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München - Chantal Laboureur kehrt nach ihrer Schulter-OP und der Corona-Pause in den Sand zurück. An der Seite von Sandra Ittlinger will sie in Timmendorf angreifen.

Chantal Laboureur steht endlich wieder im Sand. 

Nach überstandener Schulter-Operation im Dezember wollte die Beachvolleyball-Nationalspielerin eigentlich bereits im März wieder angreifen - doch durch die Corona-Pause wurde sie erneut ausgebremst. Jetzt steht ihrem Comeback an der Seite von Partnerin Sandra Ittlinger nichts mehr im Weg.

Wie weit beide in ihrem Prozess, sich wieder aufeinander einzustimmen, schon sind, können sie bereits in Kürze unter Beweis stellen. Denn am Wochenende beginnt die "comdirect beach tour" mit den dortigen Deutschen Meisterschaften als krönenden Abschluss. (LIVE im TV auf SPORT1 und im Stream)

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Laboureur: "Motivationsloch blieb aus"

Die Vorfreude bei Laboureur ist groß: "Die Reha verlief gut. Ich kann alles mit meiner Schulter machen. Insofern freue ich mich, nun endlich auch wieder Wettkämpfe zu haben", sagte die 30-Jährige SPORT1. Die Corona-Pause hatte während des Genesungsprozesses Vorteile: "Durch die zwangsbedingte Pause konnte ich ein wenig Gas aus unserer Turbo-Reha nehmen und hatte Zeit, die Schulter mit der nötigen Ruhe aufzubauen. Insofern war es für mich persönlich und uns als Team vielleicht gar nicht so schlecht."

Die vollständige Rehabilitation ihrer Schulter habe ihr Tag für Tag Motivation gegeben. "Ein Motivationsloch, wie es einige Sportler nach der Verschiebung der Olympischen Spiele hatten, blieb bei mir somit aus, erklärte Laboureur.

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Während des Lockdowns hielt sich Laboureur "in den eigenen vier Wänden" fit. Ein Fahrradergometer, Kurzhanteln, ein Pezziball und Mini-Bänder wurden ihr dabei vom Olympiastützpunkt zur Verfügung gestellt, ihr Athletiktrainer hatte das Programm entsprechend angepasst. "Mit Kreativität war dann doch so einiges an Training und Abwechslung möglich", erzählte die Abwehrspezialistin.

Laboureur und Ittlinger erst seit 2019 Team

Laboureur und Ittlinger bilden erst seit Anfang 2019 ein Team. Mit dem damaligen Rücktritt von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst wurden die Nationalteams der Frauen durchgewirbelt. Laboureur stand zum Start der Olympia-Qualifikationsphase plötzlich ohne Partnerin da. Mit Ittlinger startet sie nun einen erneuten Angriff auf das Olympia-Ticket.

Die "comdirect beach tour" LIVE auf SPORT1

"Ich habe schon damals versucht, die Situation so schnell es geht zu akzeptieren und den Blick wieder nach vorn zu richten. Mit Sandra habe ich dann eine Partnerin gefunden, mit der ich weiterhin das Projekt Olympische Spiele in Angriff nehmen konnte", erklärte Laboureur.

Auch die lange Pause habe das Duo nicht zurückgeworfen, ist sich Laboureur sicher: "Ich bin der Meinung, dass wir sogar insgesamt gemeinsame Trainingszeit dazu gewinnen werden. Bis zum ersten internationalen World Tour Turnier - wann immer es auch stattfinden wird - vergehen noch mehrere Monate, in denen wir unser Zusammenspiel optimieren können."

Laboureur erwartet Spannung in Timmendorf

Für die "comdirect beach tour" hat sich das Gespann erst einmal nur kleine Ziele gesetzt. "Wir erarbeiten als Team und individuell mit unserer Sportpsychologin kleine Ziele für bestimmte Elemente für jedes Spiel oder Turnier aus, die aber in der Regel unabhängig von einem Platzierungsergebnis sind. Wenn wir es schaffen, diese Ziele innerhalb des Spiels zu erreichen, dann wird auch das Ergebnis am Ende gut sein", so die Spitzenspielerin.

Mit einem spannenden Wettkampf rechnet Laboureur auf jeden Fall: "Es ist für alle der erste Wettkampf nach langer Zeit, fast so wie der Saisonbeginn nach einer Winterpause. Und somit für alle spannend zu sehen, ob man gut gearbeitet hat."

Wie in den meisten Sportarten findet auch das Event in Timmendorf ohne Zuschauer statt. Das sei zwar schade, betonte die Jugend-Weltmeisterin, aber: "Die Eigenmotivation, endlich Wettkämpfe zu spielen, ist auf jeden Fall ziemlich groß und im Spiel ist der Fokus auf einen selbst gerichtet. Für den Rest pushen wir uns vorerst gegenseitig."

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