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Tom Brady hat mit den New England Patriots sechs Mal den Super Bowl gewonnen
Tom Brady hat mit den New England Patriots sechs Mal den Super Bowl gewonnen © Getty Images
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München - Tom Brady und die Patriots galten lange als unzertrennlich. Jetzt ist der Superstar ein Free Agent und die Anzeichen verdichten sich, dass es tatsächlich zur Trennung kommt.

In weniger als drei Wochen beginnt die Free Agency in der NFL - und die Frage aller Fragen lautet: Wohin führt der Weg des Tom Brady?

Ein Abschied des Star-Quarterbacks von den New England Patriots schien fast zwei Jahrzehnte lang unvorstellbar, doch seit einigen Wochen verdichten sich die Anzeichen, dass das Unmögliche tatsächlich eintritt.

Wie ESPN berichtet hat Brady offenbar in seinem inneren Kreis angedeutet, dass er aktuell von einem Wechsel ausgeht. Laut US-Medien treffen sich Bradys Berater beim Scouting Combine in Indianapolis mit den Chargers, Colts und Raiders.

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Brady erstmals Free Agent

Zum ersten Mal in seiner Profi-Karriere ist der Superstar ein Free Agent. Am 18. März läuft sein Vertrag offiziell aus - und ab diesem Zeitpunkt darf er erstmals selbst entscheiden, für welches Team er spielen möchte.

Brady entschied sich ganz bewusst für diese Verhandlungsposition und will sich während der Free Agency Angebote verschiedener Teams anhören. Dabei stellen sich nun zwei Fragen: Erstens, legen die Patriots ein Angebot vor, und zweitens, nimmt Brady dieses überhaupt an?

Laut Bradys Ehefrau Gisele Bündchen ist noch alles offen. "Ich würde sehr gerne wissen, wo wir leben aber ich weiß es noch nicht. Aber hoffentlich dort, wo es schön ist. Und wo immer mein Ehemann glücklich ist, zu spielen", sagte sie in einem Q&A auf Instragram. Doch aus das Leben in New England genoss sie. "Ich liebe es in New England zu leben. Die Kinder lieben den Schnee, als Brasilianerin ist mir das ein bisschen zu kalt."

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Bradys Haus steht zum Verkauf

Zurück zu Brady: Die letzten Aussagen der Legende deuten tatsächlich auf ein Ende seiner Ära bei den Patriots hin.

"Er spricht auch mit einer gewissen Rhetorik: 'Das waren die besten 20 Jahre meines Lebens, ich habe es sehr genossen.' Es ist alles nichts Definitives, aber zwischen den Zeilen kann man schon was rauslesen", berichtete Sebastian Vollmer, der jahrelang mit Brady zusammengespielt hat, bereits im November in einem Interview mit SPORT1:

"Er hat sein Haus auf dem Markt, sein persönlicher Trainer (Alex Guerrero, Anm. d. Red.) verkauft das Haus auch. Gisele (Bradys Frau Gisele Bündchen, Anm. d. Red.) schaut nach Schulen in New York."

Beziehung zwischen Brady und Patriots angekratzt

Doch woher kommen die plötzlichen Abschiedsgedanken? In der mittlerweile fast 20-jährigen Liebesbeziehung zwischen Brady und den Pats gibt es seit geraumer Zeit Misstöne.

Zuletzt zeigte sich der Quarterback frustriert, dass in Skandalprofi Antonio Brown sowie Josh Gordon zwei hochtalentierte Receiver und Anspielstationen die Patriots verlassen mussten.

Prompt musste sich der Titelverteidiger in den diesjährigen Playoffs bereits im Wildcard-Game gegen die Titans geschlagen geben.

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Belichick muss Garoppolo und Brissett ziehen lassen

Und auch seitens der Franchise herrscht längst nicht mehr heile Welt mit dem Spielmacher.

Erfolgscoach Bill Belichick war es ein Dorn im Auge, dass mit Jimmy Garoppolo (jetzt San Francisco 49ers) und Jacoby Brissett (jetzt Indianapolis Colts) gleich zwei vielversprechende Brady-Nachfolger den Klub verlassen haben – nur weil dieser immer wieder betont hatte, bis 45 spielen zu wollen und das Duo keine Aussicht auf regelmäßige Einsätze hatte.

Da es aktuell also keinen adäquaten Ersatz für einen Starting-Quarterback aus den eigenen Reihen gibt, macht es für die Patriots aktuell keinen Sinn, dem Brady ohne ein Angebot ziehen zu lassen - auch aus finanzieller Sicht. Denn geht Brady, hätten sie mehr als 13 Millionen Dollar totes Kapital auf ihrer Gehaltsliste stehen. So viel Spielraum haben die Patriots 2020 nicht, auch wegen anderer Free Agents wie Linebacker Kyle Van Noy.

Patriots in Gesprächen mit QB-Talenten

Auf der anderen Seite berichtet der Boston Herald, dass die Patriots offenbar mit dem 21-Jahre alten Quarterback-Talent Jake Fromm von den Georgia Bulldogs beim NFL Combine Gespräche geführt haben. Auch Jordan Love, Spielmacher der Utah State Aggies, soll gehandelt werden.

Zudem wurde laut ESPN-Reporter Jeff Darlington ein Gespräch zwischen Belichick und Brady bislang nicht terminiert. Brady will zudem heuer keinen Rabatt geben und stellt sich ein Jahresgehalt von etwa 30 Millionen Dollar vor. Stehen die Zeichen also auch seitens der Patriots auf Abschied?

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Zwei Teams kommen für Brady in Frage

Kommt es zur Trennung, kämen aktuell zwei Teams für Brady in Frage: "Möglich wären die Los Angeles Chargers oder die Tennessee Titans. Mit Mike Vrabel (Titans-Headcoach, Anm. d. Red.) hat er noch zusammengespielt", sagt Vollmer.

Brady benötige ein Team, "das eigentlich schon reif für den Super Bowl ist, dem aber noch ein Quarterback fehlt. Das sind eben so Teams wie Tennessee oder die Chargers."

Beide Teams wären allerdings vom geplanten neuen Wohnort New York weit entfernt – auch wenn Brady "nur" während der maximal sechsmonatigen Saison nicht bei seiner Familie an der Ostküste leben könnte …

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