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München - Max Hopp und Gabriel Clemens vertreten beim World Cup in Salzburg die deutschen Farben. Die Chancen auf den großen Coup stehen so gut wie nie.

Der World Cup of Darts ist schon ein kleiner Vorgeschmack auf die PDC-WM im Dezember (LIVE im TV auf SPORT1) - und deutsche Fans dürfen vom großen Coup träumen.

Vom 6. bis 8. November trifft sich die Darts-Elite in Salzburg. 32 Nationen kämpfen um den Titel bei der Team-WM. Neben Topstars wie Michael van Gerwen, Rob Cross, Gerwyn Price oder Michael Smith sind auch Max Hopp und Gabriel Clemens, die die deutschen Farben vertreten, mit von der Partie.

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Selten standen Deutschlands Chancen auf einen großen Erfolg so gut wie bei diesem Turnier. SPORT1 nennt die Gründe, warum ein Coup des deutschen Duos so nahe liegt.

1. Hopp und Clemens überzeugen

Ursprünglich sollte das Event im Juni in der Barclaycard-Arena in Hamburg steigen. Wegen der Corona-Pandemie wurde es schließlich erst abgesagt und dann nach Österreich verlegt. Der Heimvorteil für Hopp und Clemens ist damit dahin.

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Da Zuschauer aber ohnehin nicht zugelassen werden, wäre der Vorteil wohl überschaubar gewesen. Der 24-jährige Hopp gab sich vor dem Turnier selbstbewusst: "Wir können wirklich auch die ganz großen Jungs an einem Top-Tag schlagen. Es ist auf jeden Fall die spielstärkste Paarung, die wir bisher hatten bei einem World Cup", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Sowohl Hopp als auch Clemens wussten bei ihren Auftritten zuletzt zu überzeugen. Bei der European Championship mussten zwar beide bereits in der ersten Runde die Segel streichen. Hopp legte bei seiner knappen 5:6-Niederlage gegen Jonny Clayton aber einen starken Auftritt hin - u.a. checkte er 170 Punkte - und erzielte einen beachtlichen Average von 97,59. Nur Kleinigkeiten entschieden zugunsten des Walisers.

Clemens erwischte mit Weltmeister Peter Wright, der sich später auch noch zum Europameister krönte, wohl das schwerste Los. Aber auch seine Zahlen konnten sich mehr als sehen lassen. Durchschnittlich 100,36 Punkte zauberte er ans Board, in der Checkout-Quote hatte der 37-Jährige mit 60 Prozent die Nase vor dem Schotten (31,58 %) sogar deutlich vorn.

Die Deutschen spielen inzwischen beide hauptberuflich und können gut vom Darts leben. In der Weltrangliste steht Clemens auf Patz 32, Hopp folgt auf Rang 34 - nie zuvor war ein deutsches Duo besser.

Die Team-WM ist das einzige große Darts-Event, bei dem die Profis im Doppel antreten. "The German Giant" kennt diesen Modus eigentlich nur vom E-Dart aus diversen Spielhallen und Kneipen, wie er im Interview mit DAZN verriet.

Die Vorfreude ist groß: "Ich habe noch nicht so oft für Deutschland gespielt. Das ist etwas ganz Besonderes, überhaupt für Deutschland anzutreten", so der Saarländer. In den vergangenen drei Jahren trat Hopp jeweils mit Martin Schindler an. Das Viertelfinale 2017 und 2018 war dabei das höchste der Gefühle.

2. Van Gerwen in der Krise

Los geht es für Deutschland am Freitag mit der Pflichtaufgabe gegen Finnland. Doch die Ziele sind weitaus höher gesteckt: "Wenn wir es hinkriegen, als Team gut zu agieren, können wir sehr weit kommen. Ich denke schon, dass ein Viertelfinale da möglich ist", prognostizierte Hopp.

Nach einem Zweitrundenduell mit Schweden oder Griechenland könnte auf die Deutschen in der Runde der letzten Acht mit den Niederlanden bereits ein echter Kracher warten. Für Oranje tritt kein Geringerer als van Gerwen an. Sein Partner ist Danny Noppert.

MvG offenbarte zuletzt allerdings immer wieder Schwächen - steckt wohl sogar in der schwersten Krise seit Jahren. Beim World Matchplay im Juli scheiterte er in Runde zwei krachend an Simon Whitlock, bei der Unibet Premier League im September verpasste er zum ersten Mal in seiner Karriere die Playoffs.

Zuletzt setzte es bei der Darts-EM im Viertelfinale eine überraschende 4:10-Klatsche von Ian White, der auf der großen Bühne eigentlich zu seinen Lieblingsgegnern zählte. Noch nie hatte "Mighty Mike" zuvor gegen den Engländer verloren. Und sein Kollege Noppert gehört nicht gerade zu den absoluten Topspielern im Darts.

3. Schottland ohne Wright und Anderson

Dann wäre da noch Schottland. Allerdings zählt der Titelverteidiger diesmal tatsächlich zu den Außenseitern. Im Gegensatz zum Vorjahr verzichten sowohl Gary Anderson als auch Wright auf eine Teilnahme, weil sie in Zeiten der Corona-Pandemie möglichst auf Flugreisen verzichten wollen.

Anstelle der beiden Superstars treten John Henderson und Robert Thornton ans Oche. Beide konnten 2020 noch nicht mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam machen.

4. Rekordsieger England außer Form

So gelten für die Buchmacher in diesem Jahr vor allem Wales mit Price und Jonny Clayton und England mit Cross und Smith als Topfavoriten. Doch auch die Rekordsieger (wie Niederlande vier Titel) zeigten sich zuletzt formschwach.

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Bei der European Championship scheiterte Cross in Runde eins an Martijn Kleermaker, der in der Weltrangliste auf Platz 101 geführt wird. Für Smith war dann im zweiten Durchgang gegen Dirk van Duijvenbode (54.) Schluss.

5. 2020 das Jahre der Überraschungen

"Wir erhoffen uns extrem viel", machte Hopp noch einmal deutlich. Da die bisherige Saison gezeigt hat, dass Überraschungen öfter als sonst möglich sind, sind die Erwartungen des "Maximiser" demnach wohl nicht zu hoch gegriffen.

Dem großen Wurf für Team Deutschland steht also gar nicht mehr viel im Weg.

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