Rummenigges versteckte Kritik an Max Eberl

Warum Rummenigge nicht für Eberl stimmte
0:59

Warum Rummenigge nicht für Eberl stimmte

Der FC Bayern hatte im Sommer Probleme, Spieler wie Joao Palhinha oder Sacha Boey zu verkaufen. Stattdessen fanden einige Talente aus dem Bayern-Campus schnell einen Abnehmer. Damit hadert Karl-Heinz Rummenigge.

Dass Karl-Heinz Rummenigge nicht vollends mit der Arbeit von Max Eberl beim FC Bayern zufrieden ist, hat er durch seine Enthaltung bei der Abstimmung über die Vertragsverlängerung mit dem Sportvorstand deutlich gemacht. Auch darüber hinaus lässt der 71-Jährige Kritik durchblicken.

Von der Abendzeitung wurde das Aufsichtsratsmitglied darauf angesprochen, welche Bedeutung die Vertragsverlängerung von Sportdirektor Christoph Freund für den deutschen Rekordmeister hat. Daraufhin berichtete Rummenigge zunächst, dass er und Uli Hoeneß mit dem 49-Jährigen die Gespräche geführt und ihn nach München gelotst hätte.

Karl-Heinz Rummenigge ist mit der Arbeit von Max Eberl nur in Teilen zufrieden
Karl-Heinz Rummenigge ist mit der Arbeit von Max Eberl nur in Teilen zufriedenKarl-Heinz Rummenigge ist mit der Arbeit von Max Eberl nur in Teilen zufrieden© IMAGO/ActionPictures

Rummenigge hadert mit generierten Ablösesummen

Anschließend erklärte er, dass Eberl intern entmachtet wurde: „Es ist inzwischen beschlossen, dass Christoph und Jochen Sauer (Direktor Nachwuchsentwicklung, Anm. d. Red.) künftig die komplette Verantwortung für den Campus haben.“

Rummenigge betonte, dass der Campus „in Zukunft eine noch größere Rolle“ spielen müsse und nannte hierbei ein Beispiel: „Wir wollten eigentlich Palhinha, Boey, Zaragoza und Nübel verkaufen. Zusammen hatten wir ein Paket erwartet, das zwischen 60 und 70 Millionen Euro bringen sollte. Am Ende hat es 20 Millionen gebracht.“

„Gerettet haben uns die Verkäufe der jungen Spieler“

Für die Verkäufe in letzter Linie verantwortlich ist Sportvorstand Eberl, der es nicht schaffte, einen passenden Abnehmer für Boey zu finden, weshalb der Franzose bis heute beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag steht. Eberl hatte früh in der Transferperiode verkündet, dass die Verkaufskandidaten keine Zukunft mehr in München haben werden und sich nach einem neuen Verein umschauen sollen. Bei den Transfererlösen mussten nun Abstriche gemacht werden.

„Gerettet haben uns dann die Verkäufe der jungen Spieler, unter anderem von Aseko, Ibrahimovic und Kusi-Asare“, sagte der 71-Jährige und verwies damit auf das große Interesse an Spielern, die aus dem Bayern-Nachwuchs stammen. „Das war in erster Linie der Verdienst von Jochen und Christoph“, lobte Rummenigge und ließ dabei Eberl außen vor und fügte hinzu: „Sie sind absolute Fachleute auf dem Gebiet und kümmern sich täglich um den Campus.“

DEINE MEINUNG

Sonderlob für Dreesen und Kasper

Daraufhin verteilte das Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern noch Sonderlob für den Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen sowie Rouven Kasper, den er als „ausgewiesenen Fachmann in den Bereichen Marketing, Sponsoring und Vertrieb“ betitelte.

Dreesen sieht er als „große Konstante im Vorstand“. Als Rummenigge vor drei Jahren gebeten wurde, in den Aufsichtsrat zurückzukehren, habe er nach eigener Aussage damals die Bedingung gestellt, dass er es nur mache, wenn der heutige Vorstandsvorsitzende im Verein bleibt – obwohl Dreesen als damaliger Finanzboss zuvor seinen Abschied verkündet hatte.

„Ich habe damals gesagt: Bevor ihr den nächsten Fehler macht, holt ihn ganz schnell zurück! Jan führt den Klub mit großer Verlässlichkeit, menschlicher Qualität und vor allem mit enormem Sachverstand. Er kennt den FC Bayern in- und auswendig. Ihn zum CEO zu machen, war eine ganz wichtige Entscheidung“, meinte Rummenigge abschließend.

Abonniere den Fußball-Newsletter und bleibe immer am Ball! Alle Tore und News direkt in dein Postfach