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Skispringen: Bundestrainer Werner Schuster hört zum Saisonende auf, Der Vertrag von Werner Schuster beim DSV läuft noch bis Saisonende
Skispringen: Bundestrainer Werner Schuster hört zum Saisonende auf, Der Vertrag von Werner Schuster beim DSV läuft noch bis Saisonende © Getty Images
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Bundestrainer Werner Schuster verkündet seinen Abschied aus dem Skispringen. Wie geht es weiter? Kandidaten gibt es mehrere, für einen spricht aber vieles.

Meistermacher Werner Schuster geht von Bord, das deutsche Skispringen steht vor einer Zäsur: Nach elf höchst erfolgreichen Jahren als Bundestrainer wird Schuster seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Dies gaben der 49-jährige Österreicher und der Deutsche Skiverband am Donnerstag in Oberstdorf bekannt. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass Schuster dem DSV in anderer Funktion erhalten bleibt.

"Es war eine wahnsinnig intensive Zeit", sagte Schuster: "Der Aufwand nicht nur von meiner Seite, sondern auch von meinem Umfeld war riesig, und ich hätte ja jetzt noch einmal bis Olympia 2022 verlängern müssen. Jetzt ist der Zeitpunkt, eine intakte Mannschaft zu übergeben."

Heißer Nachfolgekandidat: Stefan Horngacher

Wer sein Nachfolger wird, ist offen. Zum früheren Schuster-Assistenten Stefan Horngacher, der als Favorit gilt, wollte sich der Verband nicht äußern. "Er war bei uns im System, steht in Polen noch unter Vertrag, mehr gibt es dazu nicht zu sagen", sagte der sportliche Leiter Horst Hüttel. In nächster Zukunft sei laut Hüttel keine Klärung der Trainerfrage zu erwarten.

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Horngacher, dessen Vertrag bei Polens Nationalteam ebenfalls zum Saisonende ausläuft, bleibt aber ein heißer Kandidat, um die DSV-Adler in den nächsten intensiven Jahre mit der Heim-WM 2021 in Oberstdorf und den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking zu führen.

Ein Triumph bei der Vierschanzentournee bleibt ihm verwehrt

Wie es mit dem auch in seiner Heimat umworbenen Schuster weiter geht, ist ebenfalls offen. "Variante eins ist der DSV, wir sind in Gesprächen, dass es weitergeht, in welcher Position auch immer. Da ist etwas zusammengewachsen. Das ist eine interessante Option", sagte Schuster.

Variante zwei sei ein Engagement im Skigymnasium Stams, wo er bereits von 1998 bis 2007 den Austria-Nachwuchs betreute. Auch eine Auszeit sei denkbar, "ich bin schließlich jetzt 21 Jahre lang Berufstrainer gewesen", sagte Schuster.

Schuster hinterlässt eine riesige Lücke: Größte Erfolge in der Ära des Kleinwalsertalers mit Tiroler Wahl-Heimat beim DSV waren der Olympiasieg 2014 mit der Mannschaft, der WM-Titel und der Triumph im Gesamtweltcup 2014/15 durch Severin Freund sowie der Olympiasieg 2018 durch Andreas Wellinger - nur der Vierschanzentournee-Triumph blieb ihm stets knapp verwehrt.

Horngacher führte Stoch zu drei Großerfolgen

Am ehesten könnte wohl Horngacher die großen Fußstapfen ausfüllen. Der frühere Weltmeister ist genauso alt wie Schuster, war beim DSV dessen Assistent (2011 bis 2016), ehe er bei den Polen Topstar Kamil Stoch zum dritten Olympiasieg und zwei Triumphen bei der Vierschanzentournee führte.

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Außenseiter auf den Job als Schuster-Nachfolger haben der ehemalige Skiflug-Weltmeister Roar Ljökelsöy aus Norwegen, der bereits zum DSV-Stab gehört, der deutsche Schweizer Nationalcoach Ronny Hornschuh oder Martin Schmitt, der das Trainerdiplom in der Tasche hat. Schmitt hatte zuletzt aber erklärt, zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Verfügung zu stehen.

Schuster will mehr Zeit für die Familie

Schusters Abgang kommt keineswegs aus heiterem Himmel. Immer wieder hatte er betont, auch mit Blick auf seine Söhne Jonas (15) und Jannick (12) kürzertreten zu wollen. "Mein Jüngster kennt mich im Winter nur aus dem Fernsehen", hatte Schuster gesagt.

Schuster hatte sein Amt 2008 als Nachfolger von Peter Rohwein angetreten. Gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Horst Hüttel führte er das deutsche Skispringen kontinuierlich zurück in die Weltspitze geführt. Schuster hinterlässt ein bestelltes Feld, beste Strukturen und ein intaktes Team mit Perspektive, Topspringer, die ihre "sieben Sachen beieinander haben", wie er so gerne sagt.

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