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Italien ist eines der begehrtesten Reiseziele der Deutschen
Italien ist eines der begehrtesten Reiseziele der Deutschen © iStock
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Italien ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. SPORT1 zeigt, was bei der Fahrt mit dem PKW in und durch Italien zu beachten ist.

Wer mit dem Auto in Italien unterwegs ist, muss ein paar Dinge beachten. Denn die Verkehrsregeln unterscheiden sich zum Teil von der deutschen Straßenverkehrsordnung.

SPORT1 erklärt Ihnen die wichtigsten Unterschiede, die sie beim nächsten Aufenthalt in Italien beachten sollten.

Tempolimits und Bußgelder in Italien

Für Pkw gelten in Italien die folgenden Geschwindigkeitsbeschränkungen:

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  • Autobahnen: 130 km/h (auf sechsspurigen Autobahnen: 150 km/h)
  • Schnellstraßen: 110 km/h
  • Landstraßen: 90 km/h
  • Innerorts: 50 km/h

Achtung: Auf Autobahnen sollten Sie beachten, dass die Geschwindigkeit bei schlechtem Wetter auf 110 km/h reduziert wird. Auf Landstraßen liegt das Tempolimit dann bei 90 km/h.

Besonders Fahranfänger sollten auf das Einhalten des Tempolimits achten. In den ersten drei Jahren nach dem Erhalt des Führerscheins dürfen sie auf Autobahnen maximal 100 km/h und auf Landstraßen maximal 90 km/h schnell sein.

Für Pkw mit einem Wohnwagen gilt außerorts und auf Schnellstraßen ein Tempolimit von 70 km/h. Auf der Autobahn dürfen die Gespanne bis zu 80 km/h fahren.

Auch für Wohnmobile gelten in Italien außerorts und auf Autobahnen abweichende Tempolimits. Wiegen sie zwischen 3,5 und 12 Tonnen beträgt außerorts die maximale Geschwindigkeit 80 km/h und auf Autobahnen 100 km/h. Ist das Wohnmobil schwerer als 12 Tonnen, dürfen Sie außerorts bis zu 70 km/h fahren und auf Autobahnen maximal 80 km/h.

Die Einhaltung der Geschwindigkeit wird nicht nur punktuell mit Radaranlagen überprüft, sondern auch mit dem sogenannten Tutor-System. Es bestimmt die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Messpunkten. Die Messabschnitte können sehr lang sein und sich auf mehr als 200 Kilometer erstrecken – es gibt aber auch wesentlich kürzere Abschnitte. Eine Übersicht mit den Abschnitten, auf denen das Tutor-System installiert ist, stellt der Autobahnbetreiber Austostrada online zur Verfügung

SPORT1 rät: Halten Sie sich jederzeit an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das Tutor-System ist auf vielen Strecken eingesetzt und ahndet jeden Verstoß.

Laut dem Automobilclub von Deutschland (AvD) kann bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ein Bußgeld zwischen 155 und 624 Euro erhoben werden. Außerdem ist es möglich, dass sich das Bußgeld zwischen 22 und 7 Uhr um 30 Prozent erhöht. Bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss verdoppelt sich die Strafe.

Autobahnmaut in Italien

Für die meisten italienischen Autobahnen müssen Pkw-Fahrer eine Maut zahlen. Die Maut wird teilweise pauschal erhoben und teilweise als flexible Abgabe, die sich an der zurückgelegten Strecke bemisst. Mit dem Gebührenrechner des Autobahnbetreibers Autostrade können Sie die zu erwartenden Mautkosten berechnen.

Ausnahmen der italienischen Autobahnmaut gelten auf der A3 zwischen Salerno und Reggio di Calabria und auf Sizilien. Auf der Insel sind lediglich die A18 zwischen Cania und Messina sowie die A20 zwischen Palermo und Messina mautpflichtig.

Telepass

Die Maut können Sie am bequemsten per Telepass bezahlen. Es handelt sich um ein elektronisches Abrechnungsverfahren. Dazu benötigen Sie einen Transponder, den Sie im Fahrzeug platzieren. Telepass bietet den Vorteil, dass Sie an den Mautstationen schneller abgefertigt werden. Sie brauche nicht anzuhalten, sondern können auf der jeweiligen Spur in reduzierter Geschwindigkeit die Mautstelle passieren.

Telepass können Sie in weiteren Bereichen einsetzen: Mit ihm können Sie auch in vielen italienischen Parkhäusern sowie auf der Fähre Villa San Giovanni – Messina bezahlen.

Vor der Fahrt können Sie das System online beim Anbieter Tolltickets erwerben. Für eine herkömmliche Reise empfiehlt es sich, die Option "Kurzzeitnutzung" zu buchen. Diese Option kann bis zu 12 Monate genutzt werden. Senden Sie das Gerät anschließend nicht zurück, wird der Vertrag in eine "Langzeitnutzung" umgewandelt.

Wenn Sie das System für einen Pkw nutzen, fällt neben der einmaligen Aktivierungsgebühr von 5 Euro innerhalb der ersten 28 Tage eine Bereitstellungsgebühr von 1,75 Euro pro Tag an. Hinzu kommen natürlich noch die Mautgebühren, wenn Sie eine mautpflichtige Strecke befahren.

Der Versand des Transponders kann bis zu 7 Tage dauern. Sie können das Versanddatum bei dem Anbieter Tolltickets festlegen und damit auch das Lieferdatum eingrenzen.

Bezahlen an der Mautstation

Natürlich können Sie die Maut auch nach dem klassischen Verfahren an der Mautstation bezahlen. Das läuft nach dem folgenden Prinzip ab: Beim Auffahren auf die Autobahn erhalten Sie eine Mautkarte, die beim Abfahren an einem Schalter abgegeben wird. Die Maut können Sie bar- oder per EC- beziehungsweise Kreditkarte bezahlen. Im Vorfeld einer Reise nach Italien können Sie außerdem eine Prepaid-Karte (Viacard) zum Bezahlen der Maut kaufen, die ein Guthaben aufweist. Die Viacard können Sie mit unterschiedlichen Guthaben beim Automobilclub von Europa vor Reisebeginn kaufen.

Nachträgliches Bezahlen

Ausgenommen von der direkten Zahlung sind die modernen Autobahnen A36, A59 und A60, bei denen die Fahrten innerhalb von 15 Tagen über die Internetseite des Betreibers abgerechnet werden. Sind Sie an kein elektronisches System zur Mautzahlung angeschlossen, kann diese an bestimmten Servicestationen bar nachgezahlt werden. Das elektronische System wird als "free flow" bezeichnet, da Sie nicht mehr an der Mautstation anhalten müssen. Die Registrierung erfolgt anhand des Kennzeichens während der Fahrt. Mit Telepass können auch die auf diesen Strecken anfallenden Kosten erfasst und abgerechnet werden.

Besondere Sicherheitsvorschriften in Italien

Winterreifenplicht

Eine generelle Winterreifenpflicht gibt es in Italien nicht. Sie ist abhängig von den jeweiligen Provinzen. Welche Regelung in der jeweiligen Region gilt, sollte vor dem Reisebeginn individuell angefragt werden. So gilt in Südtirol zwischen dem 15. November und dem 15. April die Pflicht mit Winterreifen ausgerüstet zu sein. Im Aostatal gilt zwischen dem 15. Oktober und dem 15. April eine Winterausrüstungspflicht. Es sind Winterreifen oder Sommerreifen mit Schneeketten gestattet.

Lichtpflicht

In Italien gilt außerorts und auf Autobahnen ganzjährig eine Lichtpflicht. Moderne Fahrzeuge, die mit einem Tagfahrlicht ausgestattet sind, dürfen dieses verwenden.

Promillegrenze

Bis zu einem Alkoholwert von 0,5 Promille darf ein Fahrzeug bewegt werden. Wird eine Überschreitung festgestellt, ist mit einem Bußgeld von mindestens 530 Euro zu rechnen. Überschreiten Sie die Grenze von 1,5 Promille kann das Fahrzeug sichergestellt werden.

Telefonieren am Steuer

Fahrzeugführer dürfen ein Telefon nur mit einer Freisprecheinrichtung verwenden.

Rauchverbot

Wer in Italien unterwegs ist, muss sich auch im Auto auf einen verschärften Nichtraucherschutz einstellen. Wenn Schwangere oder Minderjährige im Auto sind, dürfen Sie nicht rauchen.

Kindersitz

Für Kinder mit einem Gewicht von weniger als 9 Kilogramm müssen Sie einen rückwärtsgerichteten Kindersitz verwenden.

Ist das Kind kleiner als 1,5 Meter und zwischen 9 und 36 Kilogramm schwer, benötigen Sie einen Kindersitz, der auf die Größe und das Gewicht des ausgelegt ist.

Besondere Verkehrsregeln

Auf Berg- und Passstraßen haben stets bergauf fahrende Fahrzeuge Vorrang. Eine Ausnahme gilt für Busse: Sie haben allerdings immer Vorrang.

Das ist in italienischen Städten zu beachten

Umweltzonen

In vielen Städten gelten Durchfahrtsbeschränkungen. Sie werden als "zona traffico limitato" (ZTL) bezeichnet. In diese Bereiche dürfen Sie nur mit einer Genehmigung einfahren. Für Urlauber ist es wichtig, vor der Anreise abzuklären, ob das Ziel in einem solchen Bereich liegt. Dann müssen Sie rechtzeitig eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Diese gibt es aber nur bei einer ausreichenden Begründung, beispielsweise wenn Ihr Hotel in einer ZTL liegt. In bestimmten Fällen kann die Ausnahmegenehmigung nur durch das Hotel beantragt werden.

Haben Sie keine Genehmigung beantragt, sollten Sie auf keinen Fall in das Gebiet fahren. An den Zufahrten befinden sich Kameras, die jedes Vergehen registrieren. Ein Verstoß wird mit einem Bußgeld von mindestens 80 Euro geahndet.

Citymaut

In Bologna, Palermo und Mailand fällt zusätzlich eine Citymaut an. Das Tagesticket kostet für Touristen 5 bis 6 Euro. Je nach Stadt gibt es Mehrtages- oder Monatstickets zu einem günstigeren Preis. Auch für einige Passstraßen und Tunnel muss eine zusätzliche Gebühr entrichtet werden.

Parken

Wenn Sie Ihr Fahrzeug in einem Stadtgebiet abstellen möchten, sollten Sie auf die Farbe der Parkflächen und -zonen achten. Sie gibt Auskunft darüber, unter welchen Voraussetzungen ein Fahrzeug in diesem Bereich abgestellt werden darf. Dabei gelten die folgenden Regeln:

  • weiß: grundsätzlich können diese Parkflächen kostenlos genutzt werden. Allerdings ist auf Einschränkungen zu achten.
  • blau: es handelt sich um gebührenpflichtige Parkplätze oder solche, bei denen eine Parkscheibe verwendet werden muss.
  • gelb: Die Parkflächen sind für bestimmte Verkehrsteilnehmer reserviert – beispielsweise für Schwerbehinderte oder Anlieger.

Kraftstoffpreise in Italien

Laut dem ADAC liegen die Kraftstoffpreise in Italien über den Preisen in Deutschland. Super Benzin und Diesel sind etwa 18 Cent pro Liter teurer. Das Tanken kann unnötig teuer werden, wenn Sie eine Tankstelle mit Tankwart ansteuern. Achten Sie darauf, dass die Tankstelle mit "Fai de te" (Selbstbedienung) gekennzeichnet ist.

Auch in Italien lohnt es sich, zum Tanken von der Autobahn abzufahren. Tankstellen an Landstraßen oder in Ortschaften haben allerdings in der Nacht geschlossen. Meistens öffnen sie gegen 7 Uhr und schließen um 19.30 Uhr. Zum Teil ist eine Mittagspause zwischen 12.30 und 15.30 Uhr obligatorisch.

Weit verbreitet sind allerdings unbemannte Tankstellen, bei denen Sie über einen Automaten bezahlen. Sie sind rund um die Uhr verfügbar. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Bargeld dabei haben, da die Automaten unter Umständen ausländische EC- und Kreditkarten nicht akzeptieren.

Was kostet es, von Deutschland nach Italien zu fahren?

Wenn Sie von Deutschland nach Italien fahren möchten, müssen Sie entweder durch die Schweiz oder durch Österreich fahren. Wenn Sie den direkten Weg über die Autobahn wählen, kommen in beiden Ländern weitere Mautzahlungen auf Sie zu.

In der Schweiz haben Sie lediglich die Möglichkeit, eine Autobahnvignette für das gesamte Jahr zu kaufen. Sie kostet 36,50 Euro und gilt unabhängig vom Kaufdatum. Die Vignette können Sie während des angegebenen Jahres sowie im Dezember davor und dem Januar danach nutzen. Sie hat also eine Gültigkeit von 14 Monaten.

Die Alternativroute durch Österreich ist nicht nur wegen der Autobahnmaut günstiger. Für den kürzesten Zeitraum von zehn Tagen ist die Vignette zum Preis von 9,20 Euro erhältlich. Hinzu kommt, dass die Preise für Benzin und Diesel günstiger sind als in der Schweiz. Es kann sich also auch lohnen, das Auto vollzutanken.

Was muss ich in Italien im Auto haben?

Um bei einer Verkehrskontrolle Strafen zu entgehen, ist es in Italien neben der Warnweste notwendig, folgende Dinge dabei zu haben:

  • Verbandkasten
  • Warndreieck
  • Fahrzeugschein
  • Führerschein

SPORT1 rät: Lassen Sie wichtige Reisedokumente sowie den Fahrzeug- und den Führerschein nicht im Auto. Bei einem Fahrzeugdiebstahl verlieren Sie diese ebenfalls. Mit dem Fahrzeugschein können sich Diebe als berechtige Fahrzeugführer ausgeben.

Im Übrigen wird der in Deutschland gemachte BF17-Führerschein (Begleitetes Fahren mit 17 Jahren) in Italien nicht anerkannt.

Achtung Fahranfänger: Selbst wenn Sie die Probezeit in Deutschland nach zwei Jahren bereits hinter sich gelassen haben, gelten in Italien verschärfte Vorschriften. Auch ausländische Fahrer werden drei Jahre nach dem Erhalten des Führerscheins noch als Fahranfänger gewertet.

Diese Notfallrufnummern gelten in Italien

  • Feuerwehr: 115
  • Polizei: 113
  • Rettung: 118
  • Europaweiter Notruf: 112
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