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Die Los Angeles Rams lassen einige Stars ziehen
Die Los Angeles Rams lassen einige Stars ziehen © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images
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München - Die Los Angeles Rams machen in der Free Agency durch Abgänge zahlreicher Stars auf sich aufmerksam. Dabei war eigentlich der Super-Bowl-Sieg ausgegeben worden.

Es hätte der Großangriff auf den Super-Bowl-Sieg werden sollen. Zu Beginn der Saison 2018 investierten die Los Angeles Rams alle verfügbaren Ressourcen in ihren großen Traum.

Quarterback Jared Goff wurde mit einem langfristigen und äußerst kostspieligen Kontrakt ausgestattet, auch Defensive Tackle Aaron Donald und Star-Running-Back Todd Gurley durften sich über mehrjährige Verträge mit üppigem Salär freuen.

Dazu verpflichtete das Team Ndamukong Suh, Aqib Talib, Brandin Cooks und Marcus Peters. Alles schien bereit für den großen Triumph. Unter dem Motto "Win Now" wollte die Franchise von Head Coach Sean McVay nicht nur den ultimativen Erfolg feiern, sondern auch eine Dynastie aufbauen.

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Rams verpassen Playoff-Einzug

Und tatsächlich schien der Plan aufzugehen. Am 3. Februar 2019 war der große Traum zum Greifen nahe. Im Super Bowl LIII standen den Rams im Mercedes-Benz-Stadium in Atlanta die New England Patriots gegenüber.

Doch so groß die Hoffnungen in LA waren, so bitter wurden diese enttäuscht. Nach einem ereignisarmen Spiel stand am Ende eine 3:13-Pleite zu Buche, für mehr als ein Field Goal hatte es im größten Spiel der NFL nicht gereicht.

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Gut ein Jahr ist diese Niederlage inzwischen her und in Los Angeles erinnert nur noch wenig an die großen Ambitionen. Nun kommt es sogar noch dicker für die Rams: Das neue Logo der Franchise kommt bei den Fans gar nicht gut an.

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In der zurückliegenden Saison verpasste das Team in der starken NFC West den Sprung in die Playoffs. Neun Siege bei sieben Pleiten reichten nicht für die Postseason.

Ausverkauf bei den LA Rams

In der am 18. März gestarteten Free Agency hat das Team ebenfalls ordentlich Federn gelassen. Der mit Abstand prominenteste Abgang ist Todd Gurley. Der Running Back, der 2017 noch zum Offensive Player of the Year gewählt wurde, lieferte zwar auch 2019 starke Zahlen, die nötige Entlastung konnte er seinem Spielmacher aber nicht geben. 

Todd Gurley wurde von den Los Angeles Rams entlassen
Todd Gurley wurde von den Los Angeles Rams entlassen © Getty Images

"Wir sind nicht so mit dem Ball gelaufen, wie wir das hätten tun können", konstatierte General Manager Les Snead schon im Dezember. Doch unabhängig von der Effizienz im Laufspiel der Rams, Gurley war für die Franchise schlicht und ergreifend zu teuer.

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Mehr als 57 Millionen US-Dollar wären für den 25-Jährigen innerhalb von vier Jahren fällig, durch seine Entlassung konnte das Team immerhin 10,5 Millionen sofort einsparen.

Doch Gurley ist nicht der einzige Spieler, der in Zukunft ein anderes Trikot tragen wird. Linebacker Cory Littleton, Defensive Tackle Michael Brockers, Outside Linebacker Dante Fowler und Cornerback Nickell Robey-Coleman packen ebenso ihre Sachen wie der erst im vergangenen Jahr aus Green Bay gekommene Linebacker Clay Matthews.

In Los Angeles herrscht Ausverkauf.

Titel-Ziel in weiter Ferne

Mit dem Ziel, innerhalb von zwei bis drei Jahren einen Titel zu holen, wurde das Rams-Projekt gestartet. Inzwischen stellt sich hauptsächlich die Frage, wie es weitergehen kann.

Um eine Playoff-Teilnahme doch noch zu ermöglichen, tradeten die Rams während der vergangenen Saison für Cornerback Jalen Ramsey. Der frühere Jaguars-Profi verstärkte zwar das Team, der Trade war jedoch auch mit bitteren Einschnitten verbunden.

Jeweils ein Erstrundenpick der Drafts 2020 und 2021 wurde abgegeben. In den kommenden beiden Talente-Ziehungen stehen insgesamt nur noch elf Picks zur Verfügung - zu wenig, würde man einen Umbruch nach Vorbild der Miami Dolphins anstreben.

Der Kader der Rams ist mit Donald, Ramsey, Cooper Kupp, Brandin Cooks und Co. in der Spitze immer noch gut besetzt, in der Breite gibt es dagegen deutlich weniger Grund zur Euphorie.

Wenig Hoffnung auf große Erfolge

Das zeigt auch die Verpflichtung von Andrew Whitworth. Der Offensive Tackle wurde von den Rams mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet - im Alter von 38 Jahren!

Verträge wie die von Donald und Goff verstopfen ohnehin das Budget, zudem müssen noch diverse Cap-Strafen abgeleistet werden. Spielraum für Verstärkungen bleibt dabei kaum.

Und auch die Division-Gegner machen wenig Hoffnung auf große Erfolge. Die San Francisco 49ers gehören unabhängig von ihrer Super-Bowl-Teilnahme zu den stärksten Teams der Liga. In Arizona hat man sich mit DeAndre Hopkins den wohl besten Receiver der Liga geangelt und mit den Seattle Seahawks ist sowieso immer zu rechen.

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Zudem bereitet das Coronavirus dem Team zusätzliche Sorgen. Weil der Gouverneur von Kalifornien eine Ausgangssperre verhängt hat, sind sämtliche Arbeiten am neuen Stadion in Inglewood bis auf weiteres eingestellt. Es ist also durchaus möglich, dass die neue Arena nicht wie geplant zum Saisonstart im September fertig ist.

Auf die Los Angeles Rams warten unruhige Zeiten.

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