Gutes Omen für Jürgen Klopp? So starteten seine DFB-Vorgänger

von SID
Diese Oranje-Szenen sorgen für pure Nostalgie
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Diese Oranje-Szenen sorgen für pure Nostalgie

Die Ära von Jürgen Klopp beginnt mit einem Kracher-Duell in den Niederlanden. Die Auftakt-Bilanz seiner Vorgänger macht allerdings Mut.

Sieben Siege und drei Unentschieden – und nur zweimal ging’s schief: Lediglich „Kaiser“ Franz Beckenbauer und der unglückliche Erich Ribbeck verloren ihre Debüts auf der deutschen Bank. Ein Rückblick vor dem Einstand von Jürgen Klopp, dem 13. Bundestrainer in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes, am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL und im LIVETICKER) in den Niederlanden.

Franz Beckenbauer bei seinem Debüt als Teamchef 1984
Franz Beckenbauer bei seinem Debüt als Teamchef 1984Franz Beckenbauer bei seinem Debüt als Teamchef 1984© picture-alliance/teutopress GmbH/SID/-

DFB kippt Quotensystem unter Nerz

Erst 18 Jahre nach dem ersten Länderspiel wirft der DFB die Methode über Bord, seine Nationalspieler durch die Landesverbände per Quotensystem auswählen zu lassen. Der 34-jährige Nerz, Fachlehrer für Fußball an der Hochschule für Leibesübungen in Berlin, führt „seine“ Elf am 31. Oktober 1926 in Amsterdam zu einem 3:2 gegen die Niederlande, Tull Harder (Hamburger SV) trifft doppelt. Kuriosum: Ersatztorwart Heiner Stuhlfauth muss nach der Pause als Linienrichter einspringen.

Traumstart für Herberger und Schön

Der spätere Weltmeister-Trainer (1954) springt schon vor seinem eigentlichen Debüt als „Chef“ mehrmals für Nerz ein, am 15. November 1936 ist er beim 2:2 gegen Italien in Berlin erstmals offiziell allein verantwortlich. Er holt ein „ehrenvolles Ergebnis“ (kicker) gegen den amtierenden Weltmeister und Olympiasieger. Wieder gibt es einen Doppeltorschützen, diesmal den Mannheimer Otto Siffling.

Abermals bietet das Berliner Olympiastadion den Rahmen, diesmal am 4. November 1964 für Schön. Rudi Brunnenmeier trifft, dennoch reicht es gegen Schweden zum Start in die WM-Quali nur zu einem 1:1, die Turnierteilnahme ist in Gefahr! „Dann müssen wir halt in Schweden gewinnen“, sagt Schön – daheim zu seiner Frau Anneliese. Das gelingt, nach dem „Vize“-Titel 1966 wird Schön mit der DFB-Elf 1972 Europa- und 1974 Weltmeister.

Schöns Assistent rückt am 11. Oktober 1978 in Prag in die erste Reihe, Rainer Bonhof (2), Rüdiger Abramczik und Hansi Müller sorgen für ein 4:3 gegen die Tschechoslowakei. Derwall bleibt in seinen ersten 23 (!) Spielen ungeschlagen und wird 1980 Europameister.

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Enttäuschende Premiere für Beckenbauer und Vogts

Der „Kaiser“ ist der erste Boss („Teamchef“), der sein Debüt verliert: am 12. September 1984 in Düsseldorf 1:3 gegen Argentinien. Der Gegner sei schon bei der Hymne „besser“ gewesen, meckert Beckenbauer und kritisiert seine maulfaule Elf: „Der eine bohrt in der Nase, der nächste kaut Kaugummi und ein anderer schaut in der Gegend herum.“ Singen wird zur Pflicht – und Deutschland 1990 Weltmeister. Gegen Argentinien.

„Auf Jahre hinaus unschlagbar“ sollte die Nationalelf sein, unter Beckenbauers bisherigem Assistenten Vogts reicht es am 29. August 1990 zu einem 1:1 in Lissabon gegen Portugal. Ein Fehler von Andreas Brehme kostet den Sieg – der WM-Held entschuldigt sich, dass er Vogts die Premiere „vermasselt“ habe.

Am 10. Oktober 1998 in Bursa gegen die Türkei ist es Oliver Kahn, dessen Slapstick-Einlage zum 0:1 in der EM-Quali gegen die Türkei führt. „Das Ergebnis entspricht nicht dem Spiel“, sagt Ribbeck, „etliches stimmte positiv“, heißt es im kicker. Ribbecks kurze Amtszeit geht dennoch als Desaster in die Verbandsgeschichte ein.

Völler sorgt zunächst für Euphorie

Der 16. August 2000 steht für Aufbruch und Neuanfang, die DFB-Auswahl begeistert beim 4:1 gegen Spanien in Hannover. Mehmet Scholl und Alexander Zickler treffen doppelt. „Das hat endlich wieder Spaß gemacht!“, titelt der kicker. 2002 zieht Völlers Kämpfer-Truppe ins WM-Finale ein.

Völler setzt die EM 2004 in den Sand, wieder braucht es einen Neustart. Der gelingt am 18. August 2004 beim 3:1 gegen Österreich in Wien dank dreier Treffer von Kevin Kuranyi. Dass Klinsmann auch abseits des Rasens alles auf links dreht, sorgt allerdings für massive Kritik.

Löw gelingt Traumstart gegen Schweden

Nach dem unverhofften „Sommermärchen“ übernimmt Klinsmanns Assistent und feiert am 16. August 2006 beim 3:0 gegen Schweden in Gelsenkirchen einen Traumstart. Miroslav Klose schnürt den Doppelpack. Zwei Jahre später erreicht Deutschland das EM-Finale, 2014 erklimmt Löw den WM-Thron.

„Wir starten bei null“, sagt DFB-Direktor Oliver Bierhoff, Flicks Debüt beim 2:0 in der WM-Quali gegen Liechtenstein in St. Gallen am 2. September 2021 gerät arg zäh. Um seine neue Philosophie umzusetzen, brauche er „eine gewisse Zeit“, sagt er. Er bekommt rund zwei Jahre.

Nagelsmann bezwingt die USA

Als Flicks Zeit abgelaufen ist, übernimmt der jüngste Bundestrainer seit Nerz. Nagelsmann verbreitet Aufbruchstimmung, sein Debüt am 14. Oktober 2023 glückt, die USA werden in East Hartford 3:1 bezwungen. „Euphorie wäre ein bisschen hoch gegriffen“, sagt Sportchef Völler, „aber Optimismus ist jetzt schon da.“

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