Marijanovic jubelt: "Darts-Deutschland geht ab!"
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München - Super-League-Sieger Robert Marijanovic komplettiert das deutsche Quartett bei der Darts-WM. Der Deutsch-Kroate hat bereits jede Menge Erfahrung auf der großen Bühne.

Nach dem erfolgreichen ersten Matchdart auf die Doppel-12 im Finale der BILD Super League riss Robert Marijanovic die Arme hoch und küsste die Scheibe.

In diesem Moment war klar: Der 38-Jährige komplettiert das deutsche Darts-Quartett bei der WM im Londoner Alexandra Palace. Max Hopp, Martin Schindler und Gabriel Clemens hatten ihre Startplätze beim größten Darts-Event der Welt schon länger sicher.

Dabei ist der gebürtige Bade beileibe kein Newcomer in der Darts-Szene. Marijanovic hat schon zwei WM-Teilnahmen zu Buche stehen - allerdings für Kroatien. Der Deutsch-Kroate qualifizierte sich 2012 und 2015 für das Mega-Event in London, strich aber jeweils schon in der der ersten Runde die Segel. Seit 2017 tritt er unter der deutschen Flagge ans Oche.

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Marijanovic leidet unter Flugangst

Wenn man ganz genau ist, hat Marijanovic aber doch schon einen WM-Erfolg auf dem Konto: Bei seiner zweiten Teilnahme 2015 schlug er in der Vorrunde den Niederländer Jermaine Wattimena, bevor dann in der ersten Hauptrunde gegen den damaligen BDO-Weltmeister Stephen Bunting Schluss war.

Marijanovic brilliert und erfüllt sich den WM-Traum

Das erste Hindernis wartet auf den Super-League-Sieger schon bei der Anreise nach London: "Zunächst hoffe ich, dass der Flieger sicher ankommt, denn ich habe mega Flugangst. Alles andere ist egal", verriet Marijanovic nach seinem Siegeszug im SPORT1-Interview.

Im Maritim Hotel in Düsseldorf hatte der gebürtige Freudenstädter zuvor keine Zweifel gelassen, wen die Konkurrenz für das letzte WM-Ticket aus dem Weg räumen muss. Bereits im Viertelfinale (8:4 gegen Rene Berndt) und im Halbfinale (9:2 gegen Stefan Stoyke) unterstrich Marijanovic seine Favoritenrolle.

"Druck war riesig"

Im Finale gegen Dragutin Horvat, der sich 2017 über die BILD Super League für die WM qualifiziert hatte, setzte sich der "Robstar" dann mit 10:6. durch. "Es ist einfach geil. Ich wollte hier unbedingt gewinnen. Der Druck war riesig, weil alle wissen, dass ich schon zwei Mal bei der WM dabei war", platzte es beim glücklichen Sieger nach dem verwandelten Matchdart hinaus.

Stellt sich die Frage: Wer ist die vierte deutsche Darts-Hoffnung in London?

Finaleinzug! Marijanovic lässt Stoyke keine Chance

Marijanovic wuchs im wohl besten Umfeld für eine spätere Darts-Karriere auf: Seine Eltern hatten eine Kneipe in Freudenstadt. Dort begann er mit elf Jahren, auf die Scheibe zu werfen.

Duell gegen Taylor

Sein Talent war schnell erkennbar. In Deutschland gehört der "Robstar" schon seit Jahren zur Darts-Elite, 2007 wurde er unter anderem Deutscher E-Dart-Meister im Team. Für den großen internationalen Wurf hat es bislang aber noch nicht gereicht. Aktuell belegt Marijanovic, der beim Walk-On auf den David-Hasselhoff-Song "Looking for Freedom" setzt, Platz 95 der Weltrangliste.

Dabei kann der vierte deutsche WM-Teilnehmer durchaus schon auf große Matches zurückblicken: Sein Debüt bei der PDC gab Marijanovic 2014. Im Jahr darauf verpasste er bei den International Darts Open in Riesa dem früheren BDO-Weltmeister Christian Kist einen 6:0-Whitewash, nur um im Anschluss denkbar knapp mit 5:6 an Brendan Dolan zu scheitern.

2017 forderte er bei den German Darts Masters den legendären Phil Taylor und sicherte sich beim 2:6 immerhin zwei Legs. Auch Mensur Suljovic knöpfte er bei der diesjährigen Auflage zwei Legs ab. Bei seinem dritten Auftritt im sagenumwobenen Ally Pally darf es für Marijanovic dann aber gern ein bisschen mehr als ein Achtungserfolg gegen die Welt-Elite sein.

Sein Ziel ist klar: "Ich bin zweimal in der ersten Runde gescheitert, will jetzt weiter kommen. Ich möchte lange dabei bleiben."

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