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Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern. © Getty Images

München - Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bringt sich und den FC Bayern für ein heißes Sommergeschäft in Stellung. Er setzt Grenzen, aber ein Rekordtransfer ist wahrscheinlich.

Karl-Heinz Rummenigge gibt in letzter Zeit häufiger Interviews als sonst.

Bereits im März hat er bei SPORT1 gesprochen, danach bei der Süddeutschen Zeitung, jetzt in der Sport Bild.

Man könnte auch sagen: Er bringt sich und seinen Verein in Position - für den anstehenden Transferpoker, für das Wettbieten um hochkarätige Spieler. Dieses Geschäft betrifft den FC Bayern München im Sommer 2015 noch mehr als sonst.

Umbruch steht an

Denn der Umbruch im Kader muss zur nächsten Saison begonnen werden, das Aus im Halbfinale von Champions League und Pokal war ein Warnsignal.

Die sportlichen Stützen wie Bastian Schweinsteiger (30 Jahre), Phillip Lahm (31), Arjen Robben (31) oder Frank Ribery (32) sind nicht mehr die Jüngsten. Ribery klagte gerade erst über den Frust wegen seiner langwierigen Verletzung.

Kurz: Neue Spieler braucht der FCB!

Kein 100-Millionen-Transfer

Das hat auch Rummenigge erkannt, weshalb er sagt: "Wir wollen Qualität und werden gewisse Dinge machen." Bei SPORT1 hatte er davon gesprochen, "die Hierarchien in Frage zu stellen".

Viel konkreter will sich Rummenigge aktuell aber nicht zu Transfers äußern, denn er weiß, "dass die Spieler dadurch alles andere als billiger werden."

Nur so viel stellte er klar: 100 Millionen Euro wird der FC Bayern "definitiv" nicht ausgeben. Dabei hatte Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen jüngst verlauten lassen: "Ja, wir könnten 100 Millionen Euro für einen Spieler zahlen".

Rummenigge: Boss mit Pokerface 

Rummenigge bezweckt damit zweierlei: Einerseits reklamiert der Vorstandsvorsitzende seine Hoheit in Transferfragen, die er von Uli Hoeneß übernommen hat, auch wenn er bekundet, dass alle Entscheidungen gemeinsam diskutiert würden; andererseits setzt er gegenüber der europäischen Konkurrenz sein bestes Pokerface auf und macht klar, dass die Bayern auch in Zukunft an ihrer hiesigen Transfer-"Kultur" festhalten werden. Da ist er ganz wie Hoeneß.

Natürlich ist auch den Bayern nicht entgangen, dass die Preise in den letzten Jahren angezogen haben. Deswegen haben sie für Spieler wie Javi Martinez (40 Mio. Euro), Mario Götze (37 Mio.) oder Medhi Benatia (28 Mio.) auch schon tief in die Tasche gegriffen.

Rummenigge macht allerdings klar, dass unter seinem Vorsitz auch in Zukunft die finanzielle Vernunft an erster Stelle steht, auch wenn das Festgeldkonto der Bayern prallgefüllt ist.

Teure Verpflichtung wahrscheinlich

Ein neuer Rekordtransfer innerhalb des Vereins ist aber nach wie vor wahrscheinlich. Angreifer Antoine Griezmann, nach SPORT1-Informationen Top-Kandidat auf einen Wechsel, würde beispielsweise 60 Millionen Euro kosten. Eine solche Summe wären die Bayern wohl noch bereit, zu zahlen.

Bei Angel di Maria dürfte der Preis dagegen zu hoch sein. Für ihn zahlte Manchester United bereits vergangenes Jahr 75 Millionen Euro.

Günstigere Alternativen wie Sadio Mané passen indes nur teilweise in Rummenigges Anforderungsprofil ("Qualität", "Hierarchien") für neue Spieler.

Verstärkung neben Robben und Ribery

Die Bayern wissen selbst, dass sie insbesondere im Angriff auf den Flügeln einen weiteren schnellen, kreativen und technisch versierten Spieler benötigen. Götze kann die Rolle bisher nicht ausfüllen, deshalb ist diese Position die größte Baustelle.

Ribery war in den vergangenen zwei Jahren selten fit. "Wir müssen hinbekommen, dass er wieder stabil wird", sagt Rummenigge.

Und auch wenn Arjen Robben zuletzt wesentlich robuster als in der Vergangenheit auftrat, so ist auch er nicht vor Verletzungen gefeit. Schon wenn einer der beiden fehlt, büßt das Bayern-Spiel an Qualität ein.

Verständlich ist es da, dass Rummenigge die Namen für potenzielle Transfers aber vorerst nicht in alle Welt hinausposaunt. Denn damit würde er sich und dem Festgeldkonto der Bayern keinen Gefallen tun.

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