Nächste Kontroverse um Thomas Tuchel
"Ein laufender Gerichtsprozess - kein Kommentar"
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel ist nicht bereit, seine Spieler zu schonen. Der 53-Jährige hat eine klare Botschaft an die Vereinstrainer.
Englands Nationalcoach Thomas Tuchel hat sich in einer unmissverständlichen Ansage an die Trainer der Premier League gewandt – und damit die nächste Kontroverse auf der Insel ausgelöst.
Der 53-Jährige machte klar, dass er weiterhin nicht bereit ist, seine Spieler aufgrund des engen Terminkalenders in den kommenden Partien zu schonen – schon gar nicht, um damit den Vereinen einen Gefallen zu tun.
„Ich nehme keine Anrufe von Trainern der Premier League entgegen. Ich habe noch nie einen Nationaltrainer angerufen. Es ist, wie es ist“, sagte Tuchel auf einer Pressekonferenz am Sonntag.
Thomas Tuchel: „Das ist Wahnsinn“
Zuvor war er gefragt worden, ob er den Vereinen entgegenkommen wolle, indem er gewissen Spielern eine Pause gebe. Das von ihm zu verlangen, wäre „Wahnsinn“, erklärte Tuchel weiter.
Der frühere Trainer des FC Bayern untermauerte seinen Standpunkt, indem er auf seine eigene Vergangenheit verwies: „Wenn ich einen Trainer in Brasilien oder Argentinien anrufen würde, wüssten sie nicht, wovon ich rede. Die Spieler wüssten nicht, wovon ich rede. Warum sollte ich das also tun und den Spielern den Eindruck vermitteln, dass es in Ordnung ist, einen Gang zurückzuschalten, eine Halbzeit auszusetzen oder ein Spiel auszusetzen? Warum sollte ich?“
Tuchels Antwort: „Das würde ich niemals tun. Das ist Wahnsinn. Wir wollen das nächste Spiel gewinnen.“
Tuchel in der Kritik
Der Deutsche hatte sich am Samstag Weltmeister Spanien geschlagen geben müssen (2:3) und war anschließend ins Fadenkreuz der englischen Presse geraten. Hauptkritikpunkt: die Abwehrarbeit der Three Lions.
Auch die jüngsten Aussagen sorgten in England für kritische Reaktionen. So titelte der Mirror groß am Montagvormittag: „Thomas Tuchel auf Kollisionskurs mit den Chefs der Premier League nach seiner unverblümten Ablehnung“. Der Guardian und The Sun hoben derweil seinen „Wahnsinns“-Spruch hervor.
Für die englische Nationalmannschaft folgen Partien gegen Tschechien (29. September), Kroatien (3. Oktober) und erneut Tschechien (6. Oktober).
„Wir müssen proaktiv sein und alles geben. Da ist kein Platz für eine zurückhaltende Spielweise oder einen wirtschaftlichen Ansatz. Es geht darum, wie die Mannschaft spielen will, wie wir spielen wollen“, sagte Tuchel abschließend.