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Tuchel, Ancelotti und Weinzierl (v.l.) müssen sich in Europa beweisen
Tuchel, Ancelotti und Weinzierl (v.l.) müssen sich in Europa beweisen © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago/iStock

Zwischen Platz zwei und Platz 17 ist die Bundesliga spannend wie lange nicht. Doch schon vor dem nächsten Spieltag geht es für den deutschen Fußball in Europa um alles oder nichts.

Liest man die Bundesliga-Tabelle von Platz zwei bis 17, so ist es vermutlich die spannendste Saison aller Zeiten.

Lediglich der FC Bayern als Meister und Darmstadt als erster Absteiger stehen fest, alles andere ist völlig offen.

Plötzlich steht der fabelhafte Aufsteiger SC Freiburg auf einem Europa-League-Platz und der bereits totgesagte FC Ingolstadt darf wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Fortsetzung folgt  am Osterwochenende.

Doch schon vorher geht es für die Bundesliga um alles oder nichts: In der Champions League und der Europa League beginnen - endlich - die Wochen der Wahrheit.

Dabei geht der FC Bayern nach dem starken Auftritt gegen Borussia Dortmund als leichter Favorit ins Duell mit Real Madrid.

Die Königlichen strauchelten im Derby gegen Atletico Madrid und sind zudem in der Defensive durch die Ausfälle von Pepe und Varane deutlich mehr geschwächt als Bayern durch Hummels' Verletzung.

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Doch den Münchnern sollte das letzte Aufeinandertreffen gegen Real im Halbfinale 2014 eine Lehre sein, denn damals ging der FCB als Favorit ins Spiel, dominierte das Hinspiel und schied am Ende doch krachend aus. Und diesmal muss man zum Rückspiel noch in die Hölle Bernabeu.

Allerdings steht das damalige Real-Mastermind jetzt beim Gegner an der Seitenlinie: Carlo Ancelotti - möglicherweise der größte Pluspunkt für die Bayern.

Beim BVB bleibt hingegen abzuwarten, ob der Trainer einen ähnlich positiven Einfluss auf seine Spieler haben wird.

Die Frustauftritte von Thomas Tuchel nach Niederlagen - wie auch nach dem 1:4 am Samstag, als er seinem ersatzgeschwächten Team einmal mehr die Klasse absprach, - sind Wasser auf die Mühlen der Kritiker.

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Und die Aussagen von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im SPORT1-Doppelpass sprechen ebenfalls eine klare Sprache: Er wolle in den Gesprächen nach der Saison herausfinden, "ob Tuchel bereit ist, sich einem Klub so mit Haut und Haaren zu verschreiben wie Jürgen Klopp oder Diego Simeone".

Also den speziellen Dortmunder Weg mit Überzeugung nach innen und außen zu vertreten, statt regelmäßig zu lamentieren. Zumindest in der Königsklasse ist es Tuchels Mannschaft bislang gelungen, ihr Festtagsgesicht zu zeigen.

Was am Dienstag auch wieder zwingend nötig ist, denn mit einer ähnlich desaströsen Defensivleistung wie in München droht gegen Monacos Superoffensive ansonsten ein böses Erwachen.

Noch aber sind die Träume von einem Revival des Erfolgsjahrs 1997 exakt 20 Jahre danach erlaubt. Dortmund gewann damals die Champions League, Ruhrrivale Schalke 04 den UEFA Cup.

Gegen Ajax Amsterdam müssen die Königsblauen am Donnerstag in der Europa League zeigen, dass sie das Erbe der Eurofighter antreten können. Wie gesagt: Möglich ist alles.

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