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München - Der 1. FC Köln mausert sich in aller Stille vom Fahrstuhlverein zum ernst zu nehmenden Bundesligarivalen, der sogar umworbene Nationalspieler halten kann. Bei SPORT1 spricht Sportchef Jörg Schmadtke darüber.

2021 scheint die Lieblingszahl von Jörg Schmadtke zu sein.

Der Sportchef des 1. FC Köln kann sich zufrieden zurücklehnen und mit einer gehörigen Portion Stolz in die Akte mit den Verträgen seiner Spieler blicken.

Dass der 52-Jährige ein Glücksfall für die Kölner ist, ist längst bekannt. Dank Schmadtke herrscht Ruhe im Verein. In aller Stille - und das ist schwierig am Medienstandort Köln - hat er den Kader sukzessive verstärkt.

Nun ist es Schmadtke gelungen, die Verträge der drei Leistungsträger Anthony Modeste, Leonardo Bittencourt und Jonas Hector zu verlängern. Alle unterschrieben neue Arbeitspapiere bis 2021.

Auch Innenverteidiger Dominique Heintz, der erst 2015 einen Vertrag bis 2019 erhalten hatte, verlängerte im Frühjahr vorzeitig. Bis 2021.

Wichtige Personalentscheidungen

Wo bei anderen Klubs wochenlang gezerrt und gepokert wird, schafft es Schmadtke, die wichtigen Personalentscheidungen souverän und unaufgeregt abzuwickeln. 

"Dass sich zwei Spieler deutlich zu einem Klub bekennen und nicht dem letzten Euro hinterherrennen, ist ein starkes Statement in Zeiten, in denen ein Transfer teurer ist als der nächste", sagte Schmadtke SPORT1 über die Vertragsverlängerungen von Hector und Bittencourt.

Gerade die Unterschrift des Nationalspielers war ein echter Coup. Nach der EM hatte Hector einige besser dotierte Angebote auf dem Tisch. Schmadtke punktet mit anderen Argumenten.

"Symbiose zwischen Klub und Hector passt"

"Jonas fühlt sich wohl beim 1. FC Köln und weiß, dass wir noch ein paar Dinge vorhaben. Die will er mitgestalten."

Hector wisse, "dass er in diesem Klub Nationalspieler geworden ist, dadurch passt die Symbiose zwischen Klub und Spieler."

Die Verträge von Hector, Bittencourt und Modeste beinhalten nur im Abstiegsfall eine Ausstiegsklausel - sollte ein Top-Klub ernsthaftes Interesse haben, wird es teuer.

Günstig sind die neuen Deals aber auch für den FC nicht. Für die Verlängerungen muss sich der Klub ganz schön strecken. Hector hat mit seinem neuen Vertrag ausgesorgt. Bis zu drei Millionen Euro soll der Nationalspieler nun jährlich verdienen - und ist ab sofort der neue Top-Verdiener bei den Geißböcken.

"Das ist ein Signal nach außen, dass wir immer versuchen umzusetzen, was wir sagen", meint FC-Trainer Peter Stöger dazu zufrieden im Express.

Lob von Heidel

Die erfolgreiche Arbeit von Schmadtke und Stöger nötigt der Konkurrenz Respekt ab.

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel nannte den FC zuletzt einen "schlafenden Riesen". Der Klub habe sich "ein Stück weit stabilisiert" und sei daher "sicher ein ganz ernst zu nehmender Konkurrent in der kommenden Saison".

Derweil arbeitet Schmadtke im Stillen an seinem nächsten Projekt. Nach SPORT1-Informationen wird auch der begehrte FC-Keeper Timo Horn bis 2021 verlängern.

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