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München - Für das DEB-Team steht bei der Eishockey-WM (LIVE im TV auf SPORT1) mit Kanada ein Härtetest an. Das Team um Leon Draisaitl hofft auf den Olympia-Spirit von 2018.

Vier Spiele, vier Siege - der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ist ein historischer Start in die WM in der Slowakei (täglich LIVE im TV auf SPORT1) gelungen.

Schon jetzt werden Erinnerungen an das Olympia-Märchen von 2018 wach. "Du merkst in der Kabine: Sie wollen mehr. Das erinnert mich an Pyeongchang", sagte DEB-Präsident Franz Reindl nach dem dramatischen 3:2-Sieg gegen den Gastgeber.

Nach dem emotionalen Schlüsselspiel scheint vieles möglich - auch wenn dem DEB-Team mit dem Duell gegen Kanada ein echter Härtetest bevorsteht (Eishockey-WM: Deutschland - Kanada ab 16 Uhr LIVE bei SPORT1 im TV und STREAM).

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Dass man aber auch gegen den Favoriten durchaus für eine Überraschung sorgen kann, hat Deutschland vor 15 Monaten bewiesen. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea bezwang das DEB-Team Kanada im Halbfinale sensationell mit 4:3 und sicherte sich damit die erste olympische Medaille seit 42 Jahren. (SERVICE: Alle Infos zur Eishockey-WM 2019)

Durch Brooks Macek, Matthias Plachta und Frank Mauer ging Deutschland mit 3:0 in Führung. Strafzeiten brachten die Deutschen die Kanadier aber wieder zurück ins Spiel, Deutschland musste den Anschluss hinnehmen. Die Schlussphase entwickelte sich zum Krimi, am Ende brachte das DEB-Team den Vorsprung allerdings über die Zeit.

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DEB-Team sorgt für Wunder

Das Wunder war wahr geworden, die Emotionen kochten über. Vom Eis hallten die Jubelschreie der fassungslosen Spieler, Mannschaftskapitän Marcel Goc vergoss Freudentränen, auf der Tribüne klatschten sich deutsche Olympiasieger beinahe die Finger wund vor grenzenloser Begeisterung.

"Verrückt! Verrückte Welt! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, es ist unglaublich, was die Mannschaft hier geleistet hat. Keiner wusste, was heute geschieht", sagte der damalige Bundestrainer Marco Sturm nach der Partie. 

Auch der ehemalige Bundes- und Meistertrainer Hans Zach lobte in höchsten Tönen: "Das ist überragend. Der größte Erfolg des deutschen Eishockeys."

Zwar fehlten der Nationalmannschaft wenige Sekunden, um den Erfolg im Finale gegen Rekordweltmeister Russland zu krönen - der Gewinn der Silbermedaille ging trotzdem in die deutsche Eishockey-Geschichte ein. (SERVICE: Eishockey-WM Spielplan / Eishockey-WM Tabellen)

Deutschland gegen Favorit Kanada

Zurück in die Gegenwart: Wie 2018 soll auch am Samstag das eigentlich Unmögliche gelingen - wobei eine Wiederholung des Olympia-Coups gegen Kanada nicht gänzlich unrealistisch scheint. Elf Olympiahelden, vier NHL-Profis und eine Menge hoffnungsvoller Talente haben ein neues, spielstarkes Team gebildet. (SERVICE: Die besten Spieler der Eishockey-WM)

"Nach Olympia ist der richtige Generationswechsel gekommen. Es sind Jungs von Bord gegangen, die viel Erfahrung hatten, die sehr abgeklärt waren. Das haben wir jetzt mit sehr viel Spielwitz und Geschwindigkeit ersetzt", sagte Stürmer Patrick Hager: "Es ist schön, dass Qualität nachkommt."

Der Umbruch geht schneller und glatter vonstatten als befürchtet. Nach dem besten WM-Start seit 89 Jahren hat die Mannschaft um NHL-Star Leon Draisaitl das Viertelfinale so gut wie sicher und den Geist von Pyeongchang wiederentdeckt.

Auch Yannic Seidenberg gibt sich vor dem nächsten Spiel vorsichtig optimistisch: "Wie es bei Olympia auch war: Wenn wir einen Sahnetag haben und alles zusammenpasst, können wir die auch schlagen", meinte der Verteidiger.

DEB-Team heiß auf erneute Sensation

Jeder weitere Punkt verbessert die Ausgangsposition für die K.o.-Runde - und vergrößert die Chance, das Viertelfinale zu überstehen und wieder um Medaillen zu spielen. 

"Wir wissen, dass wir noch Potenzial nach oben haben", sagte Hager, bei Olympia noch der beste deutscher Scorer. Bei der WM kommt er in neuer Rolle bislang nur auf einen Assist, dennoch denkt er nur an das Team: "Wir sind voll im Rennen. Das macht natürlich Spaß."

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Die beiden Wochenend-Gegner Kanada und USA, die eigentlich zu den heißesten Titelanwärtern zählten, haben noch nicht überzeugt. Den Kanadiern fehlen nicht nur die großen Namen vergangener Jahre, sondern auch starke Torhüter. Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Matt Murray schwächelte vor allem beim glücklichen 6:5-Sieg gegen die Slowakei.

Trotz der Außenseiterrolle darf also vom Eishockey-Märchen 2.0 geträumt werden.

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