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Valencia CF v Club Atletico de Madrid - La Liga
Antoine Griezmann. © Getty Images

Madrid - Antoine Griezmann wurde einst von allen Top-Klubs verschmäht. Der Franzose schien den Verantwortlichen zu klein. Mit 14 ging er also nach Spanien, jetzt wollen ihn alle.

Kleines Ratespiel zur Auflockerung: Welche drei Spieler haben in den letzten drei Spielzeiten die meisten Tore in der spanischen Primera Division erzielt? Cristiano Ronaldo, klar. Lionel Messi, logisch. Und dann?

Gestatten: Antoine Griezmann, Freunden auch bekannt als: "Le petit diable", weil er angeblich den kleinen Teufeln aus der gleichnamigen französischen Zeichentrickserie ähneln soll.

Griezmann führt die Riege der Normalsterblichen an

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54 Tore hat Griezmann in den vergangenen zweieinhalb Spielzeiten für Real Sociedad und Atletico Madrid in der Liga erzielt. Deutlich weniger als Messi (93) und Cristiano Ronaldo (106), aber die beiden sind ja auch nicht von dieser Welt.

Die Riege der Normalsterblichen führt aber in Spanien Griezmann an, gesprochen: Gri-èz-mann, 24 Jahre, 67 Kilo bei 1, 76 Metern Lebendgröße. Ein schnelles, technisch beschlagenes Leichtgewicht;  Linksfuß, wie so viele interessante Spieler derzeit. Ein Franzose aus dem Burgund, der aber schon mit 14 nach Spanien ging – in seinem Heimatland hatte ihn keiner von den Topklubs haben wollen.

In Frankreich fanden sie ihn zu klein

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Beobachtet hatten ihn die Talentscouts von Paris Saint-Germain, Olympique Bordeaux oder Lyon natürlich, auch ein paar internationale Klubs hatten ihn auf dem Zettel. Sie alle erkannten die Fähigkeiten am Ball des schmächtigen Blonden. Auch, dass er als hängende Spitze praktisch traf, wie er wollte, sahen sie wohl. Aber sie fanden ihn einfach: zu klein, zu leicht, zu schwach. Zu sehr Bürschchen, zu wenig ernstzunehmender Fußballer.

Vor zehn Jahren waren Stürmer in der Idealvorstellung eben immer noch vor allem: groß. In San Sebastian war den Klubbossen aber egal, wie klein der Torjäger war. Sie überzeugten seine Eltern, den 14-Jährigen ins Baskenland ziehen zu lassen. Im September 2009 feierte Griezmann sein Profidebüt in der zweiten Liga. 18 Jahre alt war er da.

Jetzt ist er teuer

Die Verantwortlichen der großen Klubs, die ihn einst verschmähten, dürften sich mittlerweile ziemlich ärgern. Denn heute scheint es keinen Topklub zu haben, der Griezmann nicht haben wollte. Doch wenn sie ihn bekommen wollen, müssen sie richtig tief in die Taschen greifen. 

Irgendwo zwischen 80 und 120 Millionen Euro soll seine festgeschriebene Ablösesumme bei Atletico Madrid liegen. Der Hauptstadtklub selbst überwies 2014 30 Millionen Euro für den vielseitigen Offensivmann ins Baskenland. Griezmann kann links, rechts, im Zentrum und als hängende Spitze spielen, Trainer Diego Simeone nutzt das aus – und stellt ihn mal hier, mal da auf. Hauptsache, Griezmann spielt.

Wenn er trifft, gewinnt Atletico immer

In dieser Saison hat Atletico in der Liga immer gewonnen, wenn Griezmann traf. Ende Februar erlegte  er im Hauptstadtderby mit seinem Treffer auch Real Madrid und zerstörte so auch die letzten Titelhoffnungen Reals in der Primera Division. Seitdem traf Griezmann in jedem Spiel, vor allem dank ihm hält Atletico den zweiten Tabellenplatz, vier Punkte beträgt der Vorsprung auf Real.

In der Champions League ist Atletico am Dienstag nach einem dramatischen Sieg im Elfmeterschießen gegen Eindhoven ins Viertelfinale eingezogen.

Bei Bayern auf dem Zettel

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"Natürlich ist er ein sehr wichtiger Spieler für uns, aber wir können ihn hier nicht mit Ketten festhalten", beantwortete Simeone zuletzt Fragen nach Griezmanns Zukunftsaussichten. Der Franzose, dessen Vertrag 2020 ausläuft, kann sich seinen nächsten Klub aussuchen. Um ihn buhlen unter anderem: Der FC Bayern München, Paris Saint-Germain, Manchester United, Chelsea und - Real Madrid.

In dieser Serie stellt SPORT1 in loser Folge die begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt vor. Bereits erschienen sind:

Paulo Dybala: Der über den Rasen tanzt

Renato Sanches: Der 80-Millionen-Teenie

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