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Kira Weidle landete in Cortina nur 0,12 Sekunden hinter einem Podestplatz
Kira Weidle landete in Cortina nur 0,12 Sekunden hinter einem Podestplatz © Getty Images
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Kira Weidle zeigt in Cortina eine starke Leistung - verpasst das Podest nur knapp. Nach dem Rennen gibt es ein dickes Lob von Teamkollegin Viktoria Rebensburg.

Kira Weidle ließ die Fäuste spielen und zeigte ihr breitestes Lächeln. Nach Platz vier bei der zweiten Weltcup-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo, nur 0,12 Sekunden von der zweiten Podestplatzierung ihrer noch jungen Karriere entfernt, hatte die junge Starnbergerin allen Grund zur Freude.

"Wenn sie so weitermacht", sagte ihre als Fünfte ebenfalls starke Teamkollegin Viktoria Rebensburg, "kann sie schon zu einer Geheimfavoritin werden auf eine Medaille in Are."

WM-Geheimfavoritin Weidle? Für Wolfgang Maier war das zu viel des Guten. "Es gibt eine Leistungsentwicklung, aber hochjubeln? Das ist nicht mein Stil, und das ist mir auch nicht recht", sagte der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes.

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Maier: "Haben noch einiges zu tun"

Maier hat in seiner langen Zeit beim DSV schon viele hoffnungsvolle Talente jäh scheitern sehen. "Man schießt mir die Leute immer zu hoch und spricht von Medaillen. Wenn man sie dann nicht gewinnt, ist die Enttäuschung umso größer", sagte er - und ergänzte mit Blick auf Weidle: "Wir haben noch einiges zu tun."

Und doch: Die erst 22-Jährige hat, das gab selbst Chefkritiker Maier zu, "natürlich das Potenzial, ums Podium mitzufahren." Zu Saisonbeginn in Lake Louise stand sie als Abfahrtsdritte erstmals drauf, sie selbst zählt sich "auf alle Fälle zur erweiterten Weltspitze". In Cortina, wo sie am Freitag Achte gewesen war, "konnte ich das festigen", meinte sie. "Die Kira lässt es krachen", sagte Rebensburg, "sie ist in der Abfahrt wirklich on fire."

Zur Österreicherin Ramona Siebenhofer, die auch die zweite Schussfahrt in den Dolomiten gewann, fehlten Weidle 0,63 Sekunden. Rebensburg hatte 1,16 Sekunden Rückstand - und der DSV damit erstmals seit Dezember 2008 wieder zwei Abfahrerinnen in den Top 5. Beide lagen noch vor der langjährigen "Speed Queen" Lindsey Vonn (USA/1,36), die bei ihrem zweiten Comeback-Rennen mit Knieschmerzen Neunte wurde.

Weidle bringt alles mit

Weidle, sagte Cheftrainer Jürgen Graller in Cortina, "bringt für die Abfahrt alles mit. Das Mädel hat enormes Potenzial. Wenn bei ihr alles zusammenpasst, haben wir mit ihr noch viel Freude." Dass sie einen "Riesenschritt" gemacht hat, wie Graller meinte, liege nicht zuletzt an ihm. Im Dezember 2017 habe er Weidle nach deren erstem Top-10-Ergebnis in einem langen, harten Gespräch auf den Boden zurückholen müssen, berichtete er - "seitdem ist es wirklich Weltklasse".

Siegeswille, Professionalität, Kritikfähigkeit - Weidle besitze all die Eigenschaften, die einen Champion ausmachten, sagte Graller. Dabei bewahre sie sich stets die nötige Lockerheit: "Das habe ich alles so in dem Alter selten erlebt."

Was das für die WM-Abfahrt am 10. Februar in Schweden bedeutet? "Favoritin bin ich sicher noch nicht, deshalb kann ich da relativ entspannt rangehen", sagte Weidle. Oft, fügte sie schmunzelnd an, seien Großereignisse ja was "für die Außenseiter". Oder die Geheimfavoriten.

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