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Chiara Hoenhorst von USC Münster beendet ihre Profikarriere
Chiara Hoenhorst von USC Münster beendet ihre Profikarriere © Imago
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Bei der Amokfahrt von Münster im April 2018 erleidet Chiara Hoenhorst schwere Verletzungen. Jetzt muss die Volleyballerin von USC Münster ihre Karriere beenden.

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Amokfahrt in der Innenstadt von Münster beendet Chiara Hoenhorst ihre Profikarriere.

Die Volleyball-Spielerin von Bundesligist USC Münster hatte am 7. April 2018 schwere Kopfverletzungen erlitten und musste zwischenzeitlich ins künstliche Koma versetzt werden.

Damals war ein psychisch kranker Mann in eine Gruppe von Passanten gerast und hatte vier Menschen getötet sowie mehr als 20 verletzt. Anschließend erschoss sich der Fahrer.

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Karriereende nach Folgeerscheinungen

Nach einer mehrmonatigen Kranken- und Reha-Zeit kämpfte sich die 22-Jährige zurück auf die Bundesliga-Bühne und kam wieder zu Einsätzen, doch aufgrund von Folgeerscheinungen des Unfalls traf Hoenhorst jetzt zusammen mit ihrer Familie und den behandelnden Ärzten die Entscheidung, eine längere Pause einzulegen.

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"Seit November sehe ich so genannte Doppelbilder", sagte die BWL-Studentin auf der USC-Webseite. "Der Druck, der nach dem Unfall auf den Sehnerven gelastet hat, war so groß, dass diese Folgeerkrankung jetzt aufgetreten ist."

Eine spätere Rückkehr zum Volleyball scheint im Bereich des Möglichen. Sie brauche aber eine Pause, so Hoenhorst. "Die Ärzte sagen, dass die Doppelbilder mit der Zeit auch wieder weg gehen können. Dazu muss ich aber erst einmal kürzertreten und den Profisport an den Nagel hängen. Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen."

Münster bedauert Karriereende

Der Verein und USC-Präsident Martin Gesigora "bedauern es außerordentlich, dass so ein hoffnungsvolles Talent wegen eines solch traurigen Unfalls seine Karriere vorzeitig beendet muss. Chiara wird immer ihren Platz bei uns im Verein haben und ist uns immer willkommen. Ich hoffe, wir werden in den kommenden Jahren noch viel Kontakt und viele Berührungspunkte zu ihr haben."

Wie auch immer sich ihre Zukunft gestalten wird, Hoenhorst ist dem Verein und den Mitspielerinnen zu großem Dank verpflichtet. "Der Sport hat mir damals sehr geholfen", erklärte sie. "Ich weiß nicht, wo bzw. wie weit ich heute wäre, hätte ich nicht das Ziel gehabt, wieder Bundesliga-Volleyball zu spielen, und hätte ich nicht solche Unterstützung von den Mädels, dem Trainerteam und dem ganzen Verein bekommen."

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