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Berlin - Dortmund behält in einem packenden Finale die Oberhand. Frankfurt kontert die Führung von Dembele, doch Aubameyang sorgt per Elfmeter für die Entscheidung.

Thomas Tuchel jubelte ausgelassen und herzte seine Spieler, Pierre-Emerick Aubameyang wollte die ganze Welt umarmen:

Nach ihrem wahrscheinlich letzten Spiel für Borussia Dortmund genossen der Trainer und der Siegtorschütze ihr ganz persönliches Finale in Schwarz-Gelb.

Tuchel verabschiedet sich nach dem packenden 2:1 (1:1) im Endspiel des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt mit seinem ersten Titel wohl vorzeitig vom BVB - auch wenn er selbst laut eigener Aussage nach dem Spiel noch eine Chance auf einen Verbleib sieht.

Es war ein besonderer Triumph für den Coach: 46 Tage nach dem Bomben-Attentat auf die Mannschaft am 11. April und trotz des öffentlichen Zerwürfnisses mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke führte er seine Mannschaft zum Sieg.

Tuchel: "Bin komplett leer"

Dennoch ist sein Aus beim BVB offenbar besiegelt, obwohl sein Vertrag noch bis 2018 läuft.

"Ich bin leer, muss ich ehrlich sagen, ich bin komplett leer", sagte Tuchel in der ARD:

"Das war ein hartes Stück Arbeit, nicht unser bestes Spiel. Aber egal, wir haben es geschafft. Ich habe mich gestern nicht getraut, so weit zu denken, konnte daher gut schlafen. Und so ist es jetzt perfekt."  (POKALBLOG: Die Reaktionen zum Finale)

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Matchwinner Aubameyang

Den "Fluch von Berlin" nach zuletzt drei Finalpleiten in Folge bannte am Ende einer dramatischen Saison natürlich Aubameyang.

Mit einem Elfmeter-Lupfer (67.) nach vorherigem Foul von Eintracht-Torwart Lukas Hradecky am eingewechselten Christian Pulisic erlöste der Gabuner den BVB.

Der überragende Ousmane Dembele hatte Dortmund mit einer genialen Finte (8.) vor 74.322 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion in Führung gebracht.

"Es war eines unserer schlechtesten Spiele. Aber das ist egal, wir haben den Titel wieder nach Dortmund geholt. Unglaublich, was die Mannschaft für einen Charakter hat", freute sich Marco Reus, der ebenso wie Marcel Schmelzer zur Pause verletzungsbedingt ausgewechselt worden war, über seinen ersten Titel als Profi. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Frankfurt wartet weiter auf ersten Titel seit 1988

Ante Rebic (26.) traf für die kämpferisch tadellosen Frankfurter, die lange auf Augenhöhe mitspielten, aber weiter auf ihren ersten Titel seit 1988 warten.

"Der BVB war in der zweiten Halbzeit besser, hat das Spiel im Griff gehabt. Ich habe Hochachtung vor meiner Mannschaft, was sie nochmal abgerufen hat", erklärte Eintracht-Trainer Niko Kovac

"Finals werden durch Kleinigkeiten entschieden, wir haben uns aber nach Kräften gewehrt."

Freiburg und Hertha jubeln mit

Mit der Borussia jubelten der SC Freiburg und Hertha BSC - der SCF rückte wie erhofft in die Europa-League-Qualifikation auf, die Hertha aus der Quali in die Gruppenphase. (Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)

Selbst Bundestrainer Joachim Löw hatte der Eintracht am Spieltag noch geraten, sich nicht nur zu verschanzen. Doch der BVB ließ ihr im ausverkauften Olympiastadion zunächst keine Wahl - aggressiv und passsicher trug der Favorit den Ball nach vorne. 

Der Liga-Dritte machte Druck, was früh belohnt wurde. Dembele startete nach einem Flachpass rechts in den Strafraum durch, versetzte Jesus Vallejo mit einem Haken nach innen und ließ Hradecky mit links keine Chance. Tuchel jubelte emotional.

Seferovic trifft nur den Pfosten

Nach Rebic' etwas überraschendem Ausgleich wurde das Finale zum Duell auf Augenhöhe, der BVB wirkte konfus und hatte riesige Probleme. Kurz vor der Pause traf Haris Seferovic den Pfosten (39.).

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Die Probleme behob Tuchel zur Pause mit der Einwechslung von Gonzalo Castro. Auch Pulisic brachte neuen Schwung, für sie mussten die angeschlagenen Schmelzer und Reus vom Platz.

Dortmund bekam das Spiel in den Griff und war fortan wieder die bessere Mannschaft - und holte sich den Pokal.

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