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Rafael Benitez von Real Madrid
Rafael Benitez übernahm im Sommer 2015 von Carlo Ancelotti © Getty Images

Rafael Benitez steht nach der Pleite im Clasico massiv in der Kritik. Vom Vereinsboss erhält der Real-Trainer wohl Rückendeckung. Ein Ex-Madrid-Star könnte übernehmen.

Nach dem 0:4-Heimdebakel im spanischen Spitzenspiel gegen den FC Barcelona wird die Luft für Real Madrids Trainer Rafael Benitez immer dünner.

"Das Urteil über Benitez ist gefällt", titelte die Marca am Sonntag. "Jetzt oder im Juni. Es fehlt nur noch das Datum seiner Entlassung", schrieb die Madrider Sportzeitung. (Pressestimmen zum Clasico)

Die Vereinsführung habe das Vertrauen in den Coach verloren. Präsident Florentino Perez werde im Lauf der Woche mit dem Trainer, Spielern und seinen Vertrauenspersonen sprechen und dann eine Entscheidung fällen. Perez sei normalerweise kein Freund davon, den Trainer mitten in einer Saison zu wechseln, aber die Zweifel kämen "von allen Seiten", so das Sportblatt.

Rückendeckung für Benitez

Nach Informationen des Senders Cope will Perez jedoch Benitez den Rücken stärken. Cope berichtete in seinem Magazin Tiempo de Juego, Reals Führung werde sich am Montag oder Dienstag im Estadio Santiago Bernabeu versammeln und Benitez die absolute Rückendeckung aussprechen.

Zinedine Zidane
Zinedine Zidane trainiert die zweite Mannschaft von Real Madrid © Getty Images

Für den Fall, dass der Pleite im Clasico weitere Niederlagen folgen und die Fangesänge gegen Perez anhalten, zieht der Real-Boss nach Cope-Informationen Neuwahlen in Betracht.

Marca hingegen behauptete, Benitez, der den Trainerposten im Sommer von Carlo Ancelotti übernommen hatte, habe keine Kontrolle mehr über die Mannschaft. Die Beziehung zu einigen der Führungsspieler, wie Cristiano Ronaldo, sei "nicht existent", behauptete das Sportblatt und führte auch das schlechte Verhältnis zu den Fans an. Die hätten am Samstagabend Benitez' Aus mit dem Sprechchor "ve te ya!" (geh endlich!) gefordert.

Nicht nur der Trainer, auch Perez bekam sein Fett weg. "Barca demütigt Benitez' Real. In der Halbzeit gibt es "Florentino raus!"-Rufe, stellte El Mundo fest.

Zidane als Nachfolger gehandelt

Als möglicher Nachfolger von Benitez wird Zinedine Zidane gehandelt. Der ehemalige Superstar der Madrilenen trainiert aktuell das B-Team der Königlichen.

Reals Mannschaft habe trotz der Pleite "vollstes Vertrauen" in Benitez, erklärte Abwehrspieler Marcelo: "Wir stehen erst am Anfang des Projektes, es stehen noch viele Spiele an." 

Benitez selbst flüchtete sich in Durchhalteparolen. "Wir müssen uns nun schnell erholen, es ist noch ein langer Weg in der Liga", sagte der Coach und betonte: "Wir haben nur drei Punkte verloren. Nicht mehr."

Doch eins ist klar: Die heftige Pleite im Clasico wird Benitez noch lange mit sich herumtragen. Der Coach muss schnellstens positive Resultate abliefern, sonst dürfte seine Zeit bei Real bald abgelaufen sein.

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