im ersten Viertel des ersten Preseason-Spiels einen Kreuzbandriss zuzog.

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Die Offense von Head coach Jay Gruden könnte Peterson in Verbindung mit dem im Passspiel starken Running Back Chris Thompson durchaus liegen. Allerdings muss er sich gegen den aktuellen Starter Rob Kelley durchsetzen.

Motiviert ist "All Day" in jedem Fall. Denn schon am ersten Spieltag geht es übrigens gegen sein Ex-Team Arizona. Schafft Peterson dort 37 Yards schreibt er NFL-Geschichte. Dann würde er den legendären Jim Brown von Rang zehn der ewigen Rangliste für Rushing Yards verdrängen. Vielleicht gibt es wirklich ein Happy End für den Superstar und sein nach Erfolgen dürstendes neues Team.

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