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Markus Eisenbichler weiß bei der Qualifikation zu überzeugen
Markus Eisenbichler sprang erneut weit hinterher © Getty Images
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Die DSV-Adler landen beim Heim-Weltcup in Klingenthal unter ferner liefen. Einzig Karl Geiger überzeugt. Markus Eisenbichler und seine Kollegen sind ratlos.

Markus Eisenbichler stand achselzuckend im Auslauf der Vogtland Arena, Richard Freitag starrte fassungslos auf den Ergebnismonitor: Ausgerechnet beim ersten Heim-Weltcup in Klingenthal haben die deutschen Skispringer ein neuerliches Debakel kassiert.

Auch der wieder glänzend aufgelegte Karl Geiger konnte nicht verhindern, dass die DSV-Adler im Teamwettbewerb nicht über Platz sechs hinauskamen. Und das hatte seine Ursache nicht nur in einer wahren Windlotterie.

"Es war nicht nur der Wind, die Leistung war einfach nicht gut genug", sprach Bundestrainer Stefan Horngacher rund zwei Wochen vor dem Auftakt der Vierschanzentournee in der ARD Klartext: "Von acht Sprüngen waren nur drei gut, das reicht einfach nicht. Es ist heute wieder ein Schritt nach zurück." 

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85 Meter Rückstand auf Sieger Polen

Die DSV-Adler, die schon im ersten Teamwettkampf der Saison in Wisla nur auf Platz sechs gelandet waren, wollten den Zuschauern, die an einem Tag mit vielen Windunterbrechungen teils zehn Stunden tapfer in der Arena ausgeharrt hatten, eine große Show bieten - doch letztlich hatten diese nur an Geiger Spaß. 

Bei schwierigen Windbedingungen kamen die Deutschen nach acht Sprüngen auf 816,7 Punkte und waren damit meilenweit vom Podest entfernt. Polen (968,7), das sich vor Österreich (943,7) und Japan (911,09 durchsetzte, hatte umgerechnet 85 Meter Vorsprung auf Deutschland. 

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Für ein deutsches Erfolgserlebnis hatte zuvor immerhin die Olympiazweite Katharina Althaus gesorgt. Die Oberstdorferin wurde beim Sieg der Österreicherin Chiara Hölzl in einem turbulenten, zunächst wegen heftiger Windböen abgebrochenen, später in den Nachmittag verschobenen und schließlich auf einen Durchgang verkürzten Wettbewerb Dritte und sicherte den deutschen Springerinnen die erste Podestplatzierung des Winters.   

Eisenbichler "mit Wut im Bauch"

"Ich bin froh, dass ich nach so langer Zeit mal einen guten Sprung zeigen konnte und es mit dem Podest geklappt hat", sagte Althaus.

Bei den Männern war Geiger als Schlussspringer mit zwei starken Sprüngen auf 133,0 m und 131,5 der mit Abstand beste deutsche Athlet, er konnte aber nur noch für ein wenig Schadensbegrenzung sorgen. 

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Der kriselnde Dreifach-Weltmeister Eisenbichler (117,0+131,5 m) zeigte nur einen ordentlichen Sprung - im Auftaktdurchgang hatte er nahtlos an die glücklosen Vorstellungen der Vorwochen angeknüpft. "Der erste Sprung hat mich schon brutal aufgeregt, deshalb bin ich schon mit Wut im Bauch in den zweiten Durchgang", sagte der geknickte Eisenbichler: "Dass wir im ersten Durchgang so einen auf den Deckel bekommen, das deprimiert."  

Schmid und Freitag enttäuschen

Horngacher fehlen derzeit auch schlicht Alternativen: Youngster Constantin Schmid (112,5+113,5), der den Vorzug vor Teamweltmeister Stephan Leyhe erhalten hatte, blieb weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Auch Freitag (112,5+121,0 m) ist deutlich von seiner Bestform entfernt - der Siegspringer vergangener Jahre ist der Sachse derzeit nicht. 

Am Sonntag (16.00 Uhr) findet in Klingenthal ein Einzelspringen der Männer statt, die Frauen verabschiedeten sich am Samstag in die Winterpause bis zum 11. Januar.

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