Ein Neuzugang, der eigentlich gar keiner ist

Isak verhöhnt! So reagiert Iraola
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Isak verhöhnt! So reagiert Iraola

Alexander Isak kam mit einem massiven Preisschild und hohen Erwartungen zum FC Liverpool. Nach einer Debütsaison zum Vergessen will der Schwede bei den Reds endlich durchstarten. Isak zeigt Ansätze, die Hoffnung geben.

Wenn ein Stürmer in drei Ligaspielen schon genauso viele Tore wie in der Vorsaison geschossen hat, ist das bemerkenswert und durchaus kurios zugleich. Und doch dürfte sich Alexander Isak aktuell über nichts mehr freuen, als endlich für den FC Liverpool Tore zu schießen. Nach einer verkorksten und bitteren Debütsaison will der Stürmer endlich zeigen, warum die Reds einst 145 Millionen Euro Ablöse für den Schweden ausgegeben haben.

Erste Ansätze für die positive Entwicklung lieferte er am vergangenen Freitag. Im Premier-League-Duell mit Aufsteiger Ipswich Town (2:0) schnürte der Schwede in den ersten neun Minuten einen Doppelpack und entschied damit die Partie im Alleingang.

Alexander Isak traf für Liverpool doppelt gegen Ipswich
Alexander Isak traf für Liverpool doppelt gegen Ipswich Alexander Isak traf für Liverpool doppelt gegen Ipswich © IMAGO/Propaganda Photo

„Für ihn wird es sich gerade einfach großartig anfühlen, wenn er sieht, wie diese Tore fallen“, schrieb Sky Sports nach dem ersten Liverpool-Sieg der laufenden Saison. Laut The Athletic passe Isak hervorragend zum Spielstil von Reds-Coach Andoni Iraola.

Im 4-2-3-1-System des Spaniers bekleidet Isak die Rolle des Mittelstürmers. Hinter ihm sollen vor allem Florian Wirtz, Neuzugang Victor Munoz und Cody Gakpo wirbeln und den schwedischen Stürmer mit Bällen füttern.

Isak? „Wirkt wie ein Spieler mit Selbstvertrauen“

Besonders gut klappte die Kombination mit Gakpo. Der Niederländer bediente seinen Mitspieler zweimal mustergültig, besonders seine Vorlage mit dem Außenrist zum 2:0 war sehenswert. Isak vollstreckte in echter Stürmermanier. „Er wirkt wie ein Spieler, der vor Selbstvertrauen nur so strotzt und fantastische Tore schießt“, schrieb Sky Sports. Ein dritter Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung zurückgenommen.

Ein Nebeneffekt seiner starken Leistung: Er ließ das Debüt von Star-Neuzugang Bradley Barcola fast in Vergessenheit geraten. Der Franzose war einen Tag vor dem Deadline-Day für 125 Millionen Euro von PSG zu den Reds gekommen, um die ohnehin hochkarätig besetzte Offensive noch einmal zu verstärken. Nach 64 Minuten durfte Barcola mitwirken, Isak wurde zum gleichen Zeitpunkt ausgewechselt.

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„Es war ein Abend, der eigentlich Liverpools neuestem Star-Neuzugang Barcola gehören sollte, doch Isak hatte andere Pläne“, fasste es BBC Sports treffend zusammen. „Bradley Barcola an einem großen Abend an der Portman Road die Schlagzeilen zu stehlen, war kein leichtes Unterfangen, doch genau das gelang Isak mit einem Doppelpack in den ersten neun Minuten“, schlug der Telegraph in eine ähnliche Kerbe. Die Daily Mail hielt fest: „Der Startschuss für die Ära Andoni Iraola ist gefallen. Die Schlagzeilen werden zu Recht Alexander Isak gehören.“

Auch sein Trainer ist sich sicher, dass es für den Schweden wieder aufwärtsgehen kann: „Wenn er fit ist, wenn er einsatzbereit ist, wenn er in guter Form ist, wird er die Zahlen liefern“, sagte Iraola. Dabei ging es nicht nur um Tore: „Es wird um andere Dinge gehen, damit wir gut spielen können. Und wenn wir gut spielen, sind wir in einer guten Position. Dann kommen die Tore von selbst“, stellte der Spanier klar.

Schwere Verletzung überschattet Isaks Debütsaison

Mit seinem Treffer in der Vorwoche gegen Nottingham Forest (2:2) hat Isak nun drei Tore auf seinem Konto – genauso viele wie in der gesamten Vorsaison in der Premier League. Fairerweise: Isak kam in der Saison 2025/26 lediglich auf 14 Spiele im englischen Oberhaus, da er sich im Dezember einen Wadenbeinbruch zugezogen hatte und bis April dieses Jahres ausfiel. Doch auch danach konnte Isak seinen Torriecher nicht mehr unter Beweis stellen.

Dabei war genau dies einer der Hauptgründe, warum die Reds einst 145 Millionen Euro Ablöse an Newcastle United überwiesen. 54 Tore erzielte der Schwede in drei Premier-League-Spielzeiten für Newcastle und landete in zwei Saisons jeweils unter den besten drei Torschützen der Liga.

Hässliche Newcastle-Rückkehr für Isak

Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den 26-Jährigen, doch seine erste Saison an der Anfield Road lief alles andere als optimal. Nach der Sommerpause sollte alles anders werden, doch der Start in die neue Spielzeit hätte kaum unangenehmer ausfallen können.

Das erste Ligaspiel führte ihn zurück an seine alte Wirkungsstätte. In Newcastle war der Schwede einst zum Publikumsliebling gereift, seine Rückkehr wurde letztlich zu einer schwierigen Bewährungsprobe.

Schon bei der Ankunft wurde er von Newcastle-Anhängern lautstark als „Ratte“ beleidigt, auch auf dem Platz im St. James‘ Park lief es nicht besser. Zwar spielte Isak die kompletten 90 Minuten durch, enttäuschte jedoch auf ganzer Linie und wurde bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Bei einem Fehlschuss verhöhnte ihn das Stadion, die Fans applaudierten und feierten ironisch, als wäre ein Tor gefallen.

Mit seinem starken Auftritt gegen Ipswich Town schrieb Isak wieder positive Schlagzeilen. Es fühlte sich an wie ein Neuanfang, wie der Start eines starken Neuzugangs – der eigentlich gar keiner ist.

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