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Dennis Endras bringt die Stürmer des EHC Red Bull München zum Verzweifeln. Vor allem dank dem Goalie gleichen die Adler Mannheim in der Halbfinalserie aus.

Dennis Endras leitete das Lob gleich weiter. "Die Jungs haben einen super Job gemacht", sagte der Nationaltorwart nach dem 3:0 der Adler Mannheim im zweiten Playoff-Endspiel der DEL beim Titelverteidiger EHC Red Bull München: "Jeder opfert seinen Körper, da kann ich nur den Hut ziehen."

Dass der Hauptrundensieger im Best-of-seven-Finale gegen den Serienmeister auf 1:1 ausglich, hatte er jedoch vor allem seinem Goalie zu verdanken.

Endras wehrte alle 23 Schüsse auf sein Tor ab und verbuchte bereits den dritten Shutout in den Playoffs. Damit drückte er seinen Gegentorschnitt auf 1,58 - den besten aller Goalies in der Meisterrunde. (Spielplan und alle Infos der DEL-Playoffs)

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Endras bemängelt viele Strafzeiten

Dank der Paraden des 33-Jährigen, der das Torwartduell mit dem Olympiahelden Danny aus den Birken gewann, gehen die Mannheimer mit neuem Mut und neuem Schwung in das dritte Endspiel am Ostermontag (DEL-Playoffs: drittes Finale am Montag um 14 Uhr im LIVETICKER, Highlights um 19 Uhr im TV auf SPORT1) in eigener Halle.

Dann allerdings wäre Endras die eine oder andere brenzlige Unterzahlsituation weniger lieber. "Wir haben ein paar Strafzeiten zu viel genommen", merkte der Torhüter kritisch an, "das können wir uns nicht erlauben." Siebenmal überstanden die Mannheimer das Münchner Powerplay unbeschadet, eine Minute lang sogar mit drei gegen fünf.

"Wenn du kein Tor schießt, kannst du kein Spiel gewinnen", meinte DEL-Rekordtorjäger Michael Wolf lapidar: "Wir haben es nicht geschafft, viele Scheiben zum Tor zu bringen." Wenn doch, dann war bei Endras Endstation.

Silber-Coup in Zuschauerrolle

Der "Titan" beim sensationellen Halbfinaleinzug bei der Heim-WM 2010 erlebt derzeit seinen dritten Frühling und macht beste Werbung für eine WM-Teilnahme im nächsten Monat. Beim Olympia-Silber im vergangenen Jahr in Pyeongchang hatte er als dritter Torwart nicht eine Minute auf dem Eis gestanden. 

Gute Chancen auf eine WM-Nominierung hat auch Stürmer Markus Eisenschmid, der sich nach seiner Rückkehr aus Nordamerika in Mannheim zu einem Torjäger erster Güte entwickelt hat. Sein achter Treffer im elften Playoff-Spiel zu Beginn des Schlussabschnitts (44.) entschied die Partie zugunsten der Adler, die dank Chad Kolarik (2.) einen Blitzstart hingelegt hatten.

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Den Schlusspunkt setzte Ben Smith, der ins leere Tor traf (57.), als aus den Birken zugunsten eines sechsten Münchner Feldspielers vom Eis gegangen war. Endras bekam die Vorlage gutgeschrieben.

Seider spricht von harter Arbeit

"Es war eine unglaublich harte Arbeit", sagte Adler-Verteidiger Moritz Seider, "es ist immer schwer in München, aber wir haben sie schon zweimal hier geschlagen, daher wussten wir, was auf uns zukommt. Wir haben es ihnen wirklich schwer gemacht und am Ende verdient gewonnen."

Der 18-Jährige, der im Sommer voraussichtlich in der ersten Runde des NHL-Draft ausgewählt wird, unterstreicht auch im Finale sein außergewöhnliches Talent. In seiner ersten Profisaison hat sich der Verteidiger zu einem Fixpunkt im Mannheimer Team entwickelt.

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