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Köln - Die Hoffnung von Patrick Hager auf eine milde Strafe erfüllt sich nicht. Die Disziplinarkommission des IIHF sperrt den deutschen Stürmer nach seinem Check.

Neben der 3:6-Niederlage hatte das DEB-Team im Duell mit Russland auch noch den verletzungsbedingten Ausfall von Tobias Rieder und die Disqualifikation von Patrick Hager verdauen müssen.

Die Disziplinarkommission des Weltverbands IIHF sperrte Hager am Dienstag für die kommenden beiden Spiele gegen die Slowakei (ab 20 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 und im TICKER) und Dänemark.

Bundestrainer Marco Sturm kritisierte die Entscheidung. "Ich kann die Sperre nicht nachvollziehen. Zwei Spiele, so spät in einem Turnier bei nur noch vier ausstehenden Spielen", sagte er vor dem Spiel gegen die Slowaken.

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Sturm beklagt mangelnde Verhältnismäßigkeit

Die Verhältnismäßigkeit der Sperre im Vergleich zu der des Slowenen Ziga Jeglic sei nicht gegeben, so Sturm. Jeglic hatte im Spiel gegen die Schweiz einen Gegenspieler mit dem erhobenen Schlittschuh am Hals getroffen und wurde auch für zwei Partien gesperrt.

Der Schwede Gabriel Landeskog hatte im Spiel gegen die USA den Amerikaner Nick Schmaltz mit einem späten Check gegen den Kopf verletzt. Landeskog kam trotz der offensichtlich erkennbaren Aktion sowohl auf dem Eis als auch anschließend ungestraft davon.

Der Stürmer hatte im ersten Drittel nach einem Slew Footing gegen Russland-Kapitän Sergekj Mosjakin das Eis verlassen müssen.

Ein Spiel Sperre zwingend vorgegeben

Das begeht ein Spieler dann, wenn er "in gefährlicher Weise von hinten gegen den Fuß oder den Schlittschuh eines Gegenspielers tritt oder einen Gegenspieler zurückzieht, während er ihm gleichzeitig von hinten in die Füße kickt oder schlägt", heißt es unter Regel 160.

Das Vergehen zieht zwingend eine Matchstrafe, also einen Ausschluss des Spielers für das laufende Spiel, eine fünfminütige Zeitstrafe gegen sein Team und eine Sperre für mindestens eine weitere Partie nach sich.

Hager: "Ich habe die Balance verloren"

"Es war eine unglückliche Situation. Man sieht, dass ich nicht bewusst versuche, ihm die Füße rauszunehmen, sondern dass wir oben im Zweikampf sind und gegenseitig schieben. Ich habe vorher ein bisschen die Balance verloren", relativierte Hager am Dienstag am SPORT1-Mikrofon.

Dass er dem DEB-Team damit einen Bärendienst erwiesen hat, war ihm klar, er wehrte sich aber gegen generelle Kritik an seinem Spielstil.

"Jeder, der mir da Absicht unterstellt, liegt falsch. Es weiß jeder, dass ich ein Spielertyp bin, der oft an der Grenze spielt und dass das ein schmaler Grat ist. Gestern ist es ein bisschen drüber gewesen."

"Nicht in meine Karten gespielt"

"Was noch dazu kommt ist, dass er ein bisschen unglücklich gefallen ist. Das hat alles nicht in meine Karten gespielt", haderte Hager mit der Situation.

Seine Hoffnungen auf Milde zerschlugen sich mit der Zwei-Spiele-Sperre nun. "Auf dem Video sieht es schlimmer aus, als es in Realität war. Dementsprechend hoffe ich darauf, dass sie es bei einem Spiel belassen."

Auch Bundestrainer Marco Sturm hatte für eine kurze Strafe plädiert. Das änderte aber nichts daran, dass Hagers Aktion auch mannschaftsintern Thema war.

Aktion "darf nicht passieren"

"Dass das nicht passieren darf, ist auch klar", räumt auch der "Sünder" selbst ein. "Nichtsdestotrotz müssen wir nach vorne schauen und uns auf das Spiel gegen die Slowakei konzentrieren." 

Trotz seiner Sperre für die Spiele gegen die Slowakei und Dänemark bleibt der Stürmer zuversichtlich. "Wir haben genug Qualität, um einen Sieg einzufahren. Wir haben eine super Mannschaft, da können wir auch Ausfälle kompensieren."

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