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München - Dortmunds Star sorgt mit seinem Jubel für Aufregung, es hagelt Kritik. Intern drohen Konsequenzen, doch der DFB wird Aubameyang nicht sperren.

Am Ende konnte nicht mal mehr Thomas Tuchel etwas ausrichten.

Dortmunds Trainer legte sich mächtig ins Zeug, stimmte in der Pressekonferenz nach dem Revierderby gegen Schalke ein Verteidigungsplädoyer an, um Pierre-Emerick Aubameyang aus der Schusslinie zu nehmen.

Tuchel wählte drastische Worte, sprach von Heuchelei, als es um den Masken-Jubel seines Stürmers ging.

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Gefahr einer Sperre gebannt

Es half nichts: Aubameyang und seine Pose hatten bereits quer durch die Republik für Schlagzeilen gesorgt. 

Zumindest die Gefahr einer Sperre ist gebannt. Wie ein DFB-Sprecher der dpa bestätigte, ermittelt der Verband nicht gegen den Dortmunder, Schiedsrichter Felix Zwayer ahndete die Aktion im Spiel mit einer Gelben Karte, damit ist die Sache für den DFB erledigt.

Zuvor hatte sich der Übeltäter selbst zu Wort gemeldet.

Aubameyang wehrt sich 

Via Instagram wendete sich der Gabuner an seine Kritiker. "Ich arrogant? Ach kommt Leute, das ist meine Art zu leben!!", schrieb Aubameyang. "Das ist meine Welt. Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen."

Es gab sicherlich Zeiten, da hätte man dem Torjäger seine Beichte ohne Bedenken abgenommen.

In jüngster Vergangenheit ist Aubameyang jedoch ein paar Mal zu häufig aufgefallen mit extravaganten Aktionen, die mehr mit PR als mit kindlicher Freude am Spiel zu tun hatten.

Erst die Frisuren-Affäre, dann ein Werbedreh kurz vor einem wichtigen Champions-League-Spiel, nun der Masken-Jubel von Schalke - und immer stand sein privater Sponsor Nike im Mittelpunkt. 

Spätestens bei dieser Konstellation macht sich Aubameyang angreifbar. In der Öffentlichkeit, aber auch seinem Arbeitgeber gegenüber.  

BVB-Sponsor und Bosse verärgert

Denn während der Spieler auf den amerikanischen Ausrüster schwört, pflegt sein Verein eine strategische Partnerschaft mit Konkurrent Puma.

Dort war man von Aubameyangs neuerlicher Aktion alles andere als angetan

"Wir sind davon überzeugt, dass der BVB die richtigen Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen wird", teilte der Konzern mit.

Ein Aufruf an die Dortmunder Bosse, ihrem Star doch bitte die Leviten zu lesen. 

Einen ersten Schritt in diese Richtung unternahm Hans-Joachim Watzke noch in den Katakomben der Schalker Arena. "Darüber werden wir noch mal reden", ließ der Geschäftsführer Aubameyang wissen, "dann wird es etwas schwieriger für ihn". 

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Für SPORT1-Experte Thomas Strunz ist es höchste Zeit, dass jemand dem Torjäger die Grenzen aufzeigt. "Aubameyang hat den wirtschaftlichen Interessen des Vereins geschadet - und das nicht zum ersten Mal", schreibt er in seiner SPORT1-Kolumne.

Geldstrafe droht

Was also hat der Spieler zu befürchten? Genügt eine drastische Geldstrafe, - die Bild will von mindestens 50.000 Euro wissen - um ihn zur Einsicht zu bewegen?

Ex-Mitspieler Sebastian Kehl deutete im Volkswagen Doppelpass ein solches Strafmaß an. "Man muss schon aufpassen, dass man ihm nicht zu viele Freiheiten gibt", sagte der frühere BVB-Kapitän.

Geht es nach Strunz, hat der Fall sowieso eine andere Dimension. "Den Verein erneut zu brüskieren, spricht nicht dafür, dass sich Aubameyang mit dem Gesamtkonstrukt Borussia Dortmund ernsthaft auseinandersetzt", schreibt er in seiner Kolumne.

Die Verantwortlichen werden sich aber hüten, ihren Goalgetter zu verstimmen, jetzt da in allen drei Wettbewerben die entscheidenden Spiele anstehen und sich der Spieler noch immer nicht zu seiner Zukunft beim BVB erklärt hat. 

"Masken-Jubel hat Schalke angestachelt"

Was die Bosse aber gewiss nicht tolerieren werden, ist, dass Aubameyangs Showprogramm den sportlichen Erfolg des Teams gefährdet. So wie beim Remis auf Schalke.

In Gedanken wohl noch bei seiner schrägen Kopfbedeckung vertändelte Aubameyang eine vorzügliche Konterchance zum 2:0 fahrlässig. 

"Eigentlich muss Dortmund das Spiel nach 60 Minuten entschieden haben", moniert Strunz. "Doch mit dem Masken-Jubel hat Dortmund Schalke provoziert." 

Ähnlich sah es Sebastian Kehl: "Sowas mache ich nicht nach 60 Minuten, nicht nach dem 1:0", sagte er im Volkswagen Doppelpass. "Die Schalker wurden dadurch ein bisschen angestachelt."

Es passte ins Bild, dass Thilo Kehrer noch zum Ausgleich traf und sich danach einen Seitenhieb nicht verkneifen konnte: "Ich brauche keine Maske. Ich muss mein Gesicht nicht verstecken."

Wirklich viele Freunde hat sich Pierre-Emerick Aubameyang bei diesem Derby nicht gemacht. 

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