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München - Die New England Patriots dominieren gegen die Chargers und marschieren Richtung Super Bowl. Das Team um Tom Brady schlägt nach einem schwachen Saisonstart zurück.

"Wir spielen einfach keinen Patriots-Football. Wir machen einfach nicht, was wir machen sollten!"

Das Urteil von Patriots-Safety Duran Harmon nach dem dritten NFL-Spieltag war vernichtend. Ein Abgesang nach dem anderen geisterte durch die Gazetten. Von fehlender Identität und Konstanz war die Rede.

Zwei Niederlagen in Folge hatten New England verunsichert. Unnötige Strafen, ungewohnte Fehler und mangelnde Kreativität bestimmten das Spiel. Auch Quarterback Tom Brady irritierte mit fragwürdigen Entscheidungen.

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Es sah ganz so aus, als ob die Patriots den Schrecken vergangener Tage verloren hatten. Doch der Eindruck hat getäuscht.

NFL-Playoffs: Patriots schlagen zurück

Im Playoff-Spiel gegen die Los Angeles Chargers haben die Pats in eindrucksvoller Manier bewiesen, warum sie immer noch das wohl gefürchtetste NFL-Team sind.

Tom Brady (l.) siegte mit den Patriots gegen die Chargers um Quarterback Philip Rivers
Tom Brady (l.) siegte mit den Patriots gegen die Chargers um Quarterback Philip Rivers © Getty Images

Mit 41:28 fegte New England über die Chargers hinweg. Bereits zur Pause lagen die Patriots mit sagenhaften 28 Punkten in Führung – die Partie war praktisch entschieden.

Trotz der hohen und komfortablen Führung stand Spielmacher Brady bis zum letzten Moment auf dem Platz. Head Coach Bill Belichick hätte seinem Superstar eine Pause gönnen und ihn vor möglichen Verletzungen schützen können – tat er aber nicht.

Vollgas bis zum Schluss

"Wir versuchen so lange Punkte zu erzielen, bis ich glaube, dass das Spiel entschieden ist", sagte Belichick nach der Partie.

Der 66-Jährige erinnerte an das legendäre Comeback von Peyton Manning, der mit den Colts 2003 innerhalb von vier Minuten 21 Punkte aufholte. Eine derartige Gefahr bestand gegen die Chargers nicht im Geringsten.

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Die Offense der Patriots brachte nahezu bei jedem Drive Punkte auf das Scoreboard und auch defensiv stand New England sicher. Als LA langsam in Fahrt kam, hatten die Gastgeber den Sieg längst im Sack. Belichick wollte dem Rest der Liga aber eine Botschaft schicken: Der Super Bowl geht nach wie vor nur über uns.

Brady entscheidender Faktor

Neben der von Belichick überragend eingestellten Verteidigung war ein Faktor entscheidend für den Erfolg: Tom Brady. Fünf Super-Bowl-Ringe nennt der 41-Jährige sein Eigen und doch stellt sich der Spielmacher in den Dienst des Teams. (Spielplan der NFL)

Im Gegensatz zu anderen Spielmachern sind Brady die eigenen Stats nicht am wichtigsten. Gegen die Chargers brachte er nur einen einzigen Touchdown-Pass an den Mann. Sein Gegenüber Philip Rivers dagegen drei.

Dennoch durften sich die Fans im Gillette Stadium über fünf Touchdowns freuen. Vier davon erarbeitete sich New England über den Lauf. Allein Sony Michel trug den Ball dreimal in die Endzone.

Patriots nutzen Schwächen aus

Die New England Patriots beherrschen es wie kaum ein anderes Team, die Schwächen des Gegners auszunutzen. Gegen die Chargers erkannte Brady schnell, dass es keine riskanten Pässe braucht, um erfolgreich zu sein.

Kurze Läufe über Michel und Rex Burkhead erwiesen sich als Erfolgsmodell – in Kombination mit den kurzen Pässen auf Running Back James White, er stellte mit 15 Receptions eines RB den Playoff-Rekord von Darren Sproles ein. Auch Julian Edelman drehte nach einer wenig spektakulären regulären Saison mit neun Receptions für 151 Yards auf. So fingen die Pats auch auf, dass die Chargers Tight End Rob Gronkowski (ein Catch) mit enger Deckung aus dem Spiel nahmen.

Für Brady ist der Einzug in das Championship Game eine Genugtuung. Voller Argwohn verfolgte er während der Regular Season die Berichte über seine Franchise.

Die Kritik, als spielerisch nichts zusammenlief, als das Experiment mit Josh Gordon krachend scheiterte. All das machte den 41-Jährigen und sein Team stärker. Auch im Hinblick auf das Spiel gegen die Kansas City Chiefs am kommenden Sonntag.

Brady vs. Mahomes

"Ich weiß, dass jeder denkt, dass wir grottenschlecht sind und keine Spiele gewinnen können. Aber wir werden sehen", tönte Brady nach dem Spiel gegen die Chargers bei CBS.

Mit der Giganten-Offense um Spielmacher Mahomes, Receiver Tyreek Hill und Tight End Travis Kelce wartet auf die Patriots ein richtiger Brocken.

Daran, dass Bill Belichick einen ausgeklügelten Game-Plan haben wird, der die Stärken der Patriots in Szene setzt und einen erneuten Super-Bowl-Einzug möglich machen kann, besteht aber nicht der leiseste Zweifel.

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