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München - Toni Söderholm wechselt von der Oberliga in den Bundestrainer-Job. Bei SPORT1 spricht er über seine Ziele und seine Kritiker. Hier das Interview.

Der Finne Toni Söderholm wird wie erwartet Nachfolger von Marco Sturm als Eishockey-Bundestrainer.

Der 40-Jährige wechselt vom Oberligisten SC Riessersee, an den er vom deutschen Meister Red Bull München ausgeliehen war, zum Deutschen Eishockey-Bund (DEB). Söderholm wurde als Spieler 2007 Vizeweltmeister mit Finnland und deutscher Meister 2016 mit Red Bull München.

Er soll den Weg fortsetzen, den Sturm mit der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang gekrönt hatte.

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SPORT1 sprach mit Söderholm über seine Ziele mit dem DEB-Team, die Kaderplanungen und den Kontakt zu deutschen NHL-Spielern - und die Kritiker, die den Schritt zu früh finden und ihn zu jung.

SPORT1: Herr Söderholm, hat Sie die Entscheidung des DEB überrascht?

Toni Söderholm: Ein bisschen überrascht war ich schon. Aber ich weiß auch aus meiner eigenen Zeit als Spieler: Wenn so etwas passiert, dann ist alles möglich. Aber ich war stolz, als ich den Anruf bekommen habe und die Gespräche sind gut gelaufen. Es war nicht schwierig, sich zu einigen.

SPORT1: Ist das ein Traumjob für Sie?

Söderholm: Wenn man ganz ehrlich ist, wird es nicht so viele Anfragen gegeben haben. Die Chance ist jetzt für mich da und ich musste sie nutzen.

Söderholm: Hatte tolle Zeit bei Red Bull München

SPORT1: Wie lief die Kommunikation mit Red Bull München?

Söderholm: Mit Red Bull habe ich eine tolle Zeit gehabt, es gab eine Top-Organisation, ich konnte all meine Energie nur in die Arbeit als Trainer setzen. Die Gespräche mit Herrn Winkler sind gut gelaufen. Und ich bin dankbar, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben.

SPORT1: Ist es ein Ziel, vermehrt junge Spieler nachzuziehen?

Söderholm: Ja, wir brauchen einen so breiten Kader wie möglich in der Nationalmannschaft. Auch in den kommenden Jahren, die nächsten Olympischen Spiele werden kommen und bis dahin brauchen wir mehr Spieler.

SPORT1: Was würden Sie Kritikern sagen, die den Schritt zu früh finden und Sie zu jung?

Söderholm: Wie es in der Nationalmannschaft läuft, hängt nicht nur an mir. Das Team besteht aus mehreren Personen. Es ist immer eine Zusammenarbeit zwischen drei, vier oder fünf Trainern und der Hauptverantwortliche fällt die letzte Entscheidung. Ich mache einfach meine Arbeit, auf solche Kritik muss ich nicht viel Energie setzen.

Toni Söderholm spielte von 2015 bis 2016 für Red Bull München in der DEL
Toni Söderholm spielte von 2015 bis 2016 für Red Bull München in der DEL © Getty Images

SPORT1: Wie würden Sie sich als Trainer beschreiben? Was ist Ihnen besonders wichtig?

Söderholm: Taktische Details sind mir sehr wichtig. Ich will, dass die Jungs mutig spielen. Sie sollen keine Angst vor Fehlern haben. Sie sollen einander fördern aber auch neugierig sein. Sie sollen ihre Möglichkeiten nutzen.

"NHL ist neue Welt für mich"

SPORT1: Wie sieht Ihr Kontakt zu NHL-Spielern aus?

Söderholm: Das ist eine neue Welt für mich. Ich habe da nicht gespielt. Marco Sturm hat eine große Karriere in der NHL gehabt. Das ist ein wichtiger Teil des Jobs und die Kontakte müssen sofort anfangen.

SPORT1: Gibt es Persönlichkeiten, die Sie gerne noch in Ihrem Team hätten?

Söderholm: Alle Personalien sind wichtig. Alle sind ein Teil vom Gesamtpaket, die Stimmung muss passen und jeder muss akzeptieren, dass er eine Aufgabe hat. Wenn die Jungs ihre Aufgaben zusammen erfüllen, hast du etwas erreicht. Aber die Personalplanungen kommen Schritt für Schritt.

SPORT1: Wo sehen Sie Eishockey in Deutschland im Moment und wo wollen Sie hin?

Söderholm: Wir können absolut um einen Platz unter den besten Acht kämpfen. Dann ist alles möglich. Ich bin immer vorsichtig, langfristige Ziele zu setzen. Das Spiel zeigt es dann und Eishockey ist ein ehrlicher Sport. Was du erreichst, hängt davon ab, ob du eine gute Arbeit machst. Wir bereiten uns so vor, dass wir gute Ergebnisse erreichen.

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