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F1 Grand Prix of Great Britain
Lewis Hamilton hat den Großen Preis von England in Silverstone gewonnen. © Getty Images

Lewis Hamilton hat die Machtverhältnisse bei Mercedes zementiert und im ersten Rennen in der Formel 1 nach dem Ultimatum der Teamführung einen Sieg-Hattrick in Silverstone gefeiert. Zum Abschluss eines für ihn perfekten Wochenendes verwies der Weltmeister bei seinem Heim-Grand-Prix seinen ungeliebten "In-Team-Feind"  Nico Rosberg und Oranje-Youngster Max Verstappen im Red Bull auf die Plätze. 

Am Abend gab es dann eine Hiobsbotschaft für Rosberg: Wegen unerlaubten Boxenfunks verlor der WM-Führende seinen zweiten Platz an Verstappen. Mit 168 Punkten hat der Wiesbadener lediglich noch einen Punkt Vorsprung auf Hamilton, dahinter folgt mit bereits deutlichem Rückstand Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen.

Ferrari komplett chancenlos

In zwei Wochen steht der Große Preis von Ungarn als nächstes Rennen auf dem Programm, im Anschluss daran geht es sofort weiter nach Hockenheim.

Ferrari spielte in Silverstone überhaupt keine Rolle, mit den Plätzen fünf für Kimi Räikkönen und neun für den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel endete ein vollkommen misslungenes Wochenende für die Roten aus Maranello.

"Wenn alles gut läuft, wird es Platz drei oder vier", hatte Vettel vor dem Rennen gehofft, blieb jedoch von Platz elf gestartet im Mittelfeld hängen. Siebter wurde Nico Hülkenberg im Force India, Pascal Wehrlein schied im Manor aus.

Start hinterm Safety Car

Nachdem 15 Minuten vor dem Start ein heftiger Regenguss über Silverstone niedergegangen war, wurde das Rennen hinter dem Safety Car gestartet. Hamilton war der erste, der sich darüber beschwerte. "Das Safety Car ist zu langsam", funkte der Weltmeister an die Kommandozentrale von Mercedes: "Klärt das mal mit Charlie."

Rennleiter Charlie Whiting sollte nach Hamiltons Wunsch eingreifen, der Champion wollte freie Fahrt. Nach fünf Runden kam Bernd Mayländer mit dem silbergrauen AMG-Mercedes rein, die Hatz war eröffnet.

Sofort zog Hamilton vorne weg, dahinter eröffnete Youngster Max Verstappen die Jagd auf Nico Rosberg, der wie immer bei diesen Bedingungen eher vorsichtig unterwegs war. Nur zwei freie Runden fuhr Pascal Wehrlein.

Eine Woche nach seinem ersten Punktgewinn für das Manor-Team rutschte der Worndorfer ins Kiesbett und musste das Rennen beenden. "Aquaplaning in der Kurve, ich hatte keine Chance", teilte Wehrlein seinen Ingenieuren mit. Mittlerweile waren alle Autos auf Intermediate-Reifen unterwegs, da die Strecke immer weiter abtrocknete.

Vettel blieb im Mittelfeld stecken

Sebastian Vettel hatte am Start Positionen verloren und war zwischenzeitlich von Platz elf auf 14 zurückgefallen. Nur mühsam kämpfte sich der viermalige Weltmeister wieder heran, spielte aber bei der Entscheidung nie eine Rolle und blieb in Positionskämpfen im Mittelfeld stecken.

Nachdem er Felipe Massa im Williams bei einem Manöver von der Strecke gedrängt hatte, kassierte Vettel zu allem Überfluss auch noch eine Zeitstrafe von der Rennleitung.

In der 16. Runde schob sich Verstappen unter dem Jubel der 120.000 Zuschauer an dem in England nicht sonderlich geschätzten Rosberg vorbei, der dabei nicht die allerbeste Figur machte. Nur wenig später leistete sich Vettel unbedrängt einen Dreher auf den Grünstreifen, konnte das Rennen aber fortsetzen. 

Verstappen war auf seiner Jagd nach dem souverän führenden Hamilton gelegentlich zu leichtsinnig, in Runde 23 konnte er sein Auto gerade noch abfangen, hielt Rosberg aber dennoch zunächst auf Distanz.

"Er hat zweimal die Spur gewechselt", beschwerte sich Rosberg, als er bei dem Versuch, Verstappen zu überholen, gescheitert war. Kurz darauf gelang es ihm dann aber doch, und fortan änderte sich an der Reihenfolge nichts mehr.

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