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Carsharing ist sehr gut über Apps zu bewerkstelligen
Carsharing ist sehr gut über Apps zu bewerkstelligen © Imago
Lesedauer: 18 Minuten
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Carsharing erfreut sich vor allem in Großstädten immer größerer Beliebtheit. SPORT1 zeigt, was dabei zu beachten ist und gibt wertvolle Tipps.

Die Möglichkeit, auch ohne eigenes Auto schnell und günstig von A nach B zu kommen erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und Carsharing-Fahrzeuge sind fest im Stadtbild verankert. Insbesondere in Großstädten sind die Leihautos nicht mehr wegzudenken.

Das Prozedere ist denkbar einfach: Das Auto wird immer dann genutzt, wenn es gebraucht wird. Aber wie funktioniert die moderne Autovermietung eigentlich genau, was kostet es, welche Anbieter gibt es und wie sieht es mit der Versicherung aus?

SPORT1 hat alle wichtigen Fragen rund um das Thema Carsharing für Sie zusammengefasst und beantwortet.

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Carsharing – Welche Varianten gibt es?

Mittlerweile gibt es über zwei Millionen Nutzer, die sich bei einem oder mehreren der über 150 Carsharing-Anbieter registriert haben. Zudem ist der Autoverleih mittlerweile in mehr als 700 deutschen Städten und Gemeinden verfügbar. Streng genommen gibt es aber drei Formen von Carsharing:

Klassische Autovermietung:

Die wohl bekannteste und älteste Form des Carsharings ist die klassische Autovermietung wie beispielsweise die von Sixt, Europcar oder Buchbinder. Hier können Sie sich vom Kleinwagen bis hin zum 40-Tonner LKW unterschiedlichste Fahrzeuge mieten. Die Abrechnung erfolgt Stunden oder tageweise. Das Fahrzeug muss jedoch wieder an einer der im Vorfeld festgelegten Station abgeholt und an der vereinbarten Abgabestation wieder zurückgegeben werden.

Free-Floating:

Die zweite Variante ist das sogenannte Free-Floating, bei dem Sie einen Wagen irgendwo in der Nähe ihres aktuellen Standortes aufnehmen und ihn anschließend an einem Zielort Ihrer Wahl wieder abstellen. Zu den bekanntesten Free-Floating Anbietern gehören zum Beispiel Share Now (ehemals DriveNow und Car2Go), Flinkster, Cambio oder Stadtmobil.

Peer-to-Peer Privatauto vermieten:

Die dritte Form ist das Peer-to-Peer-Sharing, bei dem private Autos gegen Geld verliehen bzw. geteilt werden. Auch hierfür bedienen sich die Privatbesitzer gerne an professionellen Plattformen wie z.B. Drivy, SnappCar, Turo oder Oply.

Wir wollen uns jedoch vorrangig mit der Form des klassischen Carsharings sowie Free-Floatings beschäftigen, da diese am häufigsten genutzt werden.

Vor- und Nachteile von Carsharing

Die Vorteile von Carsharing klingen sehr verlockend. Schließlich müssen sich Nutzer keine Gedanken über steigende Spritpreise, Kosten für Reparaturen oder Wartung sowie Versicherungsbeiträge und Steuern machen. Es gibt jedoch auch ein paar Nachteile.

Vorteile:

+ Günstige Minuten- oder Kilometerpreise

+ Flexible Parkmöglichkeiten

+ Spontane Buchung möglich

+ Reservierungen sind möglich

+ Alles bequem per App steuerbar

+ Mehrere Fahrzeuge zur Auswahl

+ Viele Rabattaktionen

+ Ordentliche Rechnung und verschiedene Bezahlmöglichkeiten

+ Meist alle Kosten inklusive (Tanken, Parkgebühren, Versicherung)

+ Oftmals sind Anbieter in mehreren deutschen und europäischen Städten vertreten

Nachteile:

- Eingeschränkte bis gar keine Verfügbarkeit außerhalb der Stadtmitte

- Keine Garantie, dass ein Fahrzeug in der Nähe verfügbar ist

- Hohe Selbstbeteiligung

- Zusätzliche Einmalzahlung einer Kaution oder Anmeldegebühr

Carsharing – Muss ich mich registrieren?

Ohne eine Registrierung ist die Nutzung von Carsharing-Anbietern nicht möglich. Es erklärt sich wohl von selbst, dass Angaben zur eigenen Person, Führerschein, Kontodaten und eine Kontaktmöglichkeit relevant und unumgänglich sind. Wie sollen die Anbieter sonst die Gewissheit erhalten, dass der Nutzer zum Beispiel überhaupt einen gültigen Führerschein oder ein Konto besitzt? Aber keine Sorge, in der Regel werden nur Daten abgefragt, die auch wirklich benötigt werden:

  • Führerschein
  • Personalausweis
  • Girokarte oder Kreditkarte

Die Registrierung ist denkbar einfach, geht schnell und erfolgt online. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie sich zu Hause über den Laptop oder über Ihr Handy registrieren. Bei manchen Anbietern müssen Sie sich nach der Onlineregistrierung in einem der stationären Kundenbüros authentifizieren, indem Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass sowie den Führerschein und Ihre Giro- oder Kreditkarte vorzeigen. Anschließend erhalten Sie eine Kundenkarte. Andere wiederum nutzen und steuern von der Registrierung und der Bezahlung bis hin zum Öffnen und Schließen der Autos alles via App.

Was passiert, wenn ich tanken muss?

In jedem Carsharing-Auto befindet sich – meist im Handschuhfach - eine Tank- oder Ladekarte. Mit dieser können Sie dann einfach an der Tankstelle oder an einer Ladesäule für Elektroautos bezahlen. Für den Nutzer entstehen keine zusätzlichen Kosten, da diese bereits in den Nutzungsgebühren inbegriffen sind. Manche Anbieter geben für das tanken sogar einen kleinen Bonus. So bekommen Sie beispielsweise bei DriveNow satte 30 Freiminuten geschenkt, wenn der Tankstand vor der Fahrt unter 25 % liegt oder während der Fahrt darunter fällt und Sie den Wagen mit einem Tankstand von mehr als 90 % wieder zurückgeben.

SPORT1-Tipp: Als Faustregel gilt: Ist der Tank eines Benzin- oder Dieselgetriebenen Fahrzeugs weniger als ein Viertel und der Tank eines Elektroautos weniger als ein Drittel gefüllt ist, sollten Sie tanken gehen.

Muss ich das Auto vorher reservieren?

Eine Reservierung ist nicht zwingend notwendig. Wenn Sie jedoch sichergehen wollen, dass ein Fahrzeug verfügbar ist, können Sie bei manchen Anbietern ein Auto für maximal 30 Minuten reservieren. Das lohnt sich insbesondere am Wochenende oder abends zur Feierabendzeit, weil dann erfahrungsgemäß viele Fahrzeuge belegt sind. Eine Reservierung ist auch dann sinnvoll, wenn ein freies Fahrzeug nicht um die Ecke, sondern ein paar Minuten Fußweg entfernt steht.

Wie kann ich bezahlen?

Einsteigen, Stundenpaket wählen oder bei minutengenauer Abrechnung einfach losfahren - so einfach geht Carsharing. In puncto Bezahlvorgang beim Free-Floating-Carsharing können Sie meist zwischen mehreren Möglichkeiten wählen:

  • Einzugsermächtigung + Kreditkartenzahlung

Wenn Sie dem SEPA-Verfahren zugestimmt haben, werden die monatlichen Fahrten oftmals zu Beginn oder Mitte des Folgemonats abgerechnet. Zusätzlich erhalten Sie per Post oder via E-Mail eine Rechnung, in der die im Vormonat gefahrenen Minuten oder Kilometern genau aufgelistet sind. Das Gleiche gilt für die Bezahlung mit einer Kreditkarte.

  • Rechnung per Post oder Mail

Einmal im Monat bekommen Sie eine Rechnung per Post oder E-Mail über die im Vormonat gefahrenen Kilometer oder Minuten und bezahlen ganz bequem per Überweisung. Das Zahlungsziel liegt meist bei den üblichen 7 bis 14 Tagen.

  • Minutenpakete & Tarife

Ähnlich wie die von Handys bekannten Prepaid-Karten bieten einige der Carsharing-Anbieter Minuten- oder Stundenpakete oder sogar spezielle Monatstarife an. Sie buchen und bezahlen im Vorfeld eines der angebotenen Pakete und verfügen somit über eine Art Guthaben, welches Sie zeitlich begrenzt oder unbegrenzt nutzen können. Eine erneute Aufladung des Guthabens ist jederzeit online oder via App möglich.

Carsharing-Anbieter – Welche gibt es, wo verfügbar, welche Fahrzeuge und was kosten sie?

Bei über 150 Carsharing-Anbietern und vielen verlockenden Angeboten kann man schnell mal den Überblick verlieren. Hinzu kommt, dass die Kosten für Anmeldung, gefahrene Kilometer oder Minuten etc. von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sind. Fairerweise muss aber dazu gesagt werden, dass sich die meisten in einem ähnlichen Preisrahmen bewegen und ihre Fahrzeuge zu moderaten Preisen anbieten. Alle Anbieter aufzuzählen würde eine ewig lange Liste ergeben, weshalb wir hier nur die 10 größten und bekanntesten Anbieter aufzuzählen:

Drive Now

  • Anmeldegebühr: 29 Euro einmalig
  •  Kosten pro km/Min.: Ab 0,33 Euro pro Min./Ab 9 Euro pro Stunde/Ab 80 Euro pro Tag
  •  Zusatzkosten: Schutzpaket: 1 Euro pro Miete (Vollkasko & Diebstahlschutz, 350 Euro Selbstbehalt). Ab 200 Kilometern kommen 0,29 Euro pro weiteren gefahrenen Kilometer hinzu
  •  Fahrzeuge: BMW 1er, 2er Active Tourer, 2er Cabrio, i3, X2, MINI 3-Türer, MINI 5-Türer, MINI Clubman, MINI Countryman, MINI Cabrio
  •  Wo: Berlin, Köln, Hamburg, Düsseldorf, München. Im Ausland u.a. in Wien, Kopenhagen, London, Mailand, Helsinki und Lissabon
  •  Webseite: https://www.drive-now.com/de/de

Car2Go

  •  Anmeldegebühren:  9 Euro einmalig
  •  Kosten pro km/Min.: Ab 0,19 Euro pro Minute
  •  Zusatzkosten: Ab 50 Kilometern kommen 0,29 Euro pro gefahrenen Kilometer hinzu
  •  Fahrzeuge: Smart, Mercedes A- und B-Klasse, Mercedes GLA und CLA, Mercedes AMG CLA 45
  •  Wo: Berlin, Frankfurt am Main, München, Köln, Hamburg, Stuttgart. Zudem in europäischen Städten wie z.B. in Wien, Madrid, Amsterdam, Florenz, Mailand oder Rom. Des Weiteren in den USA, Kanada und China
  •  Webseite: https://www.car2go.com/DE/de/

Flinkster

  • Anmeldegebühren: 0 Euro mit BahnCard, 5 Euro mit Kundenkarte, 10 Euro mit Partnerkarte oder 29 Euro ohne BahnCard
  •  Kosten pro km/Min.: Ab 39 Euro pro Tag/Ab 2,30 Euro tagsüber ab 1,50 Euro nachts pro Stunde
  •  Zusatzkosten: 0,18 – 0,20 Euro pro gefahrenen Kilometer
  •  Fahrzeuge: Mini-Klasse (z.B. Smart, Toyota Aygo), Kleinklasse (z.B. VW Polo, Ford Fiesta), Kompaktklasse (z.B. VW Golf, Opel Astra), Mittelklasse (z.B. Ford Mondeo, Mercedes C-Klasse), Oberklasse (z.B. Volvo XC 60, Audi A6), Transportklasse (z.B. Opel Movano, VW T5), Luxusklasse (z.B. Volvo XC 90)
  •  Wo: Insgesamt in über 400 Städten mit rund 2.500 Stationen in Deutschland vertreten. Hinzu kommen weitere Stationen in Österreich und Italien, in den Niederlanden sowie in der Schweiz
  •  Webseite: https://www.flinkster.de

SIXT Share

  •  Anmeldegebühren: 29 Euro einmalig
  •  Kosten pro km/Min.: Ab 0,19 Euro pro Min./Ab 59 Euro pro Tag
  • Zusatzkosten: Keine
  •  Fahrzeuge: MINI, MINI Cabrio, MINI Countryman, BMW X1, BMW X2, 1er BMW, Hyundai i10, VW Transporter, Audi A3, Audi Q2, Audi A4, VW Golf Kombi, VW Passat, Renault Zoe, Seat Leon, Skoda Octavia
  •  Wo: Berlin, Bochum, Dresden, Duisburg, Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg
  •  Webseite: https://www.sixt.de/share/

Cambio

  • Anmeldegebühren: 30 Euro einmalig. Je nach Tarif kommen noch zwischen 3 Euro und 25 Euro monatliche Grundgebühr für einen Fahrer hinzu
  •  Kosten pro km/Min.: Tagsüber ab 1,10 Euro und nachts 0,50 Euro pro Stunde/Ab 21 Euro pro Tag/Ab 147 Euro pro Woche
  •  Zusatzkosten: Bis 100 km zwischen 0,23 Euro und 0,37 Euro zusätzlich pro Kilometer. Ab mehr als 101 gefahrenen Kilometer zwischen 0,17 Euro und 0,22 Euro zusätzlich pro Kilometer
  •  Fahrzeuge: Toyota Aygo, Toyota Yaris Hybrid, Ford Fiesta, Ford Focus Kombi, Ford Transit, VW Caddy, Renault ZOE, Citroen Berlingo, Nissan ENV200, Fiat 500 Cabrio, Volvo S60
  •  Wo: Hamburg, Aachen, Berlin, Köln und Umgebung, Saarbrücken, Wilhelmshaven, Herzogenrath, Bremerhaven, Flensburg, Wuppertal, Uelzen, Lüneburg, Bielefeld, Oldenburg, Bonn, Achim, Düren, Eschweiler, Jülich, Winsen, Würselen, Bremen
  •  Webseite   https://www.cambio-carsharing.de

Oply

  •  Anmeldegebühren: 19 Euro einmalig
  •  Kosten pro km/Min.: Ab 6 Euro pro Stunde
  •  Zusatzkosten: Keine
  •  Fahrzeuge: Ford Fiesta, Ford Focus, Renault Trafic
  •  Wo: Hamburg, München und Berlin
  •  Webseite   https://www.oply.com/

Stadtmobil

  • Anmeldegebühren: 29 Euro einmalig + Monatsbeitrag und eventuell Einlage (Höhe ist abhängig vom Tarif). Beispiel Profi-Tarif: 350 € einmalige Einlage + 29 € einmalige Aufnahmegebühr + 5 € Monatsbeitrag + die jeweiligen Nutzungskosten (Zeit- und Kilometertarif)
  •  Kosten pro km/Min.: Die Preise unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. In Karlsruhe beispielsweise ab 0,98 Euro pro Stunde + ab 0,19 Euro pro gefahrenen Kilometer/Ab 18,50 Euro pro 24 Stunden/Ab 37 Euro pro Wochenende/Ab 102 Euro pro Woche. In Berlin dagegen ab 1,50 Euro pro Stunde + ab 0,25 Euro pro gefahrenen Kilometer/Ab 23 Euro pro 24 Stunden/Ab 165 Euro pro Woche
  •  Zusatzkosten: Grundgebühr pro Buchung (Höhe abhängig vom gewählten Tarif)
  •  Fahrzeuge: Toyota Aygo, Ford Fiesta, Opel Adam, Opel Corsa, Toyota Yaris Hybrid, Ford Focus, Opel Astra, Renault Kangoo, VW Golf, Audi A3, Ford Grand C Max, Ford Tourneo Custom, Ford Transit, Opel Vivaro, Seat Mii, Fiat 500, Opel Karl, Renault Twingo, Smart Elektro, VW up!, Seat Ibiza, VW Polo, Seat Arona, Renault Captur, Mini Cooper Cabrio, Mazda MX5, Audi A1 und viele mehr
  •  Wo: Frankfurt am Main, Berlin, Stuttgart, München, Köln, Karlsruhe, Hannover, Rhein-Main-Gebiet, Rhein-Neckar-Gebiet, Rhein-Ruhr-Gebiet, Trier
  •  Webseite: https://www.stadtmobil.de

Greenwheels

  • Anmeldegebühren: Basic-Tarif kostenlos. Für die Tarife Komfort und Aktiv fällt eine monatliche Grundgebühr in Höhe von 10 Euro bzw. 25 Euro an
  •  Kosten pro km/Min.: Ab 1,49 Euro tagsüber pro Stunde/Nachts ab 0,49 Euro pro Stunde/Ab 19 Euro pro Tag/Ab 39 Euro pro Wochenende/Ab 99 Euro pro Woche
  •  Zusatzkosten: Ab 0,24 Euro pro gefahrenen Kilometer
  •  Fahrzeuge: VW up!, VW Golf Variant, VW Caddy
  •  Wo: Hamburg, Berlin, Dresden, Nürnberg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Rostock, Braunschweig, Ahrensburg, Bochum, Dortmund, Duisburg, Elmshorn, Essen, Fürth, Gelsenkirchen, Haden, Norderstedt, Pinneberg, Potsdam, Recklinghausen, Regensburg, Uetersen, Unna, Wedel. Zudem in mehreren Städten in den Niederlanden
  •  Webseite: https://www.greenwheels.com/de/privat

Ubeeqo

  •  Anmeldegebühren   15 € einmalig + optional 5 € einmalig für die Bereitstellung einer Ubeeqo-Card.
  •  Kosten pro km / Min.   Tarif Flex: Ab 5 € pro Stunde + 50 Freikilometer, danach ab 0,17 € für jeden weiteren Kilometer. Tarif Prime: 25 € Grundgebühr für 3 Monate Nutzung + ab 3,50 € pro Stunde + 50 Freikilometer, danach ab 0,15 € für jeden weiteren Kilometer.
  •  Zusatzkosten   Für den Tarif Prime wird eine Grundgebühr von 25 € für eine dreimonatige Nutzung fällig.
  •  Fahrzeuge   Opel Adam, MINI, VW Golf, 1er BMW.
  •  Wo   Berlin, Hamburg, London, Paris, Mailand, Madrid, Barcelona.
  • Webseite   https://www.ubeeqo.com/de

MILES

  • Anmeldegebühren: 0 Euro
  •  Kosten pro km/Min.: Ab 0,79 Euro pro km/Ab 29 Euro für 6 Stunden oder 50 Kilometern/Ab 49 Euro für 24 Stunden oder 100 Kilometer/Prepaid-Modell für 89 Euro
  •  Zusatzkosten: Keine
  •  Fahrzeuge: Toyota Yaris, Toyota C-HR, VW Crafter, VW T6, Fiat 500, Audi A1, Audi A3
  •  Wo: Berlin, Hamburg, Köln, Sylt
  •  Webseite:  https://miles-mobility.com

SPORT1-Tipp: Lassen Sie sich nicht sofort von Anmeldegebühren abschrecken. Anbieter die eine Anmeldegebühr verlangen, sind an anderer Stelle wiederum günstiger als diejenigen, bei denen Sie keine Anmeldegebühr bezahlen müssen.

Gibt es Zusatzkosten oder ist alles inklusive?

Bis auf die oben genannten Zusatzkosten für z.B. Mehrkilometer oder Pauschalen pro Buchung, fallen in der Regel keine weiteren Kosten an. Im Preis inbegriffen sind bereits sämtliche Kosten für Parkgebühren, Tanken, Versicherung, TÜV, Autopflege etc. Allerdings können höhere Gebühren für gefahrene Kilometer oder Minuten anfallen, wenn Sie zum Beispiel ein Auto zur Hauptverkehrszeit buchen.

Sie können Ihre Fahrt auch unterbrechen - das macht zum Beispiel Sinn, wenn Sie einkaufen wollen und das Auto danach für die Rückfahrt benötigen. Wer die Fahrt nur unterbricht profitiert von reduzierten Kosten während des Parkens. In dieser Zeit wird eine minutengenaue Parkgebühr berechnet, die günstiger ist als der normale Minutenpreis. Teuer wird es, wenn Sie das Carsharing-Fahrzeug in einem Gebiet abstellen und die Miete beenden, welches sich außerhalb der vereinbarten Zone befindet. Dann berechnen alle Anbieter eine Art „Strafgebühr“.

Carsharing Versicherungsschutz - Wie bin ich versichert?

Kunden von Carsharing-Diensten sind über den jeweiligen Anbieter haftpflicht- und vollkaskoversichert. Ist der Unfall selbst verschuldet, verlangen die Dienstanbieter oftmals hohe Selbstbeteiligungen zwischen 500 Euro und 1.500 Euro.

SPORT1-Tipp: Gegen eine jährliche Gebühr von 40 Euro bis 100 Euro lässt sich die Selbstbeteiligung bei manchen Anbietern auf 200 Euro bis 350 Euro senken.

Vor der Fahrt auch Schäden und Mängel achten

Es ist ratsam, vor jeder Fahrt einen Kontrollgang, um das Mietauto zu machen und auch den Fahrzeuginnenraum genauestens zu inspizieren. Sollten Sie irgendwelche Schäden oder Mängel feststellen, dann ist umgehend der Anbieter zu informieren und das weitere Vorgehen zu besprechen. Denn Sie als Nutzer sind nach der Registrierung für etwaige Schäden und Mängel automatisch in der Haftung.

SPORT1-Tipp: Auch wenn die Kontrolle lästig und durchaus etwas Zeit in Anspruch nimmt, sollten Sie vor jeder Anmietung einmal um das Auto laufen und Fotos machen. Da die meisten Mietfahrzeuge schon eine zweistellige Anzahl an kleineren Vorschäden haben, können Sie auf diese Weise bei Bedarf feststellen und belegen, ob ein Schaden schon vor der Miete bestand.

Strafzettel bekommen oder geblitzt worden – was nun?

Sollte das Ordnungsamt oder die Polizei eine Ordnungswidrigkeit feststellen, wenden sie sich stets an den Halter des Fahrzeugs. Im Falle eines gemieteten Fahrzeugs wäre das dann der Carsharing-Anbieter. Dieser ist per Gesetz dazu verpflichtet, die Fahrerdaten herauszugeben und an die zuständige Behörde zu übermitteln. Sollten Sie also einen Strafzettel bekommen haben oder geblitzt worden sein, dann erhalten Sie nach Herausgabe der Daten das entsprechende Schreiben oder den Bußgeldbescheid.

SPORT1-Tipp: Bei Standard-Park-Delikten am besten den Strafzettel gleich überweisen, da die Carsharing-Dienste zusätzlich eine Gebühr in Höhe von 10 Euro bis 15 Euro für den entstandenen Aufwand erheben.

Carsharing auch im Ausland nutzbar?

Sofern der Carsharing-Anbieter auch Standorte im Ausland besitzt, können Sie sich mit Ihrem Account und wenigen Klicks auch dort ein Auto mieten. Was jedoch bei den meisten Anbietern nicht funktioniert, ist, dass Sie sich beispielsweise ein Fahrzeug in Köln anmieten und erst in Amsterdam wieder abgeben. Ein paar wenige Dienste bieten jedoch die Möglichkeit, mit einem Fahrzeug weitere Touren oder in den Urlaub zu fahren. Die Kosten sind jedoch meist höher, wie bei einer klassischen Autovermietung. Es lohnt sich also, die Preise im Vorfeld zu vergleichen.

Carsharing vs. eigenes Auto – Wann lohnt sich was?

Ob sich die ausschließliche Nutzung von Carsharing-Fahrzeugen im Gegensatz zu einem eigenen Auto finanziell lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. So ist zum Beispiel das eigene Auto immer verfügbar, während es für gemietete Fahrzeuge keine Verfügbarkeitsgarantie gibt - auch wenn die Praxis zeigt, dass eigentlich fast immer ein Auto in der Nähe verfügbar ist.

Auf der anderen Seite bezahlen Carsharing-Nutzer Dinge wie Wertverlust und Unterhaltskosten nur indirekt mit, da in der Regel sämtliche Nebenkosten in den Minuten- oder Kilometerpreisen enthalten sind. Klar ist auf jeden Fall, dass Carsharing für all diejenigen komplett ausscheidet, in deren Wohngebiet es kein oder nur wenige Carsharing-Angebote gibt. Ebenfalls uninteressant ist Carsharing für Personen, die täglich mit dem Auto zur Arbeit und wieder nach Hause fahren.

Das temporäre ausleihen eines Autos ist also nur für Menschen interessant, die ...

  • ... in der Stadt wohnen
  • … normalerweise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln überall hinkommen
  • ... ein Auto nur dann benötigen, wenn zum Beispiel eingekauft oder etwas größeres oder schwereres transportiert werden soll
  • … mit einem Auto deutlich schneller wären, da Öffis ungünstig fahren
  • … am Wochenende einen längeren Ausflug machen möchten.

Auch bei den oben genannten Situationen können manchmal mehr Kilometer zusammenkommen, als man vielleicht meint. Mehr als durchschnittlich 100-120 Kilometer pro Woche werden es aber wohl nicht sein. Aufs Jahr gerechnet kommt der klassische Carsharing-Nutzer somit auf ca. 5.000 - 6.000 Kilometer - wöchentliche Einkaufsfahrten und Wochenendfahrten bereits eingerechnet.

Carsharing bei jährlicher Fahrleistung von unter 10.000 km günstiger

Einige Studien und auch Vergleiche haben unabhängig voneinander festgestellt: wer weniger als ca. 10.000 Kilometer im Jahr fährt, für den lohnt sich kein eigenes Auto und ist mit Carsharing höchstwahrscheinlich preiswerter unterwegs. Der Bundesverband CarSharing zum Beispiel schätzt die jährlichen Kosten auf:

Jährliche Fahrleistung 5.000 Kilometer:

Carsharing: ca. 1.900 Euro pro Jahr

Privater PKW: ca. 2.900 Euro pro Jahr

Jährliche Fahrleistung 8.000 Kilometer:

Carsharing: ca. 2.900 Euro pro Jahr

Privater PKW: ca. 3.800 Euro pro Jahr

Jährliche Fahrleistung 10.000 Kilometer:

Carsharing: ca. 3.500 Euro pro Jahr

Privater PKW: ca. 3.900 Euro pro Jahr

Fazit: Carsharing ist nicht für jeden lohnenswert. Für viele Stadtbewohner ist das leihen eines Autos allerdings durchaus sinnvoll und die Anschaffung eines eigenen Autos unnötiger Luxus. Insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass die meisten Autos rund 95 % des Tages stillstehen und nicht genutzt werden.

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