Premier League verkündet Urteil im ManCity-Skandal
Premier League verkündet Urteil im ManCity-Skandal
Zahlreiche Medien berichteten tagelang über den Finanzskandal, nun teilt die Premier League das Ergebnis mit. Manchester City ist schuldig!
Die Schockwellen sind massiv, beinahe stündlich ploppen neue Meldungen auf – und am Dienstagabend sorgte die Premier League für das nächste schwere Beben: Im Finanzskandal um Manchester City machte die englische Liga das publik, was das Mutterland des Fußballs durch Medienberichte schon seit Tagen in Aufruhr versetzt hatte. Der taumelnde Branchenriese ist schuldig, es drohen harte Sanktionen. Die Premier League sprach von der „bedeutendsten Entscheidung“ ihrer Geschichte.
Die Vorwürfe zielen auf das Geschäftsgebaren der Klubbesitzer aus Abu Dhabi, die City 2008 übernommen hatten. Eine unabhängige Kommission der Premier League stellte fest, dass City in allen Anklagepunkten im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Finanzregeln zwischen 2009/10 und 2017/18 schuldig sei. Dazu hieß es, dass der Klub sich der Mehrheit der Anklagepunkte im Zusammenhang mit mangelnder Kooperation schuldig gemacht habe. In einer Stellungnahme kündigte ManCity daraufhin an, die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen.
City erhöhte Einnahmen künstlich durch Scheinverträge
Der zehnmalige Meister habe unter anderem durch „Scheinverträge“ mit Sponsoren die Einnahmen künstlich erhöht und seine Kosten gesenkt. Laut der unabhängigen Kommission handelte es sich um eine Summe von 900 Millionen Pfund (rund 1,05 Milliarden Euro). ManCity habe zudem falsche Jahresabschlüsse eingereicht sowie den tatsächlichen Zustand der Finanzen verschleiert. Gegen die Ausgabenlimits der Liga sowie der UEFA habe der Klub damit verstoßen. Die unabhängige Kommission kam dadurch zu dem Schluss, dass der Verein „durch sein Verhalten eindeutig beabsichtigte, die Regeln der Premier League zu umgehen“.
Es gehöre „zu den zentralen Aufgaben der Premier League, sicherzustellen, dass die von den Vereinen selbst verabschiedeten Regeln eingehalten werden, um die Integrität des Wettbewerbs zu schützen“, sagte Richard Masters, Geschäftsführer der Premier League: „Wir nehmen diese Aufgabe äußerst ernst.“ Masters erklärte zudem: „Dieses Disziplinarverfahren und diese Entscheidung sind die bedeutendsten in der Geschichte der Premier League.“
ManCity beteuert weiterhin die Unschuld
Der Klub reagierte „sowohl enttäuscht als auch überrascht“ und erklärte, „unschuldig hinsichtlich der von der Premier League erhobenen Vorwürfe“ zu sein. Die Premier League kündigte an, „den verbleibenden Teil des Verfahrens zügig voranzutreiben, um der Liga, unseren Vereinen und den Fans Klarheit zu verschaffen.“
Die Anhörung über die Sanktionen, die Berichten zufolge von Geldstrafen, Punktabzügen und der Aberkennung der in dem Zeitraum gewonnen Titel reichen, werde „privat und vertraulich“ bleiben.
Welche Konsequenzen drohen Manchester City?
Was City konkret droht, ist dabei noch nicht ersichtlich. Grundsätzlich werden immer wieder Vergleiche zum FC Everton und Nottingham Forest herangezogen, die in der Saison 2023/24 wegen einzelner Verstöße gegen das Financial Fair Play mit Punktabzügen belegt wurden. Die Manchester-Saga mit ihren 115 Anklagepunkten scheint eine ganz andere Dimension zu haben – auch die Möglichkeit eines Zwangsabstiegs sehen die Statuten vor.
Lisa Nandy, Abgeordnete und Staatssekretärin für Kultur, Medien und Sport in Großbritannien, sagte der BBC: „Es ist unglaublich ernst, der Bericht der Premier League ist unglaublich ernüchternd. Das bereitet den Fans von Manchester City und allen Fans des Premier-League-Fußballs große Sorgen.“
Ära Guardiola erscheint in einem neuen Licht
Der untersuchte Zeitraum war der Beginn der erfolgreichen Ära Pep Guardiola (ab 2016), zuvor arbeitete Italiens heutiger Nationaltrainer Roberto Mancini von 2009 bis 2013 für City. Dem Nachrichtenmagazin Spiegel zufolge, das die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte, soll er einen Großteil seiner Vergütung über einen „fiktiven Beratervertrag“ erhalten haben.
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Die Welt rund um das liebste Hobby der Briten ist eine andere, seit vergangene Woche Medien von der Schuld des Triple-Gewinners von 2023 und Klub von Superstar Erling Haaland berichtet hatten – in 114 von 115 Anklagepunkten im „Prozess des Jahrhunderts“.