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Köln - Leon Draisaitl brilliert bei der WM trotz Anreise-Odyssee gegen Italien quasi ohne Vorlaufzeit. Die Mitspieler schwärmen, zum Muttertag gibt's eine Belohnung.

Zum Muttertag gab es für Sandra Draisaitl ein ganz besonderes Geschenk. 

"Leon schläft heute noch bei der Mama", verriet Marco Sturm nach dem ersten WM-Auftritt von Leon Draisaitl beim 4:1 gegen Italien.

Am Sonntag gab der Bundestrainer der ganzen Mannschaft frei und Draisaitl war der einzige Spieler, der nicht im Teamhotel übernachtete.

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"Das hat er sich auch verdient, Edmonton ist ja nicht in der Nähe", meinte Sturm und dachte an die lange und anstrengende Reise seines NHL-Stars von den Edmonton Oilers zur Heim-WM (vom 5. bis 21. Mai LIVE im TV auf SPORT1).

Edmonton, Frankfurt, WM - straffes Programm für Draisaitl

Um 10.55 war die Maschine der Air Canada zusammen mit Leon und Vater Peter nach neun Stunden Flug in Frankfurt gelandet. Am Flughafen wurde Draisaitl von seiner Mutter abgeholt.

"Er ist dann direkt nach Hause, hat von der Mama etwas zu essen bekommen und ein paar Stündchen geschlafen", erzählte Sturm: "Um 16 Uhr war er hier und hat dann gleich die ersten Schläge gemacht. Er war bereit, er war heiß. Er hat wirklich Spaß gehabt, das hat jeder gesehen."

Als der Hallensprecher vor dem Warm-up zum Spiel von der Fahrt mit Mama und Papa erzählte, erntete Draisaitl von seinen Teamkollegen ein lang gezogenes "Ooooooooh".

Großes Lob für NHL-Stars Draisaitl und Grubauer

"Leon und auch Philipp Grubauer haben dazu beigetragen, dass schon vor dem Spiel ein anderer Schwung drin war. Jeder war glücklich und froh, dass er da war", berichtete Sturm. (Spielplan und Ergebnisse)

"Ich wollte hier sein und dem Team helfen", sagte Draisaitl: "Die Stimmung war fantastisch. Es war sehr schön, hier vor den eigenen Fans in Köln zu spielen."

Schon dreieinhalb Minuten nach Beginn bereitete er das 1:0 durch Christian Ehrhoff vor und zeigte seine Extraklasse.

"Er hat eine brutale Übersicht"

"Wie er die Pässe gleich im ersten Drittel gespielt hat, das war ein Schmankerl für jeden, der auf der Bank sitzt oder sich als Fan das Spiel anschaut", sagte Grubauer zu SPORT1, "er hat eine brutale Übersicht und ist ein super Spieler".

Der Goalie von den Washington Capitals war am Samstag eine Stunde nach Draisaitl aus Nordamerika angekommen und mit einem Shuttle nach Köln gefahren worden. (Die Tabellen der WM)

"Ich habe Leon kurz im Hotel gesehen", meinte Grubauer und bremste die Euphorie um Draisaitl etwas ein. "Es war wie jedes andere Auswärtsspiel. Für uns zwei war es ein bisschen anstrengender, weil wir wenig Schlaf hatten. Aber wir spielen als Mannschaft und nicht Leon alleine."

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Grubauer saß gegen Italien zunächst als Backup für Danny aus den Birken auf der Bank. Am Dienstag im entscheidenden Spiel gegen Lettland (ab 19.45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 und im LIVETICKER) wird er dann im Tor stehen. "Davon gehe ich aus", meinte der Bundestrainer.

Draisaitl-Effekt als X-Faktor gegen Italien

Grubauer und Draisaitl sollen das DEB-Team ins Viertelfinale führen. Gegen Italien war bereits zu sehen, wie Draisaitl die Mannschaft mitriss.

"Mit seiner Klasse findet er auch unter Druck immer wieder den offenen Mann. Das hilft unserem Spiel enorm weiter", sagte Yannic Seidenberg zu SPORT1. "Sensationell, was er sofort für Impulse gegeben hat", lobte auch DEB-Präsident Franz Reindl.

Goalie aus den Birken übergab nach der Partie den Pepita-Hut für den besten Spieler des Teams (eine Hommage an Ex-Bundestrainer Xaver Unsinn), an Draisaitl.

"Leon macht alle Spieler besser", pries auch Bundestrainer Sturm den 21-Jährigen, der eigentlich mit Brooks Macek und Matthias Plachta in einer Reihe spielte, am Ende aber immer noch so viel Luft hatte, dass er woanders einsprang.

Der Besser-Macher hat die zweite Luft

"In den letzten zehn Minuten war er sogar noch einige Wechsel mit Yannic Seidenberg und Marcus Kink auf dem Eis. Die haben ihn beide ganz schön angeschaut", erklärte Sturm: "Es war einfach toll, ihn anzusehen."

Am Dienstag gegen Lettland folgt der nächste Auftritt des deutschen Superstars. "Ich weiß, was ich kann und werde von Spiel zu Spiel besser", versprach Draisaitl bei SPORT1.

Nach seinem 112. Spiel in 260 Tagen und den ganzen Reisestrapazen hatte sich der NHL-Star den kurzen Heim-Urlaub dann auch redlich verdient.

Und die Mama durfte sich freuen.

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