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München - Das Jahr 2020 bringt eine Darts-Überraschung nach der anderen. Gelingt bei der PDC-WM in berühmten Ally Pally auch den Deutschen eine Sensation?

2020 ist ohne Zweifel das Darts-Jahr der Sensationen.

Mit dem Sieg beim Grand Slam of Darts im englischen Coventry hat José de Sousa nicht nur für seinen persönlichen Karrierehöhepunkt gesorgt, sondern auch einmal mehr unter Beweis gestellt, dass in diesem Jahr jederzeit mit einer Überraschung zu rechnen ist.

Der Portugiese, der als erster Südeuropäer bei einem Major-Turnier gewonnen hat, erweitert die Liste zahlreicher Überraschungssieger.

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Viele Sensationssieger im Darts

Da wäre neben de Sousa Glen Durrant, der im Oktober die Unibet Darts Premier League gewonnen hat - und das obwohl es seine erste komplette Premier-League-Saison war und der 50-Jährige erst 2019 zur PDC wechselte.

Zuvor hatte Dimitri van den Bergh im Juli beim World Matchplay in Milton Keynes sensationell den Titel geholt - sein erster überhaupt bei einem Major-Turnier. Der Youngster setzte sich unerwartet gegen den 23 Jahre älteren Gary Anderson durch.

Dirk van Duijvenbode konnte zwar keinen Titel einheimsen, aber sein Einzug ins Finale des Darts World Grand Prix im Oktober war überraschend genug. Für den Niederländer das bis dato absolute Highlight seiner Karriere, denn er hatte es nie zuvor bei einem Major-Turnier ins Endspiel geschafft.

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Gelingt deutsche Sensation im Ally Pally?

In weniger als drei Wochen startet im Alexandra Palace in London mit der PDC-WM (alle Spiele LIVE auf SPORT1) das größte Darts-Spektakel des Jahres, das erfahrungsgemäß auch immer die eine oder andere Überraschung bereithält.

Mit Max Hopp, Gabriel Clemens und Nico Kurz gehen drei Profis aus der Bundesrepublik im berühmten Ally Pally an den Start. Clemens qualifizierte sich dabei über die PDC Order of Merit, Hopp schaffte es über die PDC Pro Tour Order of Merit ins Feld und Kurz löste mit dem Sieg bei der Hylo Care Darts Super League Germany das WM-Ticket.

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Mit Blick auf die vergangenen Ereignisse drängt sich eine Frage auf: Können die deutschen Darts-Asse in diesem Jahr auch eine Sensation schaffen?

Hopp erwartet, dass die WM "auf jeden Fall spannend" wird. "Wir haben alle noch keine WM ohne Zuschauer gespielt. Das mischt die Karten natürlich komplett neu. Da können Leute glänzen, von denen man es vorher nicht erwartet hätte", prognostizierte der "Maximiser" bei SPORT1.

Er selbst habe Höhen und Tiefen in den vergangenen Monaten gehabt, so der 24-Jährige. "Ich habe eine recht gute European Tour gespielt, bei anderen Turnieren lief es nicht so gut. Ich habe ein paar Qualis verpasst und bin ein paar Ranglistenplätze gefallen."

Hopp über WM: "Möchte Boden gutmachen"

Aktuell steht Hopp auf auf Rang 38 der Weltrangliste, rutschte zuletzt zwei Plätze ab. Das will der Idsteiner mit guten Leistungen in London wieder bereinigen. "Ich möchte bei der WM natürlich wieder Boden gutmachen", kündigte Hopp im Gespräch mit SPORT1 an.

Und weiter: "Die WM bietet immer eine gute Chance, die Saison zu korrigieren. Ich freue mich sehr auf das Turnier."

Aber auch Clemens und Kurz schreibt Hopp gute Chancen zu. "Gerade Gabriel hatte ein sehr gutes Jahr", sagte er. Der 37-Jährige hat sich mittlerweile zur nationalen Nummer eins entwickelt und mit einigen starken Performances auf sich aufmerksam gemacht.

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So zeigte er bei der Winter Series seine Klasse und glänzte beim Players Championship 20 mit Mega-Averages. Vier von fünf Matches beendete der Saarländer mit einem Durchschnitt von über 100 Punkten pro Aufnahme. Damit spielte er sich bis ins Viertelfinale des Turniers - definitiv einer der besten Auftritte seiner Karriere.

Der verdiente Lohn: Platz 32 in der Order of Merit. Zudem ist Clemens beim Darts-Event im Ally Pally gesetzt und steht damit automatisch in der zweiten Runde.

Hopp, Clemens und Kurz hoffen auf großen Wurf

Auch Nico Kurz habe aktuell "eine gute Form", erklärte Hopp und schürte Hoffnungen für die WM. "Wir haben mit Gabriel Clemens, Nico Kurz und mir drei gute Spieler dabei. Der Spielstandard der Deutschen hat sich in den letzten Jahren immer weiter verbessert."

Das soll natürlich so weitergehen. "Insgeheim hoffen wir alle auf den großen Wurf und dass jemand ganz tief in das Turniergeschehen vordringt", machte Hopp deutlich und ergänzte: "Davon träumen wir alle."

Unrealistisch scheint das in diesem verrückten Jahr 2020 ohnehin nicht zu sein. Die zahlreichen Überraschungen bei vergangenen Turnieren haben schließlich schon einen Vorgeschmack gegeben, worauf man sich bei der WM freuen darf. Hinzu kommt, dass sich Topfavoriten wie Michael van Gerwen und Peter Wright nicht in ihrer besten Verfassung befinden. 

Hopp brachte es noch einmal auf den Punkt: "Bei so einem starken und ausgeglichenen Teilnehmerfeld, wie wir es momentan haben, ist es schwer, etwas vorherzusagen. Da kann selbst der Weltmeister in Runde eins rausfliegen. Es ist alles möglich."

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