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Im Studio in Berlin konnten die Zuschauer auch in diesem Split wieder spannende Matches live erleben © Riot Games

Ein Aufsteiger mischt die Liga auf, ROCCAT schafft fast das Wunder und Origen enttäuscht die Fans. Die EU LCS-Gruppenphase bietet einige Überraschungen.

Von Maximilian Eichgrün

Wer die Gruppenphase des diesjährigen EU LCS-Spring Splits verfolgt hat, wird längst wissen, dass die Liga wieder einmal einiges zu bieten hatte. Dabei waren manche Dinge zu erwarten, während andere wiederum Zuschauer und Experten gleichermaßen überraschten und so manche Vorhersage über den Haufen warfen.

Origen im freien Fall

Für viele League of Legends-Experten war das Abschneiden des WM-Halbfinalisten von 2015, Origen, keine große Überraschung. Zu groß war die Skepsis über den Kader, den Teambesitzer und was eSports-Legende Enrique "xPeke" Cedeño Martínez im Vorfeld der Saison seinen Fans präsentierte. Der deutsche Top-Laner Satorius wirkte zwar sehr vielversprechend, konnte in seinem ersten LCS-Split aber auch noch keine Wunder bewirken.

Am Ende der Gruppenphase steht das Team mit 13 Niederlagen aus 13 gespielten Serien da und auch insgesamt gewann Origen nur zwei Einzelspiele. Die Konsequenz: die Teilnahme an der Relegation und der drohende Abstieg.

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Dagegen konnte auch xPeke nicht viel ausrichten, der am Ende wieder einmal selbst einsprang und seinem Team als Supporter beistand. Die Neuverpflichtung von Jungler Cinkrof brachte ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg, doch mit Wisdom und Hiiva sind die vermeintlich schwächsten Spieler aus dem Kader gestrichen worden. Vielleicht kann Origen den Abstieg am Ende noch irgendwie verhindern.

Neben OG müssen auch die Giants in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen.

ROCCAT: From Zero to Hero

Team ROCCAT hat den Start in die Saison komplett verpatzt. Obwohl der Kader der deutschen Organisation zumindest so wirkte, als wäre er im Mittelfeld anzusiedeln, verlor ROCCAT in den ersten sechs Spielwochen jedes einzelne Spiel, stand mit 0:7 auf dem letzten Platz der Gruppe A und so mit dem Rücken zur Wand.

Doch das Team um Maxlore und Betsy steigerte sich ab der siebten Woche immer mehr und gewann plötzlich jedes Spiel. Am Ende der Gruppenphase bezwang ROCCAT sogar als einziges Team der gesamten Liga den Titelverteidiger G2 Esports mit 2:1.

Wichtige Gründe für ROCCATs plötzlichen Erfolg dürften die neu hinzugewonnene Psychologin sowie der deutsche Coach Fabian "GrabbZ" Lohmann gewesen sein. Sie gaben den Spielern neues Selbstvertrauen und führten das Team aus der Krise.

Misfits und Unicorns überraschen

Von deutscher Beteiligung profitierten auch Aufsteiger Misfits und die starken Unicorns of Love maßgeblich. Mit Fabian "Exileh" Schubert (UoL) und Tristan "PowerOfEvil" Schrage (MSF) waren in diesen überraschend starken Teams zwei der besten Mid-Laner Europas vertreten.

Die konstant guten Leistungen der beiden jungen Deutschen verhalfen ihren Teams zu großem Erfolg. Doch auch insgesamt schien innerhalb der Mannschaften einiges zu stimmen.

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Die Unicorns of Love gewannen daher überraschend vor H2K die Gruppe B, während Misfits sich stärker als Fnatic präsentierte und nur vom erneut dominanten G2 Esports auf Platz zwei verwiesen werden konnte.

G2 weiterhin Spitze

Trotz der Niederlage gegen Team ROCCAT in der letzten Spielwoche hat G2 Esports in der Gruppenphase erneut Dominanz und Klasse bewiesen und ist auch im Hinblick auf die Playoffs wieder einmal klarer Titelfavorit. Der unveränderte Kader ist also auch dieses Jahr das Maß aller Dinge in Europa. Wie es im internationalen Vergleich aussieht, wird sich zeigen.

Fnatic spielte bislang einen durchwachsenen Split und war kurz davor, erstmals in der LCS-Geschichte die Playoffs zu verpassen. Erst am letzten Spieltag konnte sich der LCS-Rekordmeister mit einem knappen 2:1 gegen Misfits doch noch vor G2-Bezwinger ROCCAT schieben und die Playoff-Teilnahme sichern.

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