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Dietmar Beiersdorfer ist seit 2014 Vorstandschef des HSV © Picture-Alliance

HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer stellt klar, dass er die Aufgaben des entlassenen Managers Peter Knäbel dauerhaft übernehmen wird. Horst Heldt sei kein Thema.

Am Montag hatte der Hamburger SV die Trennung von Sportchef Peter Knäbel bekanntgegeben, Klubboss Dietmar Beiersdorfer sämtliche Aufgaben übernommen.

Nun hat Beiersdorfer klargestellt: Er wird auf Dauer auch im sportlichen Bereich der starke Mann bleiben. Auf absehbare Zeit soll weder ein neuer Sportchef noch ein neuer Vorstandschef gesucht werden.

Beiersdorfer - schon von 2002 bis 2009 Sportchef - sucht sein Heil darin, dass er sich wieder in den alten Aufgabenbereich stürzt. Den Spekulationen um ein Engagement von Schalkes Manager Horst Heldt schob er einen Riegel vor: "Ich habe im ganzen Verlauf nicht mit einem anderen Sportdirektor gesprochen."

Warum er sich zu Knäbels Entlassung gezwungen sah? "Die Frage, wie wir Spieler auswählen, die Mannschaft aufbauen, in der Entwicklung weiterkommen: Das hat sich seit einiger Zeit nicht gebessert."

Beiersdorfers Pressekonferenz zum Nachlesen im TICKER.

+++ Wie nah werden Sie an der Mannschaft sein? +++

"Das wird sich herausstellen, ich kann es nicht so genau sagen. Ich war ja auch bisher schon oft bei Auswärtsreisen dabei und habe die eine oder andere Minute investiert. Es wird nun aber einen intensiveren Austausch geben, gleichzeitig werde ich eine Organisationsstruktur aufbauen, um mich zu entlasten."

+++ Wie sieht es mit potenziellen Zugängen aus? +++

"Es steht mir nicht zu, weiteres dazu zu sagen."

+++ Frage zu Drobny und seinem angeblichen Weggang +++

Beiersdorfer wird darauf angesprochen, dass Torhüter Jaroslav Drobny der Sport Bild bestätigt hat, dass der HSV nicht mehr mit ihm plant - eine mitten in die PK hineinplatzende Meldung: "Das habe ich so noch nicht gehört. Dazu kann ich nicht viel sagen. Der Trainer hat mit dem einen oder anderen Spieler gesprochen, das war für heute geplant. Ich kann nur sagen, dass Jaro ein toller Charakter ist, der dem Verein hervorragende Dienste geleistet hat." Sieht nicht ganz glücklich aus, dass der neue Sportchef da nicht auf dem allerneuesten Stand ist.

+++ Gibt es großen Umbruch? +++

"Wir werden Abgänge haben und den einen oder anderen Spieler dazuholen und wieder einen Schritt nach vorn gehen. Ich werde das aber in Ruhe angehen."

+++ Beiersdorfer als Sportchef - Dauerlösung? +++

Beiersdorfer verdeutlicht es auf Nachfrage: "Ja!"

+++ Was ist mit Horst Heldt? +++

"Ich habe im ganzen Verlauf nicht mit einem anderen Sportdirektor gesprochen." Was er von Horst Heldt hält? "Das steht mir nicht zu."

Horst Held
Dietmar Beiersdorfer hat nach eigenen Angaben nicht mit Horst Heldt gesprochen © Getty Images

+++ Ist Knäbels Aus nicht das Eingeständnis, dass die Mannschaft schlecht zusammengestellt ist? +++

Beiersdorfer zögert eine Weile, sagt dann: "Das kann man so sehen. Aber ich sehe es nicht so. Die Entscheidung ist mit Blick auf die Zukunft gefallen. Das nimmt Ihrer Argumentation den Aufschlag."

+++ Weiter Kontakt mit Knäbel +++

"Wir haben natürlich die ganze Zeit gesprochen und sind jetzt zusammen vor die Mannschaft getreten, um Peter zu verabschieden. Wenn irgendwo noch was hängt, kann ich ihn anrufen und werde die richtige Auskunft bekommen. Wir haben vertrauensvoll zusammengearbeitet."

+++ Reporterfrage: Sind Sie selbst Ihr letzter Schuss? +++

"Das ist eine subjektive Einschätzung von Ihnen, die teile ich nicht. Wir haben unglaublich viel bewegt. Ich möchte nicht daran erinnern, wie der Verein 2014 sportlich und wirtschaftlich beieinander war. Wir haben viele Voraussetzungen geschaffen. Wir hatten in allen Bereichen die Wettbewerbsfähigkeit verloren, jetzt haben wir eine positive Entwicklung. Wir wussten, dass wir eine Mammutaufgabe haben, die nicht in zwei Jahren bewältigt ist."

+++ Braucht der HSV einen neuen Vorstand? +++

"Das ist Ihre Interpretation. Die Arbeitsgebiete werden sich verschieben, klar. Ich werde meine repräsentativen Aufgaben etwas einschränken, werde mehr delegieren müssen. Aber der HSV braucht keinen neuen Vorstandsvorsitzenden, ich fühle mich da sehr gut aufgehoben. Das gab es auch schon in anderen Fällen."

+++ Was hat nun Priorität? +++

"Die Transferperiode wird ein großer Aufwand, da hängt jede Menge dran. Da werde ich mich mit den Mitteln und den Menschen, die mir zur Verfügung stehen, an die Arbeit machen."

+++ Hätte Knäbel sein Aus noch kurzfristig abwenden können? +++

"Das hat sich über Monate hingezogen. Ich hab das verfolgt, hab das besprochen und ich sah mich nach dem Klassenerhalt zum Handeln gezwungen. Bin überzeugt, dass der Zeitpunkt der Richtige ist."

+++ Beiersdorfer übernimmt Knäbels Aufgaben - Dauerlösung? +++

"Ich sehe mich als denjenigen, der jetzt übernimmt, die Abteilung Profifußball. Von daher habe ich die Kompetenzen das auszuüben. Ich mache das und es ist meine Verantwortung, weil es in dieser Situation das Richtige ist. Es wird sehr aufwändig, das ist klar, ich muss auch einiges wegstreichen. Aber ich hab mich noch nie vor Arbeit gedrückt."

+++ Rucksack-Affäre ein Grund für Knäbels Aus? +++

"Hat im Prinzip mit der Situation nichts zu tun. Das war vor einem Jahr, wir haben zu ihm gestanden, das würde ich wieder tun."

+++ War es ein Fehler, Knäbel überhaupt zu holen? +++

"Natürlich: Ich habe Peter überzeugt, nach Hamburg zu kommen. Sie können mir das als Fehler unterstellen, wenn sie möchten. Aber es gibt Entwicklungen, und denen muss man Rechnung tragen."

Hamburger SV Unveils New Signing Director Professional Football Peter Knaebel
Dietmar Beiersdorfer hatte Peter Knäbel im Oktober 2014 als Sportchef vorgestellt © Getty Images

+++ Unterschiedliche Auffassungen - welche genau? +++

"Natürlich kommt das nicht von heute auf morgen. Der Eindruck hatte sich festgesetzt. Die Frage, wie wir Spieler auswählen, die Mannschaft aufbauen, in der Entwicklung weiterkommen: Das hat sich seit einiger Zeit nicht gebessert."

+++ Beiersdorfer begründet Knäbels Aus +++

"Wir waren unterschiedlicher Auffassung, was den Kader und die Entwicklung angeht, darum sah ich mich gezwungen."

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