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Steve McMichael (r.) mit den Wrestler-Kollegen Sting (l.) und Hulk Hogan
Steve McMichael (r.) mit den Wrestler-Kollegen Sting (l.) und Hulk Hogan © Imago
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München - Steve "Mongo" McMichael, Super-Bowl-Sieger mit den Bears und danach auch als Wrestler bei WCW bekannt, leidet an ALS. Seine Arme sind bereits gelähmt.

In der NFL war er Super-Bowl-Champion mit den Chicago Bears und einer der Topstars des Teams. In seiner Zweikarriere als Wrestler vergrößerte er seinen internationalen Bekanntheitsgrad noch weiter. Nun ist Steve "Mongo" McMichael schwer und unheilbar erkrankt.

Der 63-Jährige hat öffentlich gemacht, dass er an der degenerativen Nervenkrankheit ALS leidet - die Krankheit, die den 2018 verstorbenen Physiker Stephen Hawking in den Rollstuhl gezwungen und den früheren Wolfsburger Bundesliga-Profi Krzysztof Nowak 2005 mit nur 29 Jahren das Leben gekostet hatte.

McMichael teilte dem Chicago Tribune mit, dass er die Diagnose im Januar bekommen hat, der Verlauf der Krankheit legt jedoch nahe, dass er schon rund drei Jahre darunter leidet.

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Das einstige Muskelpaket kann bereits beide Arme nicht mehr bewegen, auch beide Beine sind schon stark geschwächt. Noch kann er sich teilweise ohne Rollstuhl bewegen, aber nicht mehr lange. Die Mehrheit der an ALS Erkrankten stirbt nach drei bis fünf Jahren, nur etwa zehn Prozent leben noch mehr als zehn, fünf Prozent mehr als 20 Jahre.

McMichael hat sich bei einem Hilfsprogramm der NFL angemeldet, das die Betroffenen möglicher Folgen von Kopfverletzungen bei der Pflege finanziell unterstützt.

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Steve McMichael war ein Topstar bei den Chicago Bears

McMichael war zwischen 1980 und 1994 als Defensive Tackle in der NFL aktiv, erreichte auf seinem Karriere-Höhepunkt zwischen 1985 und 1987 je zweimal Pro-Bowl- und First-Team-All-Pro-Ehren.

Steve McMichael zu seiner NFL-Zeit mit den Chicago Bears 1991
Steve McMichael zu seiner NFL-Zeit mit den Chicago Bears 1991 © Imago

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1986 gewann er mit den Bears den Super Bowl, an der Seite von Legenden wie Quarterback Jim McMahon, Walter Payton und William "Refrigerator" Perry. 1994 beendete er nach einer letzten Saison bei den Green Bay Packers mit Brett Favre und dem tragisch früh ums Leben gekommenen Reggie White seine Football-Karriere - und sattelte danach zum Wrestling um.

Zweite Karriere als Wrestler bei WWE-Rivale WCW

McMichael war (wie White) einer der Begleiter von Ex-NFL-Kollege Lawrence Taylor bei dessen WWE-Gastspiel gegen Bam Bam Bigelow im Hauptkampf von WrestleMania XI, danach wurde er vom Rivalen WCW fest verpflichtet (Der tragische Absturz des Bam Bam Bigelow).

Wissenswertes zum Thema Wrestling

1996 bestritt er mit einem weiteren NFL-Weggefährten - dem im vergangenen Jahr verstorbenen Kevin Greene - ein Match gegen die Ringlegenden Ric Flair und Arn Anderson, an dessen Ende er sich überraschend gegen Greene wandte und danach Mitglied von Flairs berühmter Gruppierung "The Four Horsemen" wurde. 1997 regierte McMichael nach einem Sieg über Jeff Jarrett kurzzeitig als US Champion der Liga, besonders viele Matches bestritt er im Tag Team mit dem späteren WWE-Star Chris Benoit, der 2007 die Welt mit dem Mord an Frau Nancy und Sohn Daniel schockte.

McMichael blieb bis 1999 als festes Kadermitglied bei WCW aktiv, eine weitere Verbindung zum Wrestling ist eine persönliche: McMichaels erste Ehefrau Debra kam bei WCW und WWE selbst zu Prominenz, später heiratete sie WWE-Superstar Stone Cold Steve Austin (von dem sie sich dann unter schweren Vorwürfen häuslicher Gewalt trennte).

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McMichael nimmt Schicksal kämpferisch an

Seit 2001 ist McMichael in zweiter Ehe mit Misty Davenport verheiratet, die ihn nun auch pflegt.

Steve McMichael muss heute von Frau Misty gepflegt werden
Steve McMichael muss heute von Frau Misty gepflegt werden © Imago

McMichael nimmt sein Schicksal kämpferisch an. "Ich leide nicht an Depressionen", zitiert ihn die Tribune: "Lou Gehrig hat die Krankheit bekommen, als er noch Baseball gespielt hat. Bei mir hat sie wenigstens gewartet, bis ich ein alter Mann bin."

Die 1941 verstorbene Baseball-Ikone Lou Gehrig - bekannt auch durch die Verfilmung seines Lebens mit Gary Cooper - war eines der ersten prominenten ALS-Opfer, vor allem in den USA ist die Krankheit auch als Lou Gehrig Syndrome bekannt.

Die Frage, ob er sein Leben nochmal so leben würde, bejaht McMichael: "Hell yes, natürlich. Die Reise, die ich gemacht habe, war der Lohn."

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