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Der Spielerfrauen-Zoff zwischen Coleen Rooney und Rebekah Vardy schlägt hohe Wellen. Ina Aogo, die Frau von Dennis Aogo, analysiert aus selbst Erlebtem.

Ina Aogo war noch nicht ganz fit.

"Ich war gestern beim Kiss Cup in Berlin, habe für den guten Zweck Fußball gespielt. Das ging bis drei Uhr nachts. Meine Tochter ruft aber schon um neun Uhr morgens. Ohne Kinder hat es sich noch ein bisschen leichter gelebt", erzählt die 30-Jährige, Ehegattin von Dennis Aogo, lachend bei SPORT1.

Wohltätigkeitsveranstaltung, Kicken, Reisen, Kinder - und natürlich der Mann. Das Leben einer Spielerfrau ist abwechslungsreich. Dass es jedoch auch kompliziert und zuweilen konfliktreich sein kann, zeigt der Spielerfrauen-Krach zwischen Coleen Rooney und Rebekah Vardy.

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Rooney gegen Vardy

Die Ehepartnerinnen der beiden weltberühmten Fußballer haben sich - salopp ausgedrückt - in die Wolle gekriegt. Coleen bezichtigt Rebekah, sensible persönliche Informationen privater Instagram-Posts an die Presse weitergegeben oder gar verkauft zu haben. Um ihren Verdacht zu bestätigen, wandte sie eine spionagereife Technik an, blockierte alle Nutzer bis auf Rebekah und will so herausgefunden haben, dass nur noch die Ehefrau von Vardy die Posts einsehen und an die Presse weiterleiten konnte.

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Und wie reagiert jene Beschuldigte? Sie streitet alles ab und erhebt selbst Vorwürfe: "Ich habe dich sehr gemocht und ich bin extrem sauer, dass du dich für diesen Weg entschieden hast - vor allem, weil ich gerade hochschwanger bin."

Was wie eine Schmierenkomödie erscheint, hat vermutlich tiefere Wurzeln. Wie sieht das Innenleben einer Spielerfrau aus? Wie verträgt sie sich mit anderen und wie häufig kommen Streitigkeiten und Intrigen vor? Fragen, auf die kaum jemand besser antworten könnte als Ina Aogo, ihres Zeichens Spielerfrau und Insiderin einer Welt, die man von außen kaum begreifen kann.

Offen und unverblümt plaudert sie für SPORT1 aus dem Nähkästchen.

Aogo: "Wir sind Einzelkämpfer"

"Fußballer sind Einzelkämpfer, obwohl sie in einer Mannschaft spielen", sagt Aogo, die gemeinsam mit ihrem Mann eine zweijährige Tochter hat. "Und in gewisser Weise sind auch wir Spielerfrauen Einzelkämpfer, obwohl es viele von uns gibt. So etwas wie: 'Hey, wir sind Spielerfrauen, wir halten zusammen' – so etwas gibt es nur sehr selten."

Nicht jede sei "nett, die einem ins Gesicht lächelt. Man kommt nicht mit jeder klar. Nicht jede freut sich für dich, wenn du mal Erfolge hast. Da sehe ich jetzt bei mir und dem Podcast, den ich seit mehreren Monaten zusammen mit Mira Zuber mache. Es gibt unfassbar viel Feedback, das ist für uns ein Riesenerfolg, hätten wir uns nie träumen lassen."

Von anderen Spielerfrauen seien die Rückmeldungen indes "überschaubar. Hören alle zu, aber sprechen nicht drüber. Herrlich typisch."

Ina Aogo (r.) betreibt mit Mirjana Zuber ihren eigenen Podcast auf SPORT1: „Spielerfrauen on air“
Ina Aogo (r.) betreibt mit Mirjana Zuber ihren eigenen Podcast auf SPORT1: „Spielerfrauen on air“ © SPORT1

Worte, die durchaus erklären, was sich hinter den Kulissen abspielt - auch im Fall von Rooney und Vardy. Aogo betont jedoch: "Ich würde niemals etwas an die Presse verkaufen. Das ist ein No-Go."

Streit mit anderer Spielerfrau

Wie groß Neid und Zwietracht unter Spielerfrauen werden können, kennt sie aber aus eigenen Erlebnissen: "Dennis hat mal zu Schalker Zeiten einen Elfmeter geschossen und ich habe total mitgefiebert. Er hat ihn dann leider verschossen und ich habe erfahren müssen, dass eine andere Schalker Spielerfrau auf der Tribüne sich darüber mega amüsiert hat. Ich hab sie anschließend auf der Toilette lang gemacht und sie gefragt: 'Sag mal, was bist du für ein Mensch?'"

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Jene Frau habe ihr immer ins Gesicht gelächelt und sei immer super nett gewesen, "aber sich dann zu freuen, dass Dennis einen Elfmeter verschießt - das fand ich sehr daneben, weil es was Persönliches gegen mich war".

Warnung von Dennis Aogo

Also Zickenkrieg, der sich weiter gesponnen hat? "Ich war erst seit ein, zwei Jahren in dem Bereich. Nach dieser Erfahrung habe ich mich dann davon entfernt. Auch kaum Freundschaften innerhalb dieser Kreise gepflegt", berichtet Aogo, deren Mann inzwischen bei Hannover 96 in der 2. Bundesliga spielt. "Wenig überraschend: Manche Spieler gehen auch mal fremd, wie leider in jedem anderen Bereich auch. Und wenn man das dann mitkriegt, weiß man nicht, ob man das der Freundin sagen kann und einen Krieg beginnen will."

Ab sofort jeden Donnerstag im SPORT1-Podcast "Spielerfrauen on air"!

Auch weil andere Fußballer sie "immer mal anschreiben und scheinheilig fragen, ob ich noch vergeben bin. Vielleicht auch nur, weil sie Frauen wie mich testen wollen. Für die ist es wahrscheinlich ein Reiz, die zu erobern, mit der auch ein Kollege schon mal was hatte. Das ist vielleicht ihr Kick, man braucht ja Ziele."

Die Welt der Spielerfrauen - sie bleibt trotz mancher Erkenntnisse ziemlich verworren. Da ist es am besten, "wenn man sich aus allem raushält", sagt Aogo und ergänzt lachend: "Dennis hat mir damals gesagt: 'Halt dich bloß zurück. Das geht nicht gut mit Spielerfrauen.'"

"Spielerfrauen an air" - alle Folgen

Alle Folgen auch verfügbar bei SpotifyApple Podcasts, Deezer, Podigee und vielen weiteren Podcast-Anbietern.

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